
Der Maremmano erinnert an Eisbären und gehört zu den sehr großen Hunderassen. Robust, athletisch und wettertauglich strotzt er allen Widrigkeiten und ist seinen Liebsten ein treuer, jedoch äußerst selbstständiger Begleiter. Als ursprünglicher Herdenschutzhund braucht er viel Freiraum und Beschäftigung. Für Anfänger ist diese stolze Hunderasse nicht geeignet.
Der Maremmano sieht aus wie ein kuscheliger Eisbär. Das passt zu seiner Kälteunempfindlichkeit, denn sein Fell ist dicht und wetterfest. Kuschlig kann er auch sein, er ist aber in erster Linie ein Hirtenhund, der seine Herde mit Leib und Seele beschützt. Erfahre hier mehr über den würdevollen Maremmano abruzzese.
Verfolgt man die Geschichte des Maremmano sehr weit zurück, werden seine Vorfahren wohl ganz ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammen und bei einer Völkerwanderung von Asien nach Europa gelangt oder von den Römern bei Kriegszügen aus Asien mitgebracht worden sein. Denn sicher ist, dass die Römer schon vor 2.000 Jahren Schäferhunde mit weißem Fell als Hütehunde für ihre Herden hielten. Der heutige Rassehund Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese, wie er in Italien heißt, entspringt jedoch einer Kreuzung aus verschiedenen Herdenschutzhunden aus den Regionen Toskana und Abruzzen und wurde am 13.03.1956 von der „FCI“ als offizielle Hunderasse ohne Arbeitsprüfung anerkannt.
Der italienische Hütehund Maremmano wurde gezielt von Züchtern gezüchtet, um die Schäfer in den Bergen beim Hüten der Schafherden zu unterstützen. Dieser Tätigkeit geht der Maremmano seit vielen Generationen und bis heute nach. Mittlerweile jedoch nicht mehr nur in Italien, sondern auch in der Schweiz, Spanien, England, Australien und den USA. In Deutschland ist er hingegen bisher selten anzutreffen. Der größte Anteil der Tiere ist immer noch in Italien zu finden.

Der Maremmano hat ein hohes Verantwortungsgefühl für seine Schafherde. So beschützt er beispielsweise die Schafmutter während der Geburt. Manche Maremmano werden sogar als Welpen in die Obhut einer Schafmutter gegeben, damit sie die Schafe noch mehr als eigene Familie ansehen und beschützen.
Da der Maremmano über Jahrhunderte als Herdenschutzhund gehalten wurde und wird, ist sein Charakter mit dementsprechenden angeborenen Eigenschaften ausgestattet. Zum einen ist er bis zur Aufopferung treu und zuneigungsvoll seinem Herrchen und Frauchen gegenüber, zum anderen hat er gelernt unabhängig zu handeln. Dies ist in seiner Tätigkeit als Hirtenhund auch vonnöten, zum Beispiel wenn ein Schaf von einem wilden Tier angegriffen wird.
Der Maremmano wird dieses sowie seinen Besitzer bis auf den Tod verteidigen, weswegen er auch Bergsteigern gefährlich werden kann. Er ist also ein guter Wachhund und bereit, Hof und Heim zu beschützen. Der Maremmano hat nämlich einen ausgeprägten Verantwortungssinn. Unterwürfiges Verhalten und bedingungslosen Gehorsam kannst Du bei diesem sehr intelligenten Wesen nicht erwarten. Hier handelt es sich eher um eine ebenbürtige Beziehung zwischen Hund und Hundehalter. Trotz stark ausgeprägter Hierarchie zwischen den Vierbeinern derselben Rasse kommt der Maremmano mit Mitgliedern in seinem Menschen-Rudel gut zurecht und taugt als Familienhund. Kinder und Senioren, auch Katzen, wenn er sie von klein auf kennt, sind kein Problem für ihn. Er verhält sich in der Regel ruhig und gelassen und bisweilen auch verschmust.
Der Maremmano verfügt über keinerlei Jagdtrieb, was ihn aber nicht davon abhält einmal auszubüxen, wenn ihm etwas interessant erscheint. Er ist und bleibt sehr unabhängig. Reisen und öffentliche Verkehrsmittel sind nichts für ihn.
Der FCI-Rassestandard legt fest: „Die Hauptaufgabe als Wach- und Schutzhund für Herden und Hof übernimmt er mit Umsicht, Mut und Entschlossenheit. Obwohl stolz und jeglicher Unterwürfigkeit abgeneigt, ist er seinem Herrn und seinen Angehörigen doch treu ergeben."
Der Maremmano ist ein sehr großer Hund und hat ein würdevolles, stolzes Auftreten. Er besitzt einen kräftig gebauten Körper und einen großen, kegelförmigen Kopf, der an einen Eisbären erinnert. Der Maremmano hat kleine Hängeohren, eine herabhängende lange Rute, die in Bewegung dann in Höhe der Rückenlinie getragen wird. Er ist generell sehr muskulös und athletisch gebaut, was unter dem langen, weißen Fell jedoch kaum sichtbar wird.
Sein langes, dichtes und glattes Fell besitzt eine kräftige Unterwolle, sodass er in den kalten und windigen Nächten in den Bergen nicht friert. Besonders am Hals besitzt er geradezu eine richtige Mähne. Dadurch kannst Du Deinen Maremmanno auch im Winter gut draußen lassen, denn sein dichtes Fell wird ihn stets warmhalten. Auch bei Regen trocknet sein Fell schnell nach. Dieses ist stets weiß, weswegen er von seinen Schafen manchmal gar nicht auseinanderzuhalten ist. Bei der Zucht von Maremmanos können aber auch Tiere mit elfenbeinfarbenem oder ins Zitronengelbe und Blassorange tendierendem Fell entstehen, was auch zum Rassestandard gehört.

Der Maremmano abruzzese ist für das Leben in rauer Natur gezüchtet und dementsprechend äußerst robust und mit langer Lebenserwartung gesegnet. Er ist, wenn er artgerecht gehalten wird, so gut wie nie krank und besitzt keine rassetypischen Erbkrankheiten. Möglich ist das Risiko einer Hüftgelenkdysplasie, wie sie bei vielen größeren Hunden wie dem Deutschen Schäferhund auch vorkommen kann. Seine Gesundheit ist stabil, aber natürlich sollte auch er regelmäßig zum Krallen schneiden, Drüsen ausdrücken, Blut- und Zahnkontrolle und Impfen. Ein regelmäßiger Check-up beim Tierarzt ist also sinnvoll und anzuraten.
Sein Fell sollte regelmäßig gebürstet werden, damit es nicht allzu stark verfilzt, dies muss jedoch nicht täglich passieren, da sein langes Haar sehr wettertauglich ist.
Idealerweise setzt Du bei der Hundeernährung eher auf traditionelles Futter wie BARF. Es beinhaltet rohes Fleisch, Innereien und Knochen sowie Gemüse und Obst. Aber auch hochwertiges Trockenfutter kann für ihn geeignet sein. Die Nahrungsmenge muss an den täglichen Energieumsatz angepasst werden. Er neigt bei artgerechter Haltung nicht zu Übergewicht. Zwei Mahlzeiten pro Tag sind empfehlenswert, damit Dein Maremmano nicht alles auf einmal hinunterschlingt und eine Magendrehung riskiert.