Über die Vorwerkhühner
Eine Hühnerrasse, die nach einem Staubsauger benannt ist? Nein. Die einzige Verbindung, die das Vorwerk-Unternehmen und das Vorwerkhuhn haben: Sie wurden beide nach ihrem Begründer (im Falle der Hühnerrasse – nach dem Züchter) benannt.
Denn während Adolf und Carl Vorwerk 1883 ihre Firma „Barmer Teppichfabrik Vorwerk & Co.“ in Wuppertal gründeten, erzüchtete Oskar Vorwerk, 17 Jahre später und 320 Kilometer weit entfernt in Hamburg, das Vorwerkhuhn. Doch erst weitere 12 Jahre später, im Jahr 1912, stellte er die neue Hühnerrasse, die sowohl eine gute Masteigenschaft als auch eine gute Legeleistung bieten sollte, auf der Junggeflügelschau in Hannover vor.
Seitdem begeisterte das Vorwerkhuhn ganz Europa mit seinen Eigenschaften als Nutztier. Ob ein Fleischansatz mit bis zu drei Kilogramm bei Hähnen und 2,5 Kilogramm bei Hennen, oder eine Legeleistung von 170 Eiern pro Jahr: Die Hühner von Oskar Vorwerk wurden zur beliebten Zwiehuhn– beziehungsweise Zweinutzungsrasse.
Doch nicht nur bezüglich der Produktivität überzeugen die Vorwerkhühner – auch ihr harmonisches Äußeres und der ruhige, freundliche Charakter macht sie zu einer geeigneten Anfänger- oder Hobbyzüchterrasse. Dies liegt auch daran, dass sie in der Haltung recht genügsam sind. Ein entsprechend geräumiger Stall und genügend Auslauf und die robusten, witterungsbeständigen Vorwerkhühner sind glücklich. Dabei braucht der Zaun nicht einmal allzu hoch sein, da diese Hühnerrasse nicht zu den leidenschaftlichen oder besonders begabten Fliegern zählt.
Der Bruttrieb ist jedoch bei anderen Rassen – beispielsweise Seidenhühnern oder Orpingtons – stärker ausgeprägt. Ist es einmal so weit, wird sich die Henne aufopferungsvoll um die Eier und die Küken kümmern – allerdings glucken sie nicht sehr häufig.
Sowohl die Hähne als auch die Hennen, haben gemäß des Standards des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) ein goldgelbes Rumpfgefieder und einen schwarzen Halsbehang. Beim Hahn sind Kopf und Schwanz ebenfalls schwarz – bei den Hennen ist eine goldgelbe Säumung am Kopf gestattet.
Insgesamt wird die nach Oskar Vorwerk benannte Hühnerrasse als „lebhaft, doch zutraulich“ vom BDRG beschrieben.



