Du willst Dir einen Welpen zulegen und bist allein aufgrund der schieren Masse an Hunderassen schon überfordert? Das ist kein seltenes Problem, denn es ist nicht leicht, die passende Rasse für die eigenen Lebensumstände, Bedürfnisse und Erwartungen zu finden. Aus Sicht des britischen Hundetrainers Will Atherton gibt es aber insbesondere für Menschen, die noch keine Erfahrungen mit Hunden gesammelt haben, absolute No-Gos.
„Zu viele Menschen kaufen sich Rassen, für die sie nicht gut gerüstet sind, und scheitern schon an der ersten Hürde“, sagte der 32-jährige Tierliebhaber dem „Mirror“. „Ich habe aus erster Hand gesehen, wie viele Hunde unnötigerweise eingeschläfert oder in Tierheimen abgegeben werden, weil die Besitzer nicht das Gefühl hatten, dass sie die Mittel und das Wissen haben, um diese Probleme zu lösen.“
Atherton betont, dass häufig schon die Wahl des Welpen der erste Fehler eines unerfahrenen Haustierhalters sein könne. „Ich möchte, dass die Menschen Rassen besser verstehen. Wer sich bestimmte Rassen zulegen sollte und, noch wichtiger, wer nicht“, sagte er. Prinzipiell rät der Hundetrainer von Arbeitsrassen ab, die einen hohen Antrieb und ein hohes Energielevel haben. Der belgische Schäferhund (Malinois) sei ein häufiges Beispiel dafür.

Hundeprofis vermitteln falsches Bild
„Die sozialen Medien sind voll mit Trainern, die das Beste an dieser Rasse zeigen. Aber das liegt daran, dass sie Profis sind“, mahnte Atherton. Ähnliches gelte für kaukasische Schäferhunde, türkische Kangals und Border Collies. Ohne professionelles Training passiere es schnell, dass die intelligenten Vierbeiner nicht ausgelastet sind und Fehlverhalten entwickeln.
„In den falschen Händen kann es zu zerstörerischen Verhaltensweisen wie Kauen kommen. Und wenn man den Schutzinstinkt dieser Rassen nicht in den Griff bekommt, kann es zu Bissen und reaktivem Verhalten kommen“, erklärte der Hundecoach, der auf seinem TikTok-Account Erklärvideos über die vielseitigen Tiere veröffentlicht.
Hundecoach empfiehlt Labradore und Golden Retriever
Welche Rasse empfiehlt sich denn für Anfänger? Athertons Empfehlung: „Meine erste Wahl wären Show-Labradore und Golden Retriever.“ Die beiden Rassen zählen zu den beliebtesten weltweit, und das nicht ohne Grund. „Sie sind lernwillig und lieben ihre Besitzer. Und sie stellen nicht so hohe Anforderungen an die Bewegung wie ihre Verwandten aus der Arbeitslinie“, erläuterte Atherton. Kommenden Hundeeltern, die ein kleineres Tier suchen, empfiehlt der Brite den Cavalier King Charles Spaniel. Der sei freundlich und leicht zu erziehen.
Atherton richtete einen abschließender Appell an alle potenziellen Hundebesitzer. „Es ist unglaublich aufregend, ein neues Mitglied in die Familie aufzunehmen, aber denken Sie daran, wie viel Zeit Sie für das Training, die Erziehung, die Sozialisierung und die Pflege Ihres neuen Welpen aufwenden müssen“, sagte er.



