Seit August 2024 häufen sich Berichte über Hunde, die plötzlich extreme Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Die betroffenen Tiere jaulen und bellen ohne erkennbaren Grund, wirken panisch, zittern und hecheln stark. Manche laufen unkontrolliert umher oder versuchen sogar zu fliehen.
Fachleute sprechen von einer schweren neurologischen Störung, die in Anlehnung an die auffälligen Symptome als Werwolfsyndrom bezeichnet wird. Bisher gibt es keine eindeutigen Beweise für die Ursache, doch auffällig ist, dass viele betroffene Hunde kurz vor den ersten Symptomen Barkoo-Kauknochen gefressen hatten.
Behörden warnen vor Barkoo-Kauknochen
Mehrere europäische Länder, darunter Finnland, Dänemark und die Niederlande, haben bereits behördliche Warnungen herausgegeben. Jetzt meldeten sich auch die französischen Behörden zu Wort und sprachen dieselbe Warnung für die unter Verdacht stehenden Produkte von „Barkoo“ aus. Halter sollten folgende Produkte vorsichtshalber nicht mehr an ihre Hunde verfüttern. Die Geschäfte erstatten den Kaufpreis zurück:
- Barkoo Kauknochen, geknotet, natur, 11 cm, 150 Gramm Packung mit drei Kauknochen, Code 1148592, MHD 07.2027 3200PF027, Barcode 4260077046875
- Barkoo Kaustange natur 29 cm, 570 Gramm mit drei Kauknochen, Code 1148655, MHD 04.2027 3200PF027, Barcode 4260077047292
- Barkoo Kauknochen geknotet, 24 cm, 150 Gramm mit drei Kauknochen, Barcode 4260077046899, Code 1148657, MHD 05.2027 3200PF027
- Barkoo Kauknochen geknotet mit Spirulina 12 cm, 180 Gramm mit drei Kauknochen, Barcode 4260077047261, Code 1148654, MHD 06.2027 3200PF027
Der Onlinehändler Zooplus hat seine Kunden bereits informiert und betroffene Produkte aus dem Sortiment genommen. Auch Käufer von Barkoo-Kauartikeln aus Schweinehaut oder Huhn wurden per Mail kontaktiert. Die Untersuchungen zum mysteriösen Werwolfsyndrom dauern währenddessen an.
Experten der Tierärztlichen Hochschule Hannover forschen bereits seit Wochen an den Ursachen und bitten Halter, an einer Umfrage teilzunehmen. Auch Halter, der Hunde bislang nicht betroffen sind, sollen die Umfrage ausfüllen.
Werwolfsyndrom: Was tun bei Symptomen?
Hunde mit plötzlichen neurologischen Auffälligkeiten sollten umgehend einem Tierarzt oder einer Tierklinik vorgestellt werden. Besonders wichtig ist, das Tier sicher zu führen, da es unberechenbar reagieren kann. Ein Geschirr und eine doppelte Leine bieten zusätzliche Kontrolle. Zudem sollten laute Geräusche und andere Umweltreize vermieden werden, da sie die Anfälle verstärken könnten, berichtet das „ZDF“.
In den meisten Fällen verschwinden die Symptome aber zum Glück wieder – entweder von selbst oder mit Medikamenten. Je nach Schwere der Anfälle kann eine Behandlung mit angstlösenden und beruhigenden Arzneimitteln erforderlich sein. Als Alternative zu Kauknochen empfehlen Experten Spielzeuge mit Futter zu befüllen, um den Hund zu beschäftigen.



