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Zähneputzen beim Hund – So geht’s

Damit die Beißerchen Eures Hundes gesund bleiben, müsst Ihr ihn bei der Zahnpflege unterstützen. Weiße Zähne sind nicht nur ein Schönheitsideal – Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und etwaige Folgeerkrankungen bedeuten Schmerzen und für Euren Vierbeiner einen teils anstrengenden Behandlungsmarathon.

Doch wie klappt das mit der Zahnpflege am besten? Mittlerweile gibt es diverse Mittelchen am Markt – von Denta-Sticks über Zahnpflege-Bälle bis hin zu Mundspülungen für den Hund. Die beste Methode bleibt aber, wie bei uns Menschen, das Zähneputzen.

Damit es für alle Beteiligten einigermaßen entspannt und angenehm verläuft, solltet Ihr jedoch einige Tipps und Übungen beherzigen.

Was brauche ich, um meinem Hund das Zähneputzen beizubringen?

Um Eurem Hund die Zähne zu putzen, braucht Ihr natürlich eine Zahnbürste (oder einen Fingerling) und Zahnpasta. Bitte nehmt aber nicht einfach Eure Zahnbürste aus dem Schrank. Die Bürstenköpfe sind für unsere Hunde zu hart und die Zahncreme ist zu scharf. Besorgt stattdessen entsprechende Produkte speziell für Hunde im Fachhandel oder von Eurem Tierarzt. Es gibt beispielsweise Zahnpasta mit Fisch- oder Fleischgeschmack, damit das Zähneputzen für den Vierbeiner noch angenehmer wird.

Darüber hinaus braucht Ihr für das Training viel Geduld, Liebe und vor allem Leckerlis.

Zähneputzen beim Hund: Schritt für Schritt

Ihr solltet unbedingt im Welpenalter damit beginnen, den Hund spielerisch an die Zahnpflege zu gewöhnen. Handelt es sich um einen ausgewachsenen oder älteren Hund, ist es natürlich auch noch möglich, ihm die Prozedur beizubringen. Ihr braucht hierbei jedoch häufig mehr Geduld und Belohnungen.

Grundsätzlich sollte Euer Hund lernen, dass die Zahnpflege nichts Schlimmes ist. Nehmt Euch deshalb Zeit und verteilt das „Training“ über mehrere Wochen. Geht jeden Schritt langsam an und spart nicht mit Lob oder Belohnungen. Je ausgelassener die Stimmung und umso lockerer Ihr seid, desto lockerer wird auch Euer Vierbeiner.

Schritt 1: Kommando wählen

Damit Euer Hund weiß, was auf ihn zukommt, solltet Ihr ihm ein Kommando für die Zahnpflege bzw. Kontrolle des Gebisses beibringen. Beispielsweise „Zähne“ oder „Open“.

Schritt 2: An die Zahnkontrolle gewöhnen

Gewöhnt Euren Hund zu Beginn lediglich daran, dass Ihr seine Schnauze berührt und seinen Mund ein wenig öffnet. Sagt hierfür das Kommando und hebt dann nur die Lefzen ein bisschen an. Anschließend gibt es viel Lob und eine Belohnung. Diese Übung könnt Ihr mehrmals am Tag wiederholen.

Nach ein paar Tagen Training könnt Ihr einen Schritt weitergehen: Sagt wieder das Kommando und öffnet den Mund ein bisschen mehr. Zusätzlich könnt Ihr schon mal mit dem Finger einen Zahn berühren oder in den Mund fassen. Macht das nur ganz kurz und nicht zu hektisch. Wieder dürfen Lob und Belohnung nicht fehlen.

Führt auch diese Übung einige Wochen lang durch, wobei Ihr etwa jede Woche ein bisschen weitergehen könnt. Trainiert so lange in kleinen Schritten, bis sich Euer Hund problemlos und vielleicht sogar freudig ins Maul schauen und seine Zähnchen berühren lässt. Wichtig ist, dass Ihr wirklich geduldig seid und nichts überstürzt.

Sollte Euer Vierbeiner dieses Spielchen partout nicht mögen und sich offenbar unwohl fühlen, zwingt ihn nicht. In diesem Fall gibt es Alternativen zum Zähneputzen (mehr dazu weiter unten) oder auch Rat vom Tierarzt.

Schritt 3: An die Zahnpasta gewöhnen

Nachdem sich der Hund problemlos ins Mäulchen schauen lässt, können Ihr ihn an die Hundezahnpasta gewöhnen. Gebt dafür zunächst ein bisschen Zahnpasta auf einen Finger und lasst sie ihn abschlabbern, damit er den Geschmack kennenlernt. Dies wiederholt Ihr einige Tage.

