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Welpen aus dem Tierheim und Tierschutz: 5 wichtige Infos

Wer sich einen Welpen in die Familie holen möchte, muss so manche Entscheidung treffen. Dabei stellt sich nicht nur die Frage, welche Hunderasse am besten zur eigenen Lebenssituation passt – sondern auch, woher der Welpe kommen soll.

Nicht alle wünschen sich einen Rassehund. Manche Menschen entscheiden sich ganz bewusst für einen Mischling oder suchen gezielt nach einem sogenannten Hybridhund. Vielleicht kommt ja aber auch ein Welpe aus dem Tierheim in Frage?

Viele Menschen sind überrascht, wenn sie hören, dass es im Tierheim Welpen geben soll. Fakt ist: Welpen und Kitten haben im Tierheim erfahrungsgemäß die besten Vermittlungschancen. Aber wie kommen Hunde- und Katzenkinder überhaupt ins Tierheim und was gilt es zu beachten, wenn Du einen Welpen aus dem Tierheim adoptieren willst?

Wieso landen Welpen im Tierheim?

Welpen werden aus den verschiedensten Gründen abgegeben. Häufig ist Überforderung die Ursache, insbesondere wenn der Hund unüberlegt angeschafft wurde. Das trifft vor allem für Junghunde zu, die nicht mehr ganz so süß und klein wie die ursprünglich gekauften Welpen sind.

Es ist grundsätzlich nicht empfehlenswert, Tiere ohne ausführliche Recherche und Überlegung anzuschaffen. Daher sind Welpen als Weihnachts- oder Überraschungsgeschenke ungeeignet.

Pitbull im Tierheim
Foto: pexels.com/Rachel Claire (Symbolfoto)

Beschlagnahmungen aus Tierschutz- oder Animal-Hoarding Fällen sind ebenfalls Gründe, die einen Welpen ins Tierheim bringen können. Manchmal werden die Kleinen sogar dort geboren, denn auch trächtige Hündinnen werden ausgesetzt.

Welpen sollten mit Alltagsgeräuschen aufwachsen – im Tierheim ist das schwierig

Nicht alle Tiere kommen mit einem Leben im Tierheim gut zurecht. Für viele Vierbeiner bedeutet die Unterbringung auf engem Raum, noch dazu mit vielen anderen Artgenossen, enormen Stress. Welpen ertragen die Situation zwar meist etwas besser, profitieren aber auch nicht davon. Denn gerade Welpen und Junghunde befinden sich in einer Lebensphase, in der sie möglichst viel kennenlernen sollten.

Besonders wichtig sind die Gewöhnung an Alltagsgeräusche (zum Beispiel Fernseher, gelegentliche Musik, Waschmaschine), ans Autofahren und nach den ersten Lebenswochen natürlich auch an das spätere Leben in der Stadt.

Ein Hundewelpe schaut traurig in die Kamera.
Foto: unsplash.com/ Bharathi Kannan (Symbolfoto)

Eine umfassende Betreuung, wie sie nötig wäre, ist im Tierheim meistens gar nicht möglich. Welpen aus dem Tierheim sollten deshalb so schnell wie möglich vermittelt werden. Ein seriöser Züchter kann sich für die Vermittlung seiner Welpen viel Zeit lassen, ohne dass ihre Entwicklung dadurch beeinträchtigt wäre.

Was spricht für einen Welpen aus dem Tierheim?

Wenn Du Dich für einen Welpen aus dem Tierschutz entscheidest, hilfst Du natürlich einem Tier in Not und Du kannst ihm ein liebevolles Zuhause bieten. Vor Verhaltensauffälligkeiten braucht man bei den Hundekindern in der Regel keine Angst zu haben. Eine Ausnahme bilden Welpen, die schwer traumatisiert oder sogar misshandelt worden sind. Auf eine solche Vorgeschichte wirst Du im Tierheim aber hingewiesen, denn sie erfordert einen besonders sensiblen Umgang und Fingerspitzengefühl in der Hundeerziehung.

Tierheime legen im Normalfall großen Wert auf die ersten Lebenswochen der Welpen und bemühen sich tatkräftig, den Kleinen möglichst viel beizubringen. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein im Tierheim aufgewachsener Welpe noch nicht allzu viel kennengelernt hat. In diesem Fall ist Geduld gefragt, um den Kleinen langsam an das Leben außerhalb des Tierheimes heranzuführen.

Da Welpen sehr lernfähig und neugierig sind, verstehen sie glücklicherweise oft schnell, dass sie von ihrer Umwelt nichts zu befürchten haben. Scheu Dich nicht, die Tierheimmitarbeiter zu fragen, was die Welpen schon wissen und was im neuen Zuhause nachgeholt beziehungsweise beigebracht werden muss.

