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Wie viel Schlaf braucht mein Hund eigentlich wirklich?

Hunde haben ein anderes Schlafpensum als wir Menschen – und das kann bei Herrchen oder Frauchen schonmal zu Verwirrung fühlen. Wie lange ein Hund schlafen muss, und warum die Vierbeiner mehr Schlaf als wir brauchen? Deine Tierwelt weiß es.

Kommt es Dir auch manchmal so vor, als bestünde der Tag Deines Hundes nur aus spielen, fressen und schlafen? Ganz trügerisch ist dieser Eindruck nicht – denn tatsächlich brauchen die Vierbeiner jede Menge Schlaf und legen auch tagsüber einige Nickerchen ein. Hast Du Dich mal gefragt, wie viel Schlaf für Deinen Hund normal ist? Dann kommt hier die Antwort.

Die Frage nach dem typischen Schlafpensum eines Hundes hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab. Am entscheidendsten ist dabei das Alter Deines Hundes. Denn ja nach Entwicklungsphase braucht Dein Hund mal mehr und mal weniger Schlaf. Darüber hinaus können Rasse, körperliche Betätigungen und Gesundheit eine Rolle spielen.

So viel Schlaf braucht ein Welpe

Es kommt Dir vor, als würde Dein Welpe ständig schlafen? Das kommt nicht von ungefähr. Vor allem, weil Welpen zwar meistens nachts noch nicht durchschlafen, dafür aber tagsüber viel schlummern. Das liegt daran, dass die kleinen Vierbeiner noch im Wachstum sind. Wenn sie also nicht gerade herumtollen und hin und her flitzen, schlafen sie vor lauter Erschöpfung, erklärt Tierärztin Dr. Sara Ochoa gegenüber „Reader‘s Digest“.

Ein kleiner Welpe schläft auf einer Decke. Welpen brauchen mehr Schlaf als erwachsene Hunde.
Foto: unsplash.com/Isabela Kronemberger (Symbolfoto)

Eine Studie ergab, dass Welpen mindestens elf Stunden am Tag schlafen. Und Dr. Ochoa zufolge kann es sogar normal sein, dass die Junghunde bis zu 20 Stunden täglich schlummern.

Und wie lange können Welpen schlafen, ohne ihr Geschäft erledigen zu müssen? Dafür schlägt der Amerikanische Hundezuchtverband „American Kennel Club“ folgende Faustregel vor: Für jeden Monat, die Dein Hund alt ist, zählst Du eine Stunde plus eins. Ein fünfmonatiger Welpe könnte demnach sechs Stunden schlafen, bevor er nach draußen muss. Bei einem neun oder zehn Monate alten Hunde sind es dann schon bis zu zehn oder elf Stunden.

So viel Schlaf ist für einen erwachsenen Hund normal

Wenn Du einen erwachsenen Hund hast, braucht er vermutlich zwischen acht und 13 Stunden Schlaf am Tag. Außerdem schläft er nun wahrscheinlich die Nächte durch und macht tagsüber meistens nur noch Nickerchen. Allerdings kann auch ein ausgewachsener Hund wieder Phasen mit mehr Schlaf haben – zum Beispiel wenn er sich langweilt oder wenn er krank ist.

Ein junger Hund schläft auf einem Kissen.
Foto: unsplash.com/Dex Ezekiel (Symbolfoto)

Nähern sich die Vierbeiner dann ihrem Lebensabend, brauchen sie wieder fast so viel Schlaf wie Welpen. Kein Wunder: Aufgrund verschiedener körperlicher Beeinträchtigungen kann es für die Hunde buchstäblich schwieriger werden, durchs Leben zu gehen.

Wie die Hunderasse das Schlafpensum beeinflusst

Hängt das Schlafbedürfnis Deines Hundes auch von seiner Rasse ab? Tatsächlich kann sie einen Einfluss darauf haben. Schon alleine, weil einige Hunderassen aufgrund der Aufgaben, für die sie ursprünglich gezüchtet wurden, mehr oder weniger Energie haben.