Gebt als nächstes wieder Zahnpasta auf den Finger (bitte Hände gut waschen) und erteilt das Kommando für die Zahnkontrolle. Nun könnt Ihr die Zahnpasta sanft mit den Fingern auf die Zähne reiben. Bestenfalls gewöhnt Ihr Euren Vierbeiner gleich an die Bewegung der Zahnbürste. Also von rot (Zahnwurzel) nach weiß (Zahnspitze) streichen. Auch diesen Schritt solltet Ihr öfter wiederholen, damit sich Euer Hund daran gewöhnt.

Bei der Gewöhnung an die Zahnpasta natürlich ebenfalls immer an Leckerlis und Lob denken.

Schritt 4: Zahnbürste mit einbringen

Sind Zahnpasta und Zahnkontrolle kein Problem mehr, muss sich der Hund nur noch an das Hilfsmittel gewöhnen. Nehmt dafür die befeuchtete Zahnbürste zur Hand und gebt ein wenig Zahnpasta darauf. Lasst Euren Hund daran schnüffeln und gegebenenfalls ein bisschen Zahnpasta ablecken.

Gebt anschließend das Kommando zur Zahnkontrolle und führt die bereits geübte Bewegung (von Zahnende bis Zahnspitze) mit der Zahnbürste durch. Übt dabei nicht zuviel Druck aus und putzt beim ersten Mal nur die vorderen Fangzähne. Hinterher gibt es wieder Lob und Leckerli für Eure Fellnase.

Schritt 5: Zähneputzen zur Alltagssache machen

In den nächsten Wochen könnt Ihr allmählich anfangen, auch die anderen Zähne zu putzen. Fangt nach der Gewöhnung an die Fangzähne mit den hinteren Zähnen an. Geht aber nur soweit nach hinten, wie es Euer Hund zulässt ohne unruhig zu werden. Die vorderen, kleinen Schneidezähnchen sollten Ihr zum Schluss machen, da dies für einige Hunde recht unangenehm ist. Wichtig ist, dass Ihr dem Vierbeiner immer Zeit lasst und Ihr ihn zu nichts zwingt.

Hat Euer Hund beispielsweise Probleme mit der Zahnbürste, greift einfach zu einem sogenannten Fingerling. Auch diesen gibt es im Fachhandel oder beim Tierarzt. Ebenfalls wäre es möglich, ein Zahngel zu verwenden, das einfach auf die Zähne aufgetragen wird, ohne dass diese geputzt werden müssen.

Kann sich Euer Hund hingegen gar nicht an die Maul-Zahnkontrolle-Thematik gewöhnen, gibt es auch einige Alternativen zum Zähneputzen beim Hund.

Alternativen zum Zähneputzen beim Hund

Weder Fingerling, Zahngel noch Zahnbürste kommen für Euren Hund infrage? Oder hat Euer Vierbeiner bereits Schmerzen und Ihr gelangt nicht an die Zähne, ohne ihn zu verletzten oder einen Reflex-Schnapper zu riskieren? Dann solltet Ihr eine geeignete Alternative wählen, damit die Beißerchen Eures Hundes trotzdem gesund bleiben.

Neben Kauspielzeug, Kauknochen oder auch Zahnpflege-Bällen gibt es mittlerweile auch diverse natürliche Nahrungsergänzungsmittel (bspw. auf Algen-Basis), die Zahnbeläge effektiv entfernen sollen. Sogar Mundspülungen speziell für Hunde sind erhältlich, die entweder ins Maul gesprüht oder dem Trinkwasser beigefügt werden können.

Um sich bei dieser Vielfalt zu entscheiden, haltet Rücksprache mit Eurem Tierarzt und testet dann gemeinsam mit Bello ein paar Dinge aus. Entscheidet Euch am Ende für die Methode, die die dauerhafte Zahnpflege für Euch – und vor allem für Euren Hund – am angenehmsten gestaltet.

Alternativen zur Zahnbürste:

  • Zahnpflege-Gel
  • Zahnpflege-Fingerling
  • Spezielle Mundspülung für Hunde (im Trinkwasser oder zum Sprühen)
  • Kaustangen, Büffelhautknochen, Ochsenziemer u.ä.
  • Kauspielzeug wie Kong, Kau-Seile oder Zahnpflege-Ball
  • Zahnpflege-Sticks oder Denta-Kauknochen (teilweise sehr kalorienreich)
  • Natürliche Ergänzungsfuttermittel

1 Kommentar

  1. Ich finde es wichtig, das Zähneputzen zur Alltagssache zu machen. Seit Kurzem habe ich einen Hund und lese gerne darüber. Eine richtige Zahnpflege ist definitiv wichtig. Danke für den Beitrag, ich werde definitiv deine Bemerkungen im Kopf behalten.

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