Cocker Spaniel Welpe
Foto: unsplash.com/Paul Bryan (Symbolfoto)

Obwohl der Preis beim Welpenkauf eine untergeordnete Rolle spielen solle – schließlich müssen auch finanzielle Polster da sein, um im Notfall einen teuren Tierarztbesuch zu bezahlen – sind Tierheimhunde gegenüber Rassehunden sehr viel günstiger.

Obwohl Du meist nur eine Schutzgebühr von circa 150 bis 350 Euro zahlen musst, sind die Welpen geimpft, entwurmt, haben einen EU-Heimtierausweis und wurden regelmäßig tierärztlich untersucht. Also kannst Du sicher sein, einen gesunden Hund zu bekommen. Sollte es Auffälligkeiten oder Vorerkrankungen geben, wird das Tierheim darauf hinweisen.

Und was spricht für einen Welpen vom Züchter?

Stammt der Welpe von einem seriösen Züchter, weißt Du, woher er kommt und wie er aufgewachsen ist. Bei Tierheimhunden lässt sich das nicht immer nachvollziehen. Auch Jahre nach der Vermittlung bleibt der Züchter für viele Hundehalter ein wichtiger Ansprechpartner – das können Tierheimmitarbeiter selbstverständlich nicht leisten. In einer guten Zucht werden die Elterntiere außerdem auf erblich bedingte Krankheiten untersucht.

Bei Auszug erhalten die Welpen darüber hinaus eine Ahnentafel und häufig auch ein kleines Starter-Paket mit dem gewohnten Hundefutter, einer Decke oder einem Spielzeug. Bei einem Welpen aus dem Tierheim musst Du auf Papiere in der Regel verzichten. Deshalb darfst Du mit Hunden aus dem Tierheim normalerweise nicht züchten und die Ungewissheit hinsichtlich erblicher Krankheiten bleibt. Solltenst Du also auf der Suche nach einer Hündin oder einem Rüden für die Zucht sein, ist das Tierheim nicht die richtige Adresse.

Achtung: Bei unseriösen Züchtern beziehungsweise. sogenannten „Vermehrern“ musst Du befürchten, dass weder die Elterntiere noch die Welpen untersucht und die Tiere nicht geimpft werden. Zusätzlich stehen häufig übertypisierte und gesundheitsschädliche Rassemerkmale im Vordergrund der Zucht  (zum Beispiel kurze Nasen bei Französischen Bulldoggen oder der stark abfallende Rücken bei Schäferhunden). Solche Züchter solltest Du im Interesse der Tiere nicht durch einen Welpenkauf unterstützen.

Hinweis in eigener Sache: Das DeineTierwelt-Magazin ist ein Angebot des Unternehmens DeineTierwelt, das selbst eine Online-Plattform zur Vermittlung von Haustieren betreibt. Die Redaktion arbeitet unabhängig davon nach rein journalistischen Standards. Was DeineTierwelt gegen den illegalen Welpenhandel unternimmt, kannst Du unter anderem hier nachlesen.

Von einem guten und verantwortungsbewussten Züchter erhältst Du einen gesunden und gut sozialisierten Welpen, der die wichtigsten Dinge schon kennengelernt hat. Aber auch ein Welpe aus dem Tierheim kann ein toller und unkomplizierter Familienhund werden. Wenn Du auf der Suche nach einem Welpen bist, kannst Du auch bei bekannten Tierschutzorganisationen und in Tierheimen nach dem richtigen Vierbeiner suchen. Vielleicht wartet ja dort der richtige tierische Partner auf Dich.

Checkliste: Was Du wissen musst, bevor Du einen Welpen aus dem Tierheim adoptierst

 1. Tierheime vermitteln nicht an jeden

Tierpfleger sind bestrebt, jedes Tier in ein dauerhaftes Zuhause zu vermitteln. Deshalb sind sie bei der Vermittlung auch besonders streng und sehen bei den Interessenten ganz genau hin. Dazu gehört auch, dass die Lebensumstände der potenziellen Hunde-Eltern geprüft werden. Es muss zum Beispiel gewährleistet sein, dass der Vierbeiner nicht regelmäßig lange alleine ist und seine medizinische Versorgung gewährleistet wird.

Du musst also über ein regelmäßiges Einkommen verfügen. Ebenfalls oft gefordert: Eine Bestätigung vom Vermieter, dass die Hundehaltung erlaubt ist. Die meisten Tierheime führen nach der Vermittlung außerdem eine sogenannte Nachkontrolle durch. Die soll sicherstellen, dass im neuen Zuhause wirklich alles in Ordnung ist.

