
Die Japaner verehren ihre Hunde, so auch den stolzen Akita Inu. Neben fünf weiteren Rassen gehört er zu den Nationaldenkmäler des Landes im entfernten Osten. Welche Charakterzüge weisen die Akitas auf? Wie sollte die Haltung aussehen? Und welche Ursprünge hat der mittelgroße fuchsähnliche Hund? Das alles kannst Du in unserem Portrait des Akita Inu nachlesen.
Die Heimat des Akita Inu ist ganz klar das Land im fernen Osten. Dort werden Hunde seit eh und je geradezu verehrt. Auch der Akita Inu, oft auch Akita Ken genannt, ist heute ein japanisches Nationaldenkmal. Benannt ist die Hunderasse nach einer Präfektur im Nordwesten des Landes. Die Bezeichnung „Inu“ oder „Ken“ bedeutet im Japanischen schlichtweg Hund. Rund um die Stadt Odate waren die wichtigsten Züchter der Rasse angesiedelt. Noch heute gilt die Stadt als Hundestadt.
Der Akita Inu war besonders im Norden Japans als Wach- und Arbeitshund verbreitet. Dort passte er auf die abgelegenen Bauernhöfe auf und wurde als Zughund eingesetzt. Gelegentlich wurde er als Jagdhund der Matagi-Winterjäger genutzt, ähnlich wie die English Foxhound in Großbritannien. Besonders beim Erlegen von Kragenbären sollen sich die Vierbeiner bewährt haben. Später soll der Akita Inu der Hund der Samurai gewesen sein. Ob das stimmt, ist allerdings nicht ganz klar.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Hunderasse fast ausgestorben. Ähnlich erging es seinem kleineren Bruder, dem Shiba Inu. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Großteil der Population des Akita Inu ausgelöscht, weil aus seinem Fell wärmende Mäntel für die Soldaten geschneidert werden konnten. In den 1930er Jahren wurde der Vierbeiner vor dem Aussterben gerettet. Die Rasse wurde gezielt mit anderen japanischen Hunden gekreuzt. Dabei etablierten sich unterschiedliche Linien. Manche Züchter wanderten in die USA aus. Daher gibt es heute auch eine Amerikanische Linie.
Im FCI Rassenstandard gehört der Akita Inu zur Gruppe 5 „Spitze und Hunde vom Urtyp“. Bei der Klassifizierung orientieren sich die Experten besonders am japanischen Typ des Akita. Im Westen wurde der einfühlsame Hund durch den Kinofilm „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ bekannt. Darin wird die innige Beziehung eines Akita Inus zu seinem Herrchen (verkörpert durch Richard Gere) erzählt. Wusstest Du schon: Der Welpe im Film wurde von dem kleineren Shiba Inu gespielt, der ausgewachsene Hachiko dann von einem Akita.

Der Akita Inu gilt als sehr ruhiger, gelassener und stolzer Partner. Das zeigt sich vor allem in hektischen Situationen. Durch sein ausgeprägtes Selbstbewusstsein trifft die Fellnase gerne ihre eigenen Entscheidungen. Daher sind eine gute Hundeerziehung und liebevolle Prägung wichtig. Besonders in diesem Charakterzug kommt seine enge Verwandtschaft zum Wolf zum Vorschein. Dasselbe gilt für seinen Jagdtrieb.
Er ist nicht sehr unterwürfig, das heißt, Du musst Dir als Herrchen oder Frauchen seine Kameradschaft erarbeiten. Wenn es Dir allerdings gelingt, eine Vertrauensbasis zu schaffen, dann wird er Dir lebenslang die Treue halten. Dabei solltest Du auf keinen Fall ungerecht sein – das nimmt er Dir lange übel.
Der Akita Inu gilt als sogenannter „Einmannhund”. Fremden Menschen wie Hunden gegenüber verhält er sich in der Regel gleichgültig. Einzige Voraussetzung ist, dass sie seine Familie nicht angreifen. Diese ist ihm sehr wichtig. Auch als Familienhund macht sich der Akita Inu mit der richtigen Erziehung und konsequentem Training gut.
Der FCI-Rassestandard legt fest: „Ruhig, treu, gehorsam und aufnahmefähig.“
Der Akita Inu ist von seiner Statur her schon sehr stattlich anzusehen. Sein Äußeres spiegelt zum Großteil seinen Charakter wider. Seine Erscheinung und sein Auftreten wirken besonders würdevoll.
Besonders markant ist sein Kopf. Er besitzt eine klare Gesichtsmaske in Weiß mit dunklen Augen, die immer etwas zu fixieren scheinen. Die Ohren sind stets aufmerksam nach vorne gespitzt – ein echter Wachhund eben. Zudem scheint er Dich immer verschmitzt anzulächeln.
Das Fell ist geradezu plüschig und durch seine Färbung sieht er einem Fuchs ähnlich. Wichtig ist die sogenannte „Urachiro“-Färbung. Das heißt, dass Haar seitlich am Fang sowie an den Backen und der Unterseite des Kiefers bis über die Brust und hin zur Rute sollte weißlich sein. Er verfügt über dichtes Deckhaar mit solider weicher Unterwolle. Sein Fell riecht kaum und verfügt über wenige Widerhaken. So kannst Du es schnell ausbürsten oder von Textilien einfach absaugen.

Die Tiere tendieren zu gewissen Erbkrankheiten. Diese entstammen meist aus unseriöser Zucht. Dein Akita Inu sollte keine Anzeichen dieser Krankheiten zeigen:
- Sebadentitis
- Schilddrüsenunterfunktion HD
- Kongenitales Vestibularsyndrom
Welpen vom Züchter müssen über ein Gesundheitszeugnis verfügen.
Dein Akita Inu ist sehr selbstständig und benötigt viel Individualdistanz. Du kannst in Außenhaltung bei Dir leben lassen, er fühlt sich aber auch in Wohnungen wohl. Dein Vierbeiner ist ein Laufhund: Lange, ruhige Spaziergänge oder Beutespiele sind sein Ding, manche Exemplare lassen sich für gewisse Hundesportarten begeistern. In vielen Spielchen sieht er allerdings wenig Sinn und wird die Lust daran schnell verlieren.
Der Akita Inu verträgt kühlere Temperaturen und Minusgrade besser als heiße Sommer. Das liegt vor allem an seiner dicken Unterwolle. Die solltest Du im Fellwechsel im Sommer und im Winter ordentlich herausbürsten.