HomeRatgeberWieso schüttelt sich mein Hund, obwohl er trocken ist?

Wieso schüttelt sich mein Hund, obwohl er trocken ist?

Ob als Stress-Killer, Energiekick oder Föhn – es gibt verschiedene Gründe, aus denen sich Dein Hund schütteln kann. Deine Tierwelt verrät, was Du am Schütteln Deines Vierbeiners über sein Wohlbefinden ablesen kannst.

Dass sich unsere Lieblingsvierbeiner schütteln, nachdem sie in den See gehüpft sind, können wir ja noch verstehen. Schließlich ist das sozusagen ihr eingebauter Föhn – und das Fell danach fast wieder trocken. Aber ist Dir schonmal aufgefallen, dass sich Dein Hund auch schüttelt, wenn er trocken ist?

Hier erfährst Du, welche verschiedenen Gründe er dafür haben kann:

Hund schüttelt seinen Stress ab

Schüttelt sich Dein Hund, ohne dass Du dafür einen guten Grund erkennen kannst – zum Beispiel ein Bad oder Herumrollen im Dreck? Dann kann das ein gutes Anzeichen für Stress sein. Das Schütteln ist nämlich auch Teil der Körpersprache unserer Vierbeiner. Damit kommunizieren sie, dass sie gerade angespannt sind. Einige Hunde schütteln sich deshalb zum Beispiel nach dem Besuch beim Tierarzt.

Tierärzte: Hund beim Tierarzt
Foto: pixabay.com/jaminriverside

Eine weitere mögliche Stresssituation für Deinen Hund? Umarmungen! Denn auch wenn wir die direkte Nähe zu unseren Fellnasen genießen, bedeutete sie für einige Vierbeiner eher Stress. Deshalb ist es auch so wichtig, auf Stressanzeichen bei Hunden zu achten. So erkennst Du, wenn sich Dein Hund unwohl fühlt – und vermeidest solche Situationen für ihn in Zukunft. Auch nach aufregenden und potentiell stressigen Begegnungen mit anderen Hunden oder Menschen schütteln sich einige Hunde.

Wach schütteln

Wesentlich entspannter ist Dein Hund wahrscheinlich, wenn er sich nach einem Nickerchen schüttelt – gefolgt von einem genüsslichen Durchräkeln. Dann schüttelt er förmlich die Müdigkeit ab. „Das ist wahrscheinlich ähnlich dazu, wenn Du aus dem Bürostuhl aufstehst: ein schneller Stretch um die die Muskeln wieder aufzuwecken“, erklärt Hundetrainerin Kristin Benson gegenüber „This Dog‘s Life“.

Ein Hund liegt auf einer Wiese und gähnt.
Foto: unsplash.com/ Eduardo Gorghetto (Symbolfoto)

Anspannung abschütteln

Wenn Hunde besonders aufgeregt sind, schüttelt sie sich manchmal, um die überschüssige Energie loszuwerden und ihre Muskeln zu lockern. Das passiert zum Beispiel bei Vierbeinern, die voller Vorfreude herumspringen, wenn Du sie an die Leine nehmen willst. Sobald die Leine angelegt ist, schütteln sie sich. Dasselbe gilt, wenn Du nach Hause kommst.

Dein Hund schüttelt sich, wenn es ihm nicht gut geht

Manchmal kann das Schütteln hingegen andeuten, dass Dein Vierbeiner sich unwohl fühlt. Juckreiz, Haut- oder Ohrenprobleme können nämlich ebenfalls dazu führen, dass sich der Hund schüttelt. Wenn Du zusätzlich zum Schütteln andere Krankheitssymptome bemerkst, solltest Du ihn deshalb unbedingt zum Tierarzt bringen.

Hund kratzt sich.
Foto: pixabay.de/birgl (Symbolfoto)

Warum schütteln sich Hunde so gerne neben Menschen trocken?

Das wohl häufigste Schütteln bei Hunden ist aber das tatsächliche Trockenschütteln: Bei nassem Fell ist das ihre Methode, es wieder zu trocknen. Und die ist ganz schön effektiv: In nur vier Sekunden können Hund so rund 70 Prozent der Flüssigkeit aus ihrem Fell schleudern. Das ergab eine Studie von Forschern am Georgia Institute of Technology in Atlanta, USA.

Möglich wird das vor allem dadurch, dass die Haut bei Hunden relativ locker sitzt. So können sie ihr Fell viel weiter hin und her schwingen, als es der Bewegungsradius ihrer Wirbelsäule zulassen würde. Prof. Stanley Coren verdeutlicht das mithilfe einer Uhr: Die Wirbelsäule alleine kann zwischen 11 und 1 Uhr rotieren. Durch die lockere Haut erweitert sich der Radius auf 90 Grad, also von 9 bis 3 Uhr.

Ein nasser Hund schüttelt sein Fell trocken.
Foto: unsplash.com/Eve (Symbolfoto)

Übrigens ist das Trockenschütteln für Hunde vermutlich eine wichtige Überlebensstrategie. Denn das Fell an der Luft trocknen zu lassen, würde die Vierbeiner merklich abkühlen. Entsprechend viel Energie ginge dafür rauf. Genauer gesagt: ein Fünfter der täglichen Kalorienzufuhr bei einem 30 Kilogramm schweren Hund mit einem halben Kilo Wasser im Fell. Auch das untersuchten die Forscher in ihrer Studie.

Kommt es Dir manchmal so vor, dass sich Dein Hund ausgerechnet direkt neben Dir trocken schüttelt? Das kannst Du als Kompliment deuten: Experten vermuten, dass Hunde als soziale Tiere dann einfach die Nähe der Personen suchen, die ihnen Sicherheit schenken. Die Annahme, dass sich der Vierbeiner immer neben Dir schüttelt, könnte aber auch auf den sogenannten „Confirmation Bias“ zurückgehen: Die Male, in denen Dein Hund Dich nassgespritzt hat, bleiben Dir einfach stärker in Erinnerung als all die anderen Male.

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