HomeKatzenWarum mögen Katzen Menschen, die keine Katzen mögen?

Warum mögen Katzen Menschen, die keine Katzen mögen?

Katzen sind manchmal mysteriöse Geschöpfe. Nicht selten ärgern sich Katzenliebhaber, dass die sensiblen Samtpfoten sie keines Blickes würdigen – und sich viel mehr für diejenigen interessieren, die ihnen gegenüber abweisend sind. Woran liegt das? Hier gibt's die Antwort.

Bestimmt hast Du die Situation schon einmal erlebt: Zwei Freunde sind zu Besuch, der eine riesiger Katzenfan, der andere kann mit den Samtpfoten so gar nichts anfangen. Nun kommt es zum Kuriosum: Dein Stubentiger interessiert sich brennend für den „Katzenhasser“ und geht in die Schmuseoffensive – während der Katzenfreund keines Blickes gewürdigt wird. Woran liegt das?

Neue Forschungen von Tierverhaltenswissenschaftlern der Nottingham Trent University und der University of Nottingham haben ergeben, dass das Verhalten der Menschen dafür verantwortlich ist. Während die meisten Hunde jeden Menschen mit Zuneigung überschütten, sind Katzen viel vorsichtiger. Die sensiblen Samtpfoten haben ein paar mehr Regeln und Bedingungen, bevor sie sich für einen Menschen erwärmen.

Katzen mögen es nicht, angestarrt zu werden

Und dabei verhalten sich „Katzenhasser“ oft unfreiwillig richtig. Katzen mögen es nicht, angestarrt zu werden. Das empfinden sie als Bedrohung. Außerdem haben die Vierbeiner sensible Bereiche, an denen sie nicht berührt werden wollen, zum Beispiel am Schwanzansatz oder am Bauch. Wer die niedlichen Fellnasen liebt, kann seine Augen und Hände aber oft nicht von ihnen lassen. Diese Menschen meiden Katzen dann lieber und beschnuppern stattdessen neugierig die Person, die sie ignoriert – und ihnen damit ihren gewünschten Freiraum lässt.

katze wird gekrault
Foto: unsplash.com/Yerlin Matu (Symbolfoto)

Die neue Studie, die in der Fachzeitschrift „Scientific Reports“ veröffentlicht wurde, ergab, dass selbst ernannte „Katzenmenschen“ eher dazu neigen, die „roten Zonen“ des Tieres zu berühren. Außerdem wurde festgestellt, dass Menschen, die schon seit mehreren Jahren mit Katzen zusammenleben, den Samtpfoten nicht genug Unabhängigkeit gewähren.

120 Versuchspersonen interagieren mit Katzen

Für die Studie wurden 120 Personen mit unterschiedlichem Kontakt zu Katzen ausgewählt. Eine Person wurde in einem Raum zurückgelassen und drei Katzen, eine nach der anderen, wurden für jeweils fünf Minuten hereingelassen. Die Person wurde angewiesen, darauf zu warten, dass die Katze zu ihr kommt. Ab dem Moment war sie selbst überlassen, wenn es darum ging, die Fellnase zu streicheln, zu beschäftigen oder zu kuscheln.

Die Forscher zeichneten die Interaktionen auf und bewerteten, wie wohl sich die Katze fühlte, wie sich die Person verhielt und welches Verhalten die Katzen am meisten genossen. Vorher gaben die Teilnehmer an, wie viel Erfahrung sie mit Katzen haben, ob sie jemals mit ihnen gelebt haben und wie hoch sie ihr eigenes Wissen über die Haustiere einstuften.

Eine Katze lauert am Bett, um ihre Besitzer zu wecken.
Foto: unsplash.com/Rohan (Symbolfoto)

Katzenliebhaber oft übergriffiger

Es zeigte sich: Menschen, die bereits mit Katzen gelebt hatten, neigten dazu, anmaßend zu sein. Die erfahrensten Besitzer streichelten die Tiere eher in den „gelben Bereichen“, wie am Schwanz, an den Beinen und am Rücken. Das Forscherteam fand auch heraus, dass ältere Menschen eher versuchten, die Katzen zu packen und zu bändigen als jüngere. Und dass extrovertierte Menschen eher versuchten, den Kontakt mit der Katze zu initiieren. Das mögen Katzen in der Regel weniger, weil sie gerne die Kontrolle darüber haben, wann und wie die Interaktion beginnt.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Eigenschaften, von denen wir annehmen, dass sie jemanden für den Umgang mit Katzen geeignet machen, nicht immer als verlässliche Indikatoren für die Eignung einer Person zur Adoption bestimmter Katzen angesehen werden sollten, vor allem wenn es sich um Katzen mit besonderen Bedürfnissen in Bezug auf Handhabung oder Verhalten handelt“, sagte die Studienleiterin Lauren Finka, Expertin für Katzenverhalten an der Nottingham Trent University, gegenüber „The Telegraph“.

Die Wissenschaftlerin appellierte, dass Tierheime potenzielle Adoptiveltern, die noch keine Erfahrung mit Katzenbesitz haben, nicht abweisen sollten. Denn gerade diese „könnten fantastische Katzenbetreuer sein“.

Neueste Artikel

Deine Katze stinkt? Das solltest Du jetzt tun

Katzen sind allgemein für ihre Sauberkeit bekannt. Die meisten lecken genüsslich ihr Fell und halten es so frei von...

Ähnliche Artikel