Die Hunderasse „Deutsche Spitze“ gliedert sich in fünf unterschiedliche Varietäten, die sich in ihrer Größe unterscheiden: Neben dem Wolfspitz gibt es den Kleinspitz, Großspitz, Mittelspitz, Zwergspitz.
Mit etwa 49 Zentimetern ist der Wolfsspitz der größte Vertreter unter den Spitzen und ist auch unter den Namen „Holländischer Schifferspitz“ oder „Keeshond“ bekannt. Diese Beinamen stammen von seinen früheren Aufgaben: Der Wolfsspitz wurde hauptsächlich als Wachhund auf Bauernhöfen und den Kähnen holländischer Binnenschiffer eingesetzt.
Steckbrief
- FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp
- Herkunft: Deutschland
- Klassifikation: FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp; Sektion 4: Europäische Spitze
- Größe: 49 Zentimeter (+/- 6 Zentimeter)
- Gewicht: 16 bis 25 Kilogramm
- Körperbau: quadratischer Körperbau, gedrungener Hals
- Fell und Farbe: graugewolkt (silbergrau mit schwarzen Haarspitzen); sehr dichtes Fell
- Charakter: aufgeweckt, wachsam, verspielt, agil, gehorsam, treu, anhänglich, intelligent
- Pflege: pflegeleicht, regelmäßiges Bürsten zur Zeit des Fellwechsels
- Gesundheit: robuste und widerstandsfähige Rasse
- Lebenserwartung: 13 bis 15 Jahre
Ein Hund des einfachen Volkes: Zur Herkunft der Rasse
Spitze gehörten seit dem Mittelalter zu den am weitverbreitetsten Hunderassen und galten als Hunde des einfachen Volkes. Von gutbürgerlichen und adligen Bevölkerungsschichten wurden sie daher eher verachtet.
Die Hunderasse Wolfsspitz ist übrigens nicht mehr oder weniger mit dem Wolf verwandt als jeder andere Hund. Die Bezeichnung Wolfsspitz hat dem Vierbeiner die wolfsgraue Färbung seines Fells eingebracht.

Rassetypisches Aussehen
Charakteristisch für das Aussehen ist der quadratische Körperbau, der dadurch entsteht, dass Schulterhöhe und Rückenlänge einander entsprechen. Durch den Körperbau und sein dichtes Fell ist der Wolfsspitz eine beeindruckende Erscheinung. Dabei ist er für seine Größe mit einem Gewicht bis zu 25 Kilogramm relativ leicht.
Die Fellfarbe ist silbergrau mit schwarzen Haarspitzen, was als graugewolkt bezeichnet wird. Außerdem schreibt der FCI-Rassestandard zwingend eine Zeichnung im Gesicht vor.
Wesen und Charakter des Wolfsspitz
Aufgrund seines ausgeprägten Beschützerinstinkts und der imposanten Erscheinung eignet sich der Wolfsspitz hervorragend als Wachhund. Darüber hinaus gilt er als sehr anhänglich, möchte seine Menschen am liebsten überall hin begleiten und steht gerne im Mittelpunkt. Mit Kindern kommt der Hund in der Regel ausgesprochen gut klar: Er liebt es, mit ihnen herumzutoben und passt gerne auf sie auf.
Durch diese Eigenschaften ist der Wolfsspitz Fremden gegenüber tendenziell kritisch und misstrauisch. Er neigt als Reaktion zu lautstarkem Bellen, weshalb ihm der Ruf des Kläffers anhaftet. Doch das muss nicht so sein: Wichtig ist eine gute Sozialisierung bereits für Wolfsspitz-Welpen sowie eine klare wie liebevolle Erziehung. So lässt sich dieses Verhalten in den meisten Fällen in die erwünschten Bahnen lenken oder kommt gar nicht erst auf.
Die richtige Erziehung und Haltung von Wolfsspitzen
Als aktiver und fröhlicher Begleiter passt der Wolfsspitz hervorragend in unternehmungslustige Familien. Er freut sich über viel Auslauf und sollte bestenfalls in einem Haus mit Garten gehalten werden, damit er seiner Leidenschaft als Wachhund nachkommen kann. Da der aufgeweckte Vierbeiner sehr anhänglich ist, solltest Du ihn selten beziehungsweise nicht lange alleine lassen. Er möchte aktiv am Familienleben teilhaben.
Wenn Du der Fellnase einen abwechslungsreichen Alltag mit viel Bewegung und hinreichenden Beschäftigungsgelegenheiten ermöglichen kannst, ist auch die Haltung in einer großen Wohnung denkbar. Wer ganztags berufstätig ist oder viele Freizeitaktivitäten verfolgt, an denen der Hund nicht teilhaben kann, sollte die Anschaffung des sehr nähebedürftigen Vierbeiners noch einmal überdenken.
Der Wolfsspitz ist aufmerksam und intelligent und möchte seinem Menschen stets gefallen. Daher gilt er als relativ leicht zu erziehen und ist auch als Anfängerhund denkbar. Bei der Erziehung des Wolfsspitzes kommt es auf Geduld, Einfühlungsvermögen und liebevolle Konsequenz an. Dies und die Vermeidung von Langeweile verhindern, dass er zum Kläffer wird.

Damit keine Langeweile aufkommt: So beschäftigst Du Deinen Wolfsspitz
Ein robuster und wetterresistenter Hund wie der Wolfsspitz liebt den Aufenthalt im Freien. Egal ob es regnet, schneit oder stürmt – der Wolfsspitz freut sich immer über ausgiebige Spaziergänge, bei denen er sich ordentlich austoben kann. Auch für die Teilnahme an Hundesportarten wie Agility oder Obedience lassen sich viele Rassevertreter begeistern. Sportliche Menschen, die gegen ein paar Stunden frische Luft am Tag nichts einzuwenden haben oder gerne mit ihrem Hund arbeiten beziehungsweise trainieren, können mit einem Wolfsspitz viel Freude haben.
Eine pflegeleichte, robuste Hunderasse
Als ursprüngliche Hunderasse ist der Wolfsspitz sehr robust und widerstandsfähig. Rassetypische Krankheiten oder Erbkrankheiten sind nicht bekannt. Er gilt außerdem als ausgesprochen pflegeleicht. Lediglich zur Zeit des Fellwechsels möchte er regelmäßig gebürstet werden.
Auch an seine Ernährung stellt er keine besonderen Ansprüche, solange Du ausreichend hochwertiges Futter bereitstellst. Natürlich solltest Du trotzdem einen Blick auf Symptome und Krankheitsanzeichen achten und diese beim Tierarzt abklären lassen. Dann bekommst Du mit dem Wolfsspitz ein treues, liebevolles Familienmitglied mit einer Lebenserwartung von 13 bis 15 Jahren.



