Im Sommer feiern Rehe „Hochzeit“: Im Juli und August ist die Brunft- und Paarungszeit für Rehe – und da sind sie besonders viel unterwegs. Das Problem: Oft werden ihre Gebiete durch Landstraßen getrennt. Und so kommt es immer wieder zum Wildwechsel, vor allem im Scheinwerferlicht – leider auch mit tödlichen Folgen.
Einer der Hauptgründe bei einem Unfall mit einem Reh: Die Tiere geraten ins Scheinwerferlicht – und bleiben wie erstarrt stehen. Doch woran liegt das? Laut Experten gibt es dafür gleich zwei Gründe.
Zum einen wissen Rehe nicht, dass die Scheinwerfer von einem Auto kommen, das immer näher heranfährt. Entsprechend erkennen sie nicht die unmittelbare Gefahr. Stattdessen reagieren sie instinktiv mit dem sogenannten Überprüfungsverhalten. Das heißt: Sie bleiben stehen, versuchen die Gefahr einzuschätzen, damit sie richtig reagieren können.

Scheinwerferlicht sorgt für Tunnelblick
Zum anderen wird das Reh auch durch das Licht geblendet. Dadurch verschwindet fast alles aus seinem Blick, es sieht nur noch die grellen Scheinwerfer. Und da Rehe in Dunkelheit besser gucken können als wir Menschen, leuchtet das Scheinwerferlicht für sie auch heller als für uns. Dieser Lichtkegel sorgt beim Reh für eine Art Tunnelblick, es kann so keinen Fluchtweg erkennen.
Für Autofahrer bedeutet das: Bei Reh-Gebieten besonders vorsichtig fahren. Das sind vor allem Straßen, die sich in unmittelbarer Nähe zu Feldern oder dem Wald befinden. Denn: Können die Tiere in ihrer gewohnten Umgebung nicht mehr genug Nahrung auftreiben, wechseln sie vom Forst auf die Felder und suchen im Anschluss wieder Schutz im Dickicht.
Übrigens: Es gibt Zeiten, in denen ein Wildwechsel häufiger auftritt. Dazu gehört vor allem die Morgen- und Abenddämmerung: Zwischen 4 und 7 Uhr morgens und von 17 bis 23 Uhr abends kreuzen besonders viele Wildtiere die Fahrbahn.



