Das Wombat – genauer gesagt das Nacktnasenwombat – ist das einzige Tier, dessen Kot würfelförmig ist. Schon allein deshalb sind Wissenschaftler seit Jahren an den Ausscheidungen der knuffigen Tiere aus Australien interessiert. Bis zu 100 Kot-Würfel scheiden Wombats pro Tag aus.
Wie sie das schaffen? Darum rankten sich lange wilde Mythen. Einige dachten, dass die Muskeln im Anus die Würfel formen. Andere vermuteten, dass der Kot vielleicht zwischen den Beckenknochen hindurch und dadurch eckig gepresst wird. Und dann gab es solche, die sogar dachten, Wombats würden ihren Kot nach dem Ausscheiden mit ihren Pfoten in Form bringen. Aber genau wusste es niemand. Bis jetzt.
Die Erklärung beginnt bei den „besonderen Därmen“ der Beutelsäuger. Um den Darm von Wombats genauer zu untersuchen, haben Forscher 2018 ein totes Wombat seziert, dass bei einem Autounfall gestorben war.
Dabei fanden sie dem „Science Magazin“ zufolge heraus, dass es in den Wombat-Gedärmen zwei Rillen gibt, in denen der Darm elastischer ist.
Wie funktioniert der Wombat-Darm?
Dasselbe Wissenschaftsteam untersuchte für die neue Studie nun die Muskel- und Gewebeschichten im Darm zweier weiterer Wombats. Dabei fanden sie erneut Bereich mit unterschiedliche Dicke und Steifheit. Während sich die Darmbereiche über mehrere Tage zusammenziehen, pressen sie den Kot, um Wasser und Nährstoffe daraus aufzunehmen.
Die steiferen Bereiche seien wie „steifes Gummiband“ und würden sich schneller zusammenziehen als die weicheren Bereiche, so die Wissenschaftler. Und dabei, so ihr Ergebnis, formen die langsameren, weicheren Bereiche die Ecken des Würfels.
Das unterscheidet Wombats von anderen Säugetieren: Bei ihnen sind die wellenförmigen Darmbewegungen der Darmmuskeln in alle Richtungen gleich. Das Rillengewebe und das ungleichmäßige Zusammenziehen sorgt beim Wombat also für den Würfel-Kot.
Was bringt würfelförmiger Kot?
Bleibt eigentlich nur noch zu klären, warum sich Wombats überhaupt so entwickelt haben, dass sie eckigen Kot ausscheiden. Eine genaue Theorie gibt es diesbezüglich nicht.
Einer der Studien-Autoren vermutet aber, dass es an dem Kletter- und Territorialverhalten der Vierbeiner liegen könnte: Kot mit flachen Seiten rollt nicht so schnell von hohen Felsen wie runder Kot und eignet sich für die Tiere deshalb besser zur Reviermarkierung.
Übrigens könnten die Erkenntnisse der Studie Wombats zugute kommen, die in Gefangenschaft aufgezogen werden. Je eckiger der Kot, desto gesunder ist nämlich das Wombat. Bei Wombats in Gefangenschaft ist der Kot aber manchmal nicht ganz so eckig wie bei den wilden Artgenossen.



