HomeHundeWarum haben so viele Hunde braune Augen?

Warum haben so viele Hunde braune Augen?

Ist Dir schon einmal aufgefallen, dass die meisten Hunde braune Augen haben? Wissenschaftler fanden heraus, dass dies kein Zufall ist. Mehrere Faktoren haben über Jahrtausende hinweg dazu beigetragen. DeineTierwelt verrät, was es damit auf sich hat.

Der Hund stammt vom Wolf ab. Also sollte man davon ausgehen, dass beide die gleiche Augenfarbe aufweisen. Doch dem ist nicht so! Wölfe haben zumeist dunkelgelbe bis hellbraune Augen. Da bei Hunden ein intensives Braun vorherrscht, muss es zu dieser Veränderung im Laufe der Evolution gekommen sein.

Wölfe haben ihre Augenfarbe beibehalten oder möglicherweise sogar noch weiter ins Helle verändert. Wissenschaftler vermuten, dass dadurch eine bessere Kommunikation möglich ist: Je heller die Augenfarbe, umso deutlicher tritt die schwarze Pupille hervor. Da bei Wölfen Pupillensignale von Bedeutung sind, erleichtert dies die Verständigung.

Weiterhin könnten Umweltfaktoren eine Rolle bei der Augenfarbe gespielt haben. Wölfe leben hauptsächlich in nördlichen Regionen. Die Sonnenscheindauer und Intensität sind dort deutlich geringer als in südlichen Gefilden. Dort könnte die Melaninproduktion zum Schutz vor UV-Strahlung begünstigt haben, dass Hunde vermehrt dunkle Augen haben.

Menschen mögen braune Augen lieber

Um dem Phänomen der braunen Augen auf die Spur zu kommen, führten Wissenschaftler der Universität Tokio eine Studie durch, deren Ergebnisse sie im Fachjournal „Royal Society Open Science“ veröffentlichten.

Sie berichten von einem interessanten Versuch, bei dem die Teilnehmenden Hundeaugen nach deren Freundlichkeit beurteilen sollten und ob sie sich mit dem jeweiligen Hund gerne beschäftigen würden.

Was sie nicht wussten, ist, dass die Augenfarbe korrigiert wurde. Jeder Bildausschnitt eines Hundes existierte einmal mit gelben und einmal mit dunkelbraunen Augen. Letztere kamen bei den Teilnehmern besser an: Dunkle Augen wurden als freundlich, liebenswürdig und nicht aggressiv eingestuft.

Hund liegt auf dem Boden
Foto: pixabay.com/Petrblack (Symbolfoto)

Interessanterweise empfanden die Menschen dunkeläugige Hunde zudem als unsicher, abhängig und unreif. Die Forscher vermuten, dass der Eindruck eines dunklen Auges eine größere Pupille vorspiegelt. Die Pupillengröße nimmt mit dem Alter ab, weshalb große (und somit dunkle Augen) mit Babys assoziiert werden (Kindchenschema). Um diese möchte man sich instinktiv kümmern, was auch unsere Hunde zu wissen scheinen, wenn sie uns mit ihrem ganz besonderen Hundeblick ansehen.

Unser Einfluss auf die Augenfarbe des Hundes

Die Ergebnisse der Studie waren eindeutig und lassen einen logischen Schluss zu: Wir selbst sind mitverantwortlich, dass Hunde zumeist braune Augen haben. Vor Jahrtausenden haben halbverwilderte Hunde mit dunklen Augen möglicherweise mehr Zuneigung erhalten und hatten so einen Überlebensvorteil.

Und nicht zu vergessen ist, dass wir mittlerweile seit Generationen eine Vielzahl von Hunderassen züchten. Dabei geht es nicht nur um Wesensmerkmale, sondern oft auch um Schönheitsideale. Wahrscheinlich haben sich Züchter völlig unbewusst deutlich häufiger für dunkle statt für helle Hundeaugen bei der Zuchtauswahl entschieden. Diese wurden vererbt und haben dazu geführt, dass Hunde mit gelben oder blauen Augen deutlich in der Minderheit sind. Betroffene Hundehalter wird das nicht weiter stören – in ihren Augen sind ihre Vierbeiner sicherlich goldrichtig.

Von Thomas Brodmann

Neueste Artikel

Weihnachtsbaum und Katze: So vermeidest Du Gefahren

Was in Deinen Augen Deko ist, verspricht für Deine Katze Kletterabenteuer, etwas zum Anknabbern und Krallenwetzen – deshalb solltest...

Ähnliche Artikel