
Trotz seines sanften und liebevollen Wesens, gehört der Großspitz zu einer vor dem Aussterben bedrohten Hunderasse. Lerne mehr über den edlen Vierbeiner in unserem Rasseporträt und unterstütze die Artenvielfalt. Wir erzählen Dir alles Wichtige zur Geschichte, der Pflege und der Haltung.
Zu den deutschen Spitzen zählt auch der flauschige Großspitz. Allerdings ist er gar nicht so groß, wie sein Name vermuten lässt und reiht sich in der Mitte ein. So überragt ihn etwa der verwandte Wolfsspitz um einige Zentimeter. Doch er wird von ihm auch in Puncto Beliebtheit geschlagen. Denn der sanfte Großspitz steht seit 2003 auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Du möchtest das ändern und Dir einen gutmütigen Begleiter nach Hause holen? Dann erfahre hier direkt mehr!
Nach der VDH soll der Großspitz vom steinzeitlichen Torfhund abstammen – dem sogenannten „Canis familiaris palustir Rüthimeyer“. Damit würde er zu einer der ältesten Hunderassen in Mitteleuropa zählen und seit mehr als 4.000 Jahren existieren. Allerdings sind diese Daten nicht vollständig belegt.
Besonders im 19. Jahrhundert war der deutsche Spitze an sich in allen Größen extrem beliebt, da er als Wachhund auf Höfen und Weinbergen Schutz bot und unter Adeligen aufgrund seines Aussehens geschätzt wurde. Im Süden Deutschlands war der schwarze Großspitz weit verbreitet, im Norden mehr der weiße. In dieser Zeit zog er unter dem Namen „German Spitz“ dann auch im weißen Gewand in die USA ein. Im 20. Jahrhundert wurde der Großspitz dort aufgrund von Image-Problemen der Weltkriege in Eskimo-Spitz unbenannt und leider auch bei uns immer seltener.
Heute ist der Bestand zum Glück wieder im Aufwärtstrend, allerdings werden im Verhältnis zu anderen Hunderassen immer noch wenig Großspitz Welpen geboren, weshalb die Rasse noch als gefährdet gilt.

Großspitze sind kluge Hunde, die Du mit Agility oder Tricks immer eine Freue bereitest. Hältst Du ihn als Wachhund auf einem Hof, ist er in seinem Element. Er gibt gerne Laut, wenn ein unbekannter Eindringling sein Revier betritt. Doch gefährlich ist er nicht, denn er liebt Menschen und ist besonders in seiner Familie ein Kuschel, das Dir nicht mehr von der Seite weichen wird. Auch wenn er aufgrund seines Fells etwas gemütlicher aussieht, täuscht der Eindruck. Er rennt gerne und ist damit ideal für die nächste Jogging-Runde – denn dank seiner Anhänglichkeit wird er Dir nicht davonlaufen.
Der FCI-Rassestandard legt fest: „Der Deutsche Spitz ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein natürliches Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Begleit- und Familienhund und zum Wächter für Haus und Hof. Er ist weder ängstlich noch aggressiv. Wetterunempfindlichkeit, Robustheit und Langlebigkeit sind seine hervorragendsten Eigenschaften."
Im Aussehen ähnelt der Großspitz den anderen deutschen Spitzen sehr. Wie diese wickelt er Dich mit einer Ringelrute und den kleinen Ohren um den Finger, die immer aufrecht stehen, um ja kein Geräusch zu verpassen. Die fuchsartige längliche Schnauze lässt bei nachlässiger Erziehung gerne ein Bellen raus.
Das Besondere am Großspitz: Es gibt ihn nur in 3 Farben, Schwarz, Weiß und ganz selten Braun. Dabei ist das Fell lang und darf nur einfarbig ohne Flecken oder Schecken sein.

Sein langes Fell sorgt für ein elegantes Aussehen, dank dem er in den vergangenen Jahrhunderten besonders beliebt gewesen. Vor allem die weißen Großspitze. Auch wenn gerade Weiß sehr schmutzanfällig ist, sind selbst diese Varianten pflegeleichter als Du denkst. Das verdankt die Rasse der reichlichen Unterwolle, welche ihnen auch das leicht aufgeplusterte Aussehen verleihen.
Unser Tipp: Bade Deinen Großspitz nur selten und bürste ihn stattdessen häufiger. Gerade in der Fellwechsel-Zeit darf es da gerne auch mehrmals in der Woche sein. So gehen nicht nur Knoten im Haar einfach raus, sondern auch Erde und anderer Dreck. Und: Du verbringst mit diesem verbindenden Ritual gesellige Zeit mit Deinem Vierbeiner.
Der Großspitz gilt als gesunder Hund, bei dessen Züchtung es nur selten bekannte Krankheiten gibt. Jedoch kann bei deutschen Spitzen allgemein die sogenannte Alopexie X auftreten, die auch unter dem Namen „Black Skin Disease“ bekannt ist. Hierbei entsteht im Alter von 2-5 Jahren örtlicher Haarausfall und die Haut darunter ist schwarz gefärbt. Allerdings sollen Hunde keine weiteren Begleiterscheinungen haben, weshalb es sich nur auf das äußere Erscheinungsbild auswirkt.