Waschbären sehen mit ihrer schwarzen Maske, ihren Knopfaugen und den kleinen Pfoten durchaus niedlich aus. Aber das bedeutet nicht automatisch, dass sie als Haustiere geeignet sind. Im Gegenteil, Waschbären sind wilde Tiere und gehören nicht in Wohnungen. Das Halten von Waschbären als Haustiere ist eine Form der Tierquälerei.

Ein Wildtier hat im Haus nichts zu suchen
Waschbären leben in freier Wildbahn und haben instinktive Verhaltensweisen, die sie in einer menschlichen Umgebung nicht ausleben können. Als Haustiere sind sie nicht in der Lage, ihre natürlichen Instinkte auszuleben, wie zum Beispiel das Klettern auf Bäume, das Graben von Löchern oder das Jagen von Beute. Das Fehlen dieser Aktivitäten kann dazu führen, dass Waschbären frustriert, ängstlich oder sogar aggressiv werden. Waschbären benötigen viel Platz, sowie spezielle Nahrung, die ihren Bedürfnissen entspricht.
Sind Waschbären eine Bedrohung?
Die Waschbärpopulation in Deutschland wird immer größer. Und so süß sie auch aussehen: Die Tiere richten viel Schaden an und sind eine Bedrohung für unsere heimische Artenvielfalt.
Sie kommen ursprünglich aus Nordamerika. Er wurde in den 20er Jahren von Pelzhändlern nach Deutschland gebracht. Anfangs wurde er ausschließlich auf Pelzfarmen gehalten, da sein Fell sehr beliebt war und die Pelzhändler viel Geld damit verdienten. 1934 fand dann die erste, behördlich genehmigte und offiziell dokumentierte Aussetzung statt.
Der Waschbär gehört zur Gattung der Kleinbären. Eine schwarz gefärbte „Maske“ rund um die Augen ziert sein Gesicht. Waschbären fühlen sich in Laub– und Mischwäldern sehr wohl, mögen aber auch Bergwälder, Salzwiesen und urbane Gebiete. Sie sind Einzelgänger und finden nur zur Paarungszeit zusammen. Wissenschaftler stellten jedoch fest, dass mehrere Waschbären im gleichen Revier leben, sich aber aus dem Weg gehen.
Die Paarungszeit der Waschbären ist von Frühling bis Herbst, wobei die Tragzeit circa 65 Tage beträgt. Um die Aufzucht kümmert sich die Mutter bis zum vierten Monat alleine. Ab dann sind die Jungen alt genug und können für sich selbst sorgen. In freier Wildbahn erreichen die Waschbären meist nur ein Durchschnittsalter von ein bis drei Jahren, viele werden Opfer von Jägern oder Verkehrsunfällen. Ein in Gefangenschaft lebender Waschbär kann jedoch ein Alter von 10 – 15 Jahren erreichen.
Die Ernährung eines Waschbären
Waschbären sind „Allesfresser“. Im Frühjahr fressen sie am liebsten Insekten, Würmer oder Käfer, im Herbst lieber kalorienhaltiger Kost wie beispielsweise Obst oder Nüsse. Beliebt sind auch Frösche, Kröten oder Salamander.
Waschbären sind Überlebenskünstler
Seit Jahren wird versucht den Waschbärbestand in Deutschland zu minimieren. Denn er richtet nicht nur Schäden in den Städten an, sondern ist auch eine Bedrohung für unsere heimische Artenvielfalt und Fauna. Doch der kleine Überlebenskünstler lässt sich nicht so einfach vertreiben. Mittlerweile sind es so viele geworden, dass eine Bestandsminimierung ziemlich schwierig ist. Da der natürliche Lebensraum des Waschbären immer kleiner wird und die Stadtregionen immer größer, musste er sich anpassen. Er findet sowohl im Wald, als auch in der Stadt genug Nahrung, um zu überleben. Leider macht er sich mit seinen nächtlichen Streifzügen durch die Städte und Gärten nicht besonders beliebt. Wenn sie auf Nahrungssuche sind, nehmen sie keinerlei Rücksicht. Sie plündern Mülltonnen und graben Gärten um.
Die kleinen Bären sind in Städten zu einer regelrechten Plage geworden und richten viel Schaden an. Sind sie erst einmal da, lassen sie sich nicht so einfach wieder verscheuchen. Es ist auch schon vorgekommen, dass sie unsere Haustiere als Futterkonkurrenten angesehen haben und es zu Angriffen kam.
So sicherst Du Deinen Garten gegen Waschbären
Die Tierschutzorganisation NABU hat ein paar Tipps zusammengestellt, wie Du die kleinen Bären gar nicht erst anlockst und wie Du Deinen Garten ein bisschen Waschbär sicherer macht.
- bewahre Deine Mülltonnen und Abfälle unzugänglich auf. Am besten stellst Du diese in eine gut verschlossene Garage
- stell die Mülltonnen erst am Tag der Abholung raus und achtet darauf, dass diese einen halben Meter von Mauern, Zweigen und Zäunen entfernt stehen
- werfe kein Fleisch oder Fisch, keine Milchprodukte, Brot oder Obst auf den Kompost.
Gemüse – oder Gartenabfälle finden sie eher uninteressant - werfe keine Essensreste in öffentliche Papierkörbe
- lass das Futter für Dein Haustiere nicht über Nacht draußen stehen
Wenn Du Dich an diese kleinen Tipps hältst, findet der Waschbär Deinen Garten sicherlich schnell uninteressant und richtet auch keinen Schaden an.