Zum Beispiel mussten Arbeitshunde lange wach bleiben können, um zum Beispiel den Hof zu bewachen, Schlitten zu ziehen oder Menschen zu retten. Fällt diese Aufgabe weg, können die Vierbeiner ihren Schlafrhythmus allerdings anpassen und wieder mehr Zeit des Tages verschlummern.

„Arbeitsrassen die traditionell sehr aktive Aufgaben hatten, wie zum Beispiel Border Collies, scheinen lieber aktiv zu sein als zu schlafen, während sich ‚Schoßhündchen‘ wie Pekinesen vielleicht lieber ausruhen“, meint Tierärztin Dr. Jennifer Coates.

Manchmal schlafen Hunde in scheinbar unbequemen Position – wie hier auf dem Sofa.
Foto: unsplash.com/Curtis Thornton (Symbolfoto)

Große Hunde brauchen mehr Schlaf

Um sich zu bewegen müssen größere Hunde mehr Energie aufbringen als kleinere. Um die Speicher wieder aufzufüllen, schlafen die stattlichen Vierbeiner deshalb oft auch mehr. „Sehr große Rassehunde wie Mastiffs oder Bernhardiner schlafen für gewöhnlich viel mehr als andere Rassen. Das liegt an ihrer riesigen Größe. Beide können mehr als 100 Kilogramm wiegen“, erklärt Tierärztin Dr. Ochoa.

Wann schläft mein Hund zu viel?

Okay, jetzt haben wir gelernt, dass Hunde viel schlafen – und das auch normal ist. Aber kann ein Hund auch zu viel schlafen? Wann birgt der Schlaf vom Hund Grund zur Sorge? Generell solltest Du dabei auf folgende Warnsignale achten:

  • Verändert sich der Schlafrhythmus?
  • Wacht Dein Hund nur noch langsam auf?
  • Wird Dein Hund schnell müde, ruht sich an untypischen Orten aus und schafft sein normales Trainingpensum nicht mehr?

Dann spricht Einiges dafür, dass Dein Vierbeiner krank sein könnte. Besprich Deine Beobachtungen deshalb am besten mit dem Tierarzt Deines Vertrauens. Mögliche Ursachen für übermäßiges Schlafen können Depressionen, Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion sein.

Lassen sich medizinische Ursachen ausschließen, kann die Lösung ganz einfach sein: Vielleicht braucht Dein Hund einfach nur mehr Bewegung und Gassi-Runden.

Frau und Hund gehen Gassi.
Foto: unsplash.com/Patrick Hendry (Symbolfoto)

Können Hunde Schlafprobleme haben?

Schlaf ist wichtig für Deinen Hund – das dürfte Dir längst klar sein. Studien zeigen zum Beispiel, dass Hunde, die mehr schlafen, entspannter sind und glücklicher scheinen. Es gibt aber auch Umstände, die den Schlaf Deines Hundes negativ beeinflussen.

Eine Situation, die zumindest kurzfristig für einen schlechteren Schlaf sorgen kann, ist wenn Hunde in eine neue, trubelige Umgebung kommen. Das trifft zum Beispiel für viele Vierbeiner zu, die im Tierheim landen. Normalerweise können sich die Hunde allerdings schnell an das neue Umfeld gewöhnen und kehren dann auch zu ihrem normalen Schlafrhythmus zurück.

Experten zufolge können Hunde aber auch ähnliche Schlafstörungen wie Menschen haben. Darunter:

  • Narkolepsie: äußert sich zum Beispiel durch ständiges Schlafen tagsüber und Ohnmachtsanfälle. Kann vererbt werden, ist beispielsweise bei Rassen wie dem Labrador Retriever häufig. Ist unheilbar, aber nicht lebensbedrohlich, nicht alle Hunde müssen dagegen behandelt werden
  • Obstruktive Schlafapnoe: entsteht, wenn entspanntes Gewebe und Muskeln die Atemwege blockieren und kurze Atempausen (Apnöen) auslösen
  • REM-Schlafverhaltensstörung

Für Schlafapnoe sind vor allem Hunde mit kurzen Schnauzen wie Französische Bulldoggen anfällig. Das Problem lässt sich unter anderem durch Medikamente oder eine Operation beheben, manchmal reicht auch eine Veränderung im Lebensstil Deines Hundes – zum Beispiel eine Diät.

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