2. Erfrage die Herkunft des Welpen und die Hintergründe der Abgabe

Es ist wichtig zu wissen, aus welchen Umständen der Welpe stammt und wie er in den ersten Lebenswochen aufgewachsen ist. So kannst Du bereits erahnen, ob er auf neue Situationen eher ängstlich oder souverän reagieren wird. Schlechte und traumatische Erfahrungen spiegeln sich oft im Verhalten der Tiere wieder.

Gerade Anfänger trauen sich Hunde mit so einem Hintergrund häufig nicht zu – das ist in Ordnung! Wer keine Hundeerfahrung hat, muss sich nicht gleich der größten Herausforderung annehmen und tut einem schwer traumatisierten Hund mit seiner eigenen Unsicherheit auch keinen Gefallen.

3. Finde die Rasse des Hundes und seine Haltungsansprüche heraus

Bei den meisten Welpen aus dem Tierschutz lässt sich nicht sicher sagen, um welche Hunderasse es sich handelt. Und auch, wenn optisch alles für einen Dobermann spricht, kann zumindest die Reinrassigkeit der Tiere selten gewährleistet werden. Oft kann der Tierarzt nur schätzen, wie groß die Kleinen mal werden.

Viele Tierheim-Hunde sind Mischlinge, bei denen sich allenfalls erahnen lässt, welche Rassen in ihnen stecken. Dennoch ist es sinnvoll zu erfragen, welche Rassen als wahrscheinlich gelten. Ein Hütehund-Mix muss anders gefordert werden als ein Malteser-Mischling.

4. Besuch das Tierheim mehrmals, damit der Welpe sich an Dich gewöhnen kann

Du kannst nicht einfach im Tierheim vorbeikommen, einen Welpen aussuchen und ihn direkt mitnehmen. Wie beim Züchter wird auch im Tierheim auf ein gegenseitiges Beschnuppern und langsames Kennenlernen von Mensch und Tier gesetzt. Mehrmalige Besuche sind normal und wichtig, damit der Welpe sich an Dich gewöhnen kann. Das Tierheim benötigt außerdem eine gewisse Zeit, um zu überprüfen, ob Du die Kriterien für eine Vermittlung erfüllst.

5. Darauf solltest Du bei Vermittlungen aus dem Ausland achten

Wenn Du einen Vierbeiner ins Auge gefasst haben, der vom ausländischen Tierschutz vermittelt wird, musst Du Dich besonders gut informieren, um Betrüger von seriösen Tierschutzorganisationen zu unterscheiden. Einfach Geld ins Ausland zu überweisen, um den angeblichen Flug eines Hundes zu bezahlen, ist keine gute Idee.

Informiere Dich immer vorab über die Organisation, suche in Internetforen nach Erfahrungsberichten von anderen Hundehaltern und geh unbedingt sicher, dass es sich um ein reales Angebot handelt. Informiere Dich auch, wie Du Dich vor Betrügern im Internet schützen können.

In südlichen Ländern wie Spanien oder Griechenland können sich Hunde außerdem mit den sogenannten Mittelmeerkrankheiten infizieren. Dazu zählt zum Beispiel Leishmaniose. Sprich die vermittelnde Tierschutzorganisation auf mögliche Krankheiten an und informiere Dich auch selbstständig über die Risiken.

Wenn Du Dich für einen Welpen entschieden hast und das Tierheim beziehungsweise die Tierschutzorganisation der Vermittlung zugestimmt hat, wird es ernst: Bereite den Einzug des Welpen vor, damit er sich bei Dir wohl fühlt. Dann steht einem Zusammenleben mit dem Vierbeiner nichts mehr im Weg.

1 Kommentar

  1. Also was das gleich mit nach Hause zu nehmen halte ich fúr absolut fúr nicht richtig. Man kann ja ein Probewohnen vereinbaren, um zu sehen, ob der Hund in heimischer Umgebung sich wohlfúhlt und es ihm gefàllt oder nicht. Auch ob der Hund wirklich zur Familie passt, kann man am besten beim Probewohnen herausfinden und nicht bei mehrmaligen Besuchen im Tierheim. Ich hatte nich nie Probleme, wenn ich meine Hund sofort mit nach Hause genommen habe und ich halte dies fúr absolut sinnlos. Was ist, wenn man einige Kilometer weg wohnt? Man kann einfach nicht ófter hinfahren, nur um zu sehen wie sich der Hund in gewohnter Umgebung gibt. Heimische Umstànde sind da maßgebend und nicht nur, was das Tierheim denkt.

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