HomeRatgeberVom Minitiger zum Moppelchen: So viel sollte eine gesunde Katze wiegen

Vom Minitiger zum Moppelchen: So viel sollte eine gesunde Katze wiegen

Etwa jede dritte Katze in Deutschland hat Probleme mit ihrem Gewicht. Übergewicht schränkt nicht nur das Wohlbefinden Deiner Mieze und ihre Agilität ein, sondern kann auch gesundheitliche Folgen haben. So erkennst Du, ob auch Deine Katze zu dick ist.

Garfield, der Comic-Kater mit der Vorliebe für Lasagne und anderem italienischen Essen, scheint immer mehr auch zum Vorbild unserer Samtpfote zu werden. Sein Wahlspruch „fett, faul und filosophisch“ hat sich wohl auch Kater Herr von Bödefeld zu Herzen genommen, der mit 14,5 Kilogramm der dickste Kater war, der jemals im Tierheim Reutlingen aufgenommen wurde.

Doch diese beiden extremen Beispiele sind leider keine Seltenheit mehr: Etwa jede dritte Katze hat in Deutschland mittlerweile Gewichtsprobleme. Eine erschreckende Entwicklung. Eine durchschnittliche Hauskatze wiegt zwischen 3,5 und 5,5 Kilogramm. Natürlich gibt es rassenspezifische Unterschiede: Eine Maine-Coon-Katze bringt beispielsweise zwischen fünf und zehn Kilogramm auf die Waage, Abessinier hingegen nur 2,4 bis vier Kilogramm.

„Sie frisst halt nun mal gerne“, lautet oftmals unsere Entschuldigung für das Extra-Leckerli oder den Nachschlag im Napf. Und aus schlechtem Gewissen, dass wir Miezi den ganzen Tag über alleine gelassen haben, bringen wir ihr ein besonderes Leckerchen mit oder gewähren ihr dauerhaften Zugang zu einem Schälchen mit Trockenfutter.

Dicke Katze liegt auf dem Fußboden
Foto: pickpik.com/Royalty-Free photo (Symbolbild)

Doch irgendwann bemerken wir, dass aus unserem ehemals schlanken und geschmeidigen Minitiger ein vierbeiniges Moppelchen geworden ist. Als dickste Katze der Welt gelangte Himmy aus Australien zu trauriger Berühmtheit: Sie brachte „Guiness World Records“ zufolge 21,3 Kilogramm auf die Waage, als sie im März 1986 starb. 1998 hat die Redaktion dann beschlossen, die Kategorie einzustampfen – man wolle schließlich niemand dazu ermuntern, seine Tiere krank zu füttern, nur um einen Rekord aufzustellen.

Übergewicht bei Katzen kann Krankheiten auslösen

Übergewicht bei der Samtpfote ist leider kein Thema, dass Katzenbesitzer auf die leichte (wie auch?) Schulter nehmen sollten. Denn zu viele Kilos auf den Rippen erhöhen das Risiko für Diabetes, Gelenkerkrankungen oder Harnsteine. Außerdem bedeuten Übergewicht häufig auch eine geringere Lebenserwartung für Katzen. Das Vermeiden oder Reduzieren von Speckröllchen hilft der Samtpfote daher am effektivsten zur Bewahrung ihrer Gesundheit.

Doch auch das Gegenteil kann gefährlich werden: Wenn Deine Katze nämlich ohne ersichtlichen Grund Gewicht verliert und immer weiter abnimmt, kann das ebenfalls gesundheitliche Ursachen haben. Dann solltest Du Deine Mieze auf jeden Fall von Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt untersuchen lassen.

Dicke Katze im Garten
Foto: pixabay.com/MrsBrown (Symbolfoto)

Welches Gewicht ist ideal für Deine Katze?

Nur ein bisschen mollig oder schon zu dick? Nur ein Kater mit schweren Knochen oder schon übergewichtig? Viele Halter wissen nicht, ob ihre Katze das richtige Gewicht für Rasse und Typ hat. Den Tierärzten von „PetMD“ zufolge liegt das Idealgewicht für durchschnittliche, gesunde Katzen bei etwa 3,6 bis 5,4 Kilogramm. Wichtiger als das Gewicht allein sei aber die Untersuchung von Körperbau und Muskelmasse. Und um diese besser bestimmen zu können, haben Tierärzte ein Bewertungssystem entwickelt.

So fühlst Du, ob Deine Katze zu dick ist

Ein wichtiger Anhaltspunkt dafür ist das „Body-Condition-Score-System“, das zum Beispiel von der „World Small Animal Veterinary Association“ (WSAVA) zur Verfügung gestellt wird. Diese Skala unterteilt das Gewicht von Katzen in neun Punkte: von eins (extrem ausgemergelt) bis neun (krankhaft übergewichtig).

Um das Gewicht Deiner Katze mithilfe der Skala beurteilen zu können, betrachtest und tastest Du Deine Samtpfote von jeder Seite ab. Achte vor allem auf Rippen, Taille und Bauch. Bevor Du mit der Untersuchung beginnst, schenke Deiner Katze viel Liebe und Aufmerksamkeit, damit sie entspannt ist und so gar nicht merkt, dass sie untersucht wird.

Um die Rippen zu ertasten, fahre mit Deinen Händen vorsichtig den Brustkorb Deiner Katze entlang. Streiche dann sanft von den Rippen in Richtung Taille und von dort zur Hüfte. Es ist wichtig, dass Du Deine Hände benutzt, wenn Du die Taille untersuchst, da sie oftmals von Fell bedeckt ist. Nur anschauen reicht daher nicht. Danach kannst Du Dir den Bauch angucken und abtasten. Wenn Dir Miezi aber eindeutig signalisiert, dass sie dort nicht berührt werden möchte, akzeptiere das.

Darf man Katzen am Bauch streicheln?
Foto: pexels.com/Nida (Symbolfoto)

Wie erkennst Du Übergewicht bei Deiner Samtpfote?

Bei Idealgewicht kannst Du die Rippen Deiner Katze bei leichtem Tasten gut fühlen. Der Umfang der Katze sollte an der Taille kleiner werden – fast so wie eine Sanduhr. Auch am Bauch sollte sich der Umfang verkleinern, beim Laufen sollte das Bäuchlein nicht hin- und herschwingen.

Ist Deine Samtpfote dagegen übergewichtig, sind ihre Rippen nicht leicht zu ertasten und mit einer Fettschicht bedeckt. Die Taille ist nur schwer fühlbar oder gar nicht mehr zu erkennen. Der Bauch sieht rund aus und hat überhängende Fettpolster, die beim Laufen hin- und herschwingen. Bei besonders stark übergewichtigen Katzen sind auch im Gesicht und an den Beinen dicke Fettpolster vorhanden.

Katzen müssen lange auf Diät gesetzt werden

Reine Hauskatzen leiden oft unter Beschäftigungsmangel und an Langeweile. Kombiniert mit falscher Ernährung und zu wenig Bewegung, ist der Weg vom geschmeidigen Minitiger zum pelzigen Moppelchen nicht weit. Und auch die Kastration kann sich auf das Gewicht des Stubentigers auswirken.

Hat auch Dein vierbeiniger Liebling ein paar Kilos zu viel auf den Rippen? Dann beachte bitte bei einer Diät, dass Katzen nicht mehr als 0,5 bis ein Prozent ihres Körpergewichts pro Woche abnehmen sollten. Der Weg zur Ideal-Figur ist also lang. Trotzdem solltest Du Dich nicht entmutigen lassen, denn Deine Samtpfote wird es Dir durch zurückgewonnene Lebensqualität danken.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

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