Du wärst ein guter Hundehalter, aber dir fehlt der passende Vierbeiner? Bei über 300 Hunderassen gestaltet sich die Wahl oft schwer. Welche Rasse passt zu dir und von welcher solltest du besser die Finger lassen? Oder soll es vielleicht gar kein Rassehund, sondern eher ein Mischling werden? Käme auch ein Tierheimhund in Frage? Wir helfen dir bei der Entscheidungsfindung.
Diese Fragen helfen dir die Auswahl einzuschränken:
- Welche Fitnessansprüche hat die Rasse?
- Gilt die Rasse als besonders intelligent und braucht viel geistige Beschäftigung?
- Welche körperlichen Voraussetzungen bringt die Rasse mit?
- Gibt es rassespezifische Krankheiten?
- Welche zusätzlichen Kosten sind mit dieser Rasse verbunden?
- Wie ist der Pflegeaufwand? Musst du mit der Rasse zum Hundefriseur?
- Muss ich bestimmte Auflagen erfüllen, weil die Rasse in meinem Bundesland als sogenannter Listenhund („Kampfhund“) geführt wird?
- Ist die Rasse besonders bellfreudig und könnte das meine Nachbarn stören?
- Hat die Rasse einen besonders starken Jagdtrieb und kann ich ggf. für eine sinnvolle Ersatzbeschäftigung sorgen?
- Passen meine Lebensumstände zu der Rasse?
- Gilt die Rasse als selbstbewusst und traue ich mir die Erziehung zu?
- Bin ich körperlich in der Lage den ausgewachsenen Hund festzuhalten?
Natürlich musst du dich nicht für einen Rassehund entscheiden. Auch Mischlinge oder Hybridhunde können tolle Hunde sein. Bedenke auf jeden Fall, dass ein Welpe mehr Arbeit macht als ein erwachsener Hund.
Jeder Hund ist anders
Die Hunderasse ist keine Garantie für bestimmte Wesensmerkmale. Viel hängt von den Erfahrungen im Welpenalter ab und auch du trägst einen wesentlichen Teil zur Entwicklung deines Hundes bei. Jeder Vierbeiner hat seinen eigenen Kopf. Lass ihm also Raum zur Entfaltung und sei nicht enttäuscht, wenn er sich anders entwickelt als es für seine Rasse typisch ist.
Oft macht sich allerdings bemerkbar, für welchen Zweck der Hund ursprünglich gezüchtet wurde. Ein Wachhund wie der Hovawart hat in der Regel immer ein gesundes Misstrauen Fremden gegenüber, während der Mops als Wachhund denkbar ungeeignet wär.
Für Mischlinge gilt: Versuch so viel wie möglich über die Rassen herauszufinden, die wahrscheinlich in deinem zukünftigen Vierbeiner stecken. Wähle eine Hunderasse nie nur nach dem Aussehen aus!
Manche Dinge passen einfach nicht zusammen: Wenn du planst regelmäßig Radtouren mit deinem Vierbeiner zu unternehmen, entscheide dich nicht für einen Chihuahua. Und wenn du den Vierbeiner täglich in den fünften Stock tragen musst: Überleg lieber noch mal, ob ein Bernhardiner wirklich eine gute Idee ist.
Welche Eigenschaften und Ansprüche soll dein Hund haben?
Du suchst einen vierbeinigen Sportjunkie, mit dem du eine Radtour unternehmen kannst? Du willst bei jedem Wetter mit deinem Hund in die Natur und gemeinsam mit ihm Abenteuer erleben? Oder suchst du doch eher einen wohlfühlorientierten Stubenhocker, der bei Regen und Schnee am liebsten auf dem Sofa faulenzt und sich den Bauch kraulen lässt?
Wir haben einigen Hunderassen für dich aufgelistet:
Hunderassen für Aktive & Motivierte
Diese Hunderassen eignen sich für aktive Menschen, die Lust haben, einen Hund auch geistig auszulasten. Du hast Spaß an Bewegung, viel Zeit und interessierst dich für Hundesport? Dann könnte eine der folgenden Hunderassen für dich in Frage kommen.
