Damit das Auto uns auch im Winter gute Dienste erweist, stehen vor und während der kalten Jahreszeit einige To-Dos an. Zum Beispiel Winterreifen aufziehen oder den Tank der Scheibenwischanlage mit Wasser und Frostschutzmittel auffüllen. Doch genau dabei lauert für Haustierhalter eine große Gefahr. Denn Frostschutzmittel ist für Deinen Hund oder Deine Katze giftig.
Frostschutzmittel enthält häufig Ethylenglykol. Die Flüssigkeit ist farb- und geruchslos und schmeckt süßlich. Daher ist Frostschutzmittel für Hunde und Katzen leider auch so verführerisch. „Tiere lieben Frostschutzmittel. Es schmeckt süß und wird daher gerne aufgenommen“, warnt Frau Dr. Tina Hölscher, Tierärztin von „aktion tier e.V.“.
Doch die Inhaltsstoffe sind für Haustiere sehr giftig. Eine Forstschutzmittel-Vergiftung ist nicht nur schädlich für den Magen-Darm-Trakt von Hund und Katze, sondern kann auch neurologische Folgen haben.
Rund die Hälfte des produzierten Ethylenglykols wird als Frostschutzmittel für Autos verwendet. Denn: Im 50:50-Verhältnis mit Wasser gemischt, friert die Flüssigkeit erst ab minus 40 Grad Celsius. Besonders gefährlich ist es daher auch für Freigängerkatzen: Frostschutzmittel kann leicht in Pfützen gelangen, aus denen dann vielleicht eine Katze trinkt. Kommt die Mieze nicht rechtzeitig zurück nach Hause und bringen die Halter sie dann nicht umgehend zum Tierarzt, kann das Tier sterben.
Frostschutzmittel-Vergiftung: Tödliche Gefahr für Hund und Katze
Ein Hund oder eine Katze, die Frostschutzmittel getrunken hat, kann nicht nur Erbrechen und Durchfall bekommen, sondern auch Krämpfe, Bewegungsstörungen und rauschartige Zustände zeigen. „Am schlimmsten sind jedoch die körperlichen Schäden, die beim Abbau des Giftes im Körper entstehen“, erklärt die Tierärztin.
Dabei bilden sich Kristalle, die die Nieren verstopfen. Das könne innerhalb kurzer Zeit zum Tode des Tieres führen. Schon wenige Milliliter verschluckten Frostschutzmittels reichen je nach Größe des Tieres aus, um irreversible Schäden anzurichten.

Frostschutzmittel-Vergiftung bei Hund und Katze: Symptome
Hat ein Hund oder eine Katze Frostschutzmittel aufgenommen, können sich nach rund 30 Minuten die ersten Symptome einer Vergiftung zeigen. Dazu gehört etwa, dass der Vierbeiner…
- erbricht
- schläfrig oder depressiv wirkt
- betrunken oder unkoordiniert wirkt
- Probleme beim Atmen hat
- Krampfanfälle bekommt
Bei Verdacht einer Frostschutzmittel-Vergiftung sofort zum Tierarzt
Deshalb heißt es, wenn der Hund oder die Katze Frostschutzmittel aufgeleckt hat, sofort: ab zum Tierarzt! Der Veterinär oder die Veterinärin kann dem Tier eine Spritze geben, die Erbrechen auslöst. So kann zumindest ein Teil der Giftmenge aus dem Körper gelangen. „Außerdem gibt es ein Gegengift, auf das man von selbst nicht kommen würde“, berichtet Dr. Tina Hölscher. „40-prozentiger Alkohol, zum Beispiel in Form von Wodka, in einer Dosierung von 2,5 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht des Tieres hilft, das Schlimmste zu verhindern!“
Denn dieser hochprozentigen Cocktail verhindert den verheerenden Abbauprodukten des Frostschutzmittels und die Gefahr es Nierenversagens. Trotzdem sollten Herrchen oder Frauchen jetzt nicht selbst aktiv werden, mahnt die Tierärztin: „Auch das Einflößen von Hochprozentigem nur unter tierärztlicher Aufsicht!“
Frostschutzmittel-Vergiftung bei Hund und Katze verhindern
Auch der britische Tierarzt Ben warnt auf Instagram vor den Gefahren vor Ethylenglykol. Er rät allen Menschen, auf Frostschutzmittel mit diesem Inhaltsstoff zu verzichten – egal, ob sie Haustiere haben oder nicht. Denn so können verhindert werden, dass sich Freigänger-Katzen eine Frostschutzmittel-Vergiftung einhandeln.
Der Veterinär rät stattdessen dazu, die Windschutzscheibe abzudecken, um sie vor dem Gefrieren zu schützen. Auch lauwarmes Wasser könne helfen, das Eis zu schmelzen. Wer auf Frostschutzmittel nicht verzichten möchte, sollte welches besorgen, dass definitiv kein Ethylenglykol enthält. Die Behälter sollten außerdem gut verschlossen und gekennzeichnet außer Reichweite von Tieren und Kindern aufbewahrt werden, raten Experten.
Ansonsten: die Windschutzscheibe einfach frei kratzen. „Es dauert nur ein paar Minuten und könnte das Leben einer Katze retten“, so der Tierarzt.



