Mischlinge haben in Deutschland viele Fans: Noch vor dem Labrador Retriever und dem Deutschen Schäferhund landen sie Jahr für Jahr ganz vorne im Ranking der beliebtesten Hunderassen. Und das, obwohl sie ja streng genommen eben keine Rassehunde sind.
Mehr als eine Millionen Mischlingshunde sind beim Heimtierregiester des „Tasso e.V.“ registriert. Und das ist kein Wunder: Manchmal etwas abfällig als „Promenadenmischung“ bezeichnet, überzeugen Mischlingshunde dennoch häufig als robuste und liebevolle Gefährten.
Dabei ist Mischling natürlich nicht gleich Mischling. Immerhin gibt es rund 350 vom kynologischen Dachverband FCI anerkannte Hunderassen – und daraus unzählige Kreuzungen und Mischlinge.
Im Gegensatz zu Rassenhunden, die auf bestimmte äußerliche Merkmale gezüchtet werden, können Mischlinge deshalb kleine Überraschungspakete sein. Wie groß und schwer ein Mischling mal wird, lässt sich beispielsweise oft nicht so genau vorhersagen wie bei Rassehunden. Gleichzeitig sind sie aber auch weniger anfällig für Erbkrankheiten – denn durch die Kreuzung verschiedener Rassen erweitert sich der Genpool und das Risiko für „typische“ Krankheiten sinkt.

Fest steht auch: Durch die Kreuzung verschiedener Rassen sind die Vierbeiner einzigartig – äußerlich, aber auch charakterlich. Und so findet garantiert jeder Hundefreund eine Fellnase, die perfekt zu ihm passt.
Welpen-Mafia verkauft auch Mischlinge
Dass Mischlinge so beliebt sind, war aus Tierschutzsicht lange ein gutes Zeichen: Denn wann immer einzelne Rassen zu Trendhunden werden, fördert dies häufig den illegalen Welpenhandel. „Steigt die Nachfrage nach einzelnen Rassen plötzlich massiv an, können seriöse Züchter die Nachfrage kaum befriedigen. Das öffnet Verbrechern Tür und Tor. Sie verkaufen zu junge und oft kranke Welpen von unseriösen Vermehrern, die häufig im Ausland tätig sind“, erklärt etwa Philip McCreight, Leiter des „Tasso e.V.“.
Der Tierschutzstiftung „Vier Pfoten“ zufolge wäre es jedoch trügerisch zu glauben, dass die Welpen-Mafia ausschließlich Rassehunde verkauft. „Grundsätzlich freut uns die Beliebtheit von Mischlingshunden sehr, denn immer wieder entwickeln sich einzelne Rassen zu sogenannten Trendhunden, die dann stark unter einer intensiven Züchtung leiden“, sagt Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei „Vier Pfoten“. „Allerdings sind sie ebenso wie reinrassige Hunde vom illegalen Welpenhandel betroffen.“

1.000 Euro für einen Mischlings-Welpen
Dabei sind die Maschen der illegalen Händler sehr gewieft. Mittlerweile sind die Anzeigen auf Online-Plattformen selbst für Experten schwer zu erkennen, weil der illegale Welpenhandel auf die Nachfrage reagiert. Dabei verlangen die Händler für illegal gehandelte Mischlingswelpen ebenfalls oft mehr als 1.000 Euro pro Welpe. Ein niedriger Preis ist also längst kein hilfreiches Indiz mehr, um die Welpen-Mafia zu entlarven.
„Deswegen brauchen wir endlich eine gesetzliche Regelung, die Online-Plattformen dazu verpflichtet, die Identität von Verkäuferinnen und Verkäufern sowie dem angebotenen Tier zuverlässig zu überprüfen“, fordert „Vier Pfoten“. Auf der Suche nach einem Hund rät die Stiftung, zunächst im örtlichen Tierheim nach passenden Mischlingshunden zu schauen.