- Australian Cattle Dog
- Australian Shepherd
- Bearded Collie
- Border Collie
- Boston Terrier
- Collie
- Dalmatiner
- Deutscher Schäferhund
- Dobermann
- Golden Retriever
- Labrador Retriever
- Malinois
- Pudel
- Rhodesian Ridgeback
- Sheltie (Shetland Sheepdog)
Hunderassen für Gemütliche & Stadtmenschen
Diese Hunderassen benötigen zwar Bewegung, allerdings handelt es sich bei ihnen eher um bequeme Zeitgenossen. Bei kalten Temperaturen bleiben sie lieber im Haus und erledigen nur schnell ihr Geschäft im Freien. Sie spielen und toben zwar gerne, aber ein umfangreiches Sportprogramm benötigen sie in der Regel nicht.
- Bichon Frisé
- Bologneser
- Bolonka Zwetna
- Cavalier King Charles Spaniel
- Chihuahua
- Chinese Crested
- Französische Bulldogge
- Havaneser
- Japan Chin
- Löwchen (Petit Chien Lion)
- Malteser
- Mops
- Papillon
- Pekingese
- Shih Tzu
- Yorkshire Terrier
Hunderassen für Familien
Bei der richtigen Erziehung und einer entsprechenden Sozialisierung im Welpenalter kann jeder Vierbeiner zu einem tollen Familienhund werden. Trotzdem gibt es Rassen, die von Familien besonders gerne gehalten werden und ihren Job als Kinderspielgefährte erfahrungsgemäß richtig gut machen.
- Berner Sennenhund
- Bernhardiner
- Bobtail
- Border Collie
- Boxer
- Deutsche Dogge
- Eurasier
- Golden Retriever
- Labrador Retriever
- Leonberger
- Neufundländer
- Portugiesicher Wasserhund
- Shar Pei
Hunderassen für Sportskanonen
Diese Vierbeiner sind die Leistungssportler unter den Hunden. Sie wollen laufen, rennen und sich viel an der frischen Luft Bewegungen. Unter anderem Schlittenhunde- oder Windhunderennnen lasten diese Rassen artgerecht aus.
- Afghanischer Windhund
- Alaskan Malamute
- Barsoi
- Greyhound
- Irish Wolfhound
- Saluki
- Siberian Husky
- Sloughi
- Whippet
Hunderassen für Jäger
Diese Hunderassen wurden ursprünglich zur Jagd eingesetzt und haben deshalb einen starken Jagdtrieb. Sie sollten bestenfalls von Jägern gehalten werden, die ihre angeborenen Talente zu fördern wissen. Wer eine dieser Rassen halten, aber nicht zur Jagd einsetzen möchte, muss unbedingt für eine sinnvolle Ersatzbeschäftigung sorgen. Achtung: Der Jagdtrieb kann dem Hund nicht abgewöhnt, sondern durch die richtige Erziehung nur kontrolliert werden.
- Basset Hound
- Beagle
- Dackel
- Deutsch Drahthaar
- Irish Red Setter
- Magyar Vizsla
- Rhodesian Ridgeback
- Weimaraner
Wach- und Schutzhunde
Früher bewachten diese Hunde Haus, Herde und Hof. Heute sind sie vielseitig einsetzbar und werden oft als Familienhunde gehalten. Allerdings darf man ihre rassespezifischen Eigenschaften nicht unterschätzen. Die meisten dieser Rassen sind recht bellfreudig und melden beispielsweise, wenn sich im Hausflur jemand bewegt. Die Ausbildung zum Schutzhund ist in der Regel nur für Diensthunde sinnvoll und sollte immer unter fachkundiger Anleitung erfolgen. In manchen Vereinen und Verbänden ist sie jedoch auch erforderlich, wenn der Hund zur Zucht eingesetzt werden soll.
So findest du den passenden Hund
Wenn du bei der Entscheidung die Bedürfnisse und Eigenschaften der Rasse berücksichtigst, solltest du keine Schwierigkeiten haben schnell den richtigen Hund für dich zu finden. Versteif dich bei der Wahl nicht zu sehr auf die Wesensmerkmale, aber unterschätz die rassespezifischen Charakterzüge auch nicht. Aus einem Border Collie wirst du keinen Schoßhund machen und aus einem Bernhardiner keinen Agility-Champion.
Wenn du dich für eine Rasse entschieden hast, wird es Zeit die Grundausstattung für den Welpen zu kaufen. Du hast schon alles wichtige für deinen Vierbeiner und es fehlt nur noch der Welpe? Wir helfen dir dabei einen seriösen Züchter zu finden!



