Zugegeben: Themen, bei denen es um den Darm und seine Aktivitäten geht, klingen erstmal nicht besonders ansprechend. Dabei ist das Thema Verdauung beim Hund total spannend – und das Wissen hilft Dir, das Futter Deines geliebten Vierbeiners in Zukunft noch bewusster auszuwählen!
Eine gut funktionierende Verdauung spielt nämlich eine wichtige Rolle für die Hunde-Gesundheit. Dadurch kann Dein Vierbeiner die Nährstoffe im Futter nämlich optimal verwenden – und wenn es nirgendwo kneift und zwickt, ist auch das gesamte Wohlbefinden besser. Wie lange und gut Dein Hund verdaut, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel von seiner Größe, seinem Alter – und vom Futter. So brauchen die Fellnasen zum Beispiel unterschiedlich lange für die Verdauung von Trockenfutter oder Nassfutter.
Wie lange dauert die Verdauung vom Hund?
Übrigens: Die Verdauung fängt nicht erst im Magen an – sondern im Mund. Schon mit dem Kauen und Einspeicheln sorgen Hunde dafür, dass ihre Nahrung im Verdauungstrakt bestmöglich verwertet wird. Dann geht es weiter zum Magen. Dort zersetzen Verdauungssäfte und Enzyme die Nahrung. Das dauert in der Regel zwischen zwei und acht Stunden. Zum Vergleich: Beim Menschen passiert die Nahrung den Magen meist innerhalb von bis zu vier Stunden.

Der Dünndarm vom Hund erledigt seine Arbeit dann meist recht schnell – in rund vier Stunden. Hier werden die Nährstoffe aus der Nahrung absorbiert. Am längsten bleiben die Speisereste im Dickdarm, nämlich bis zu 24 Stunden. Dort wird dem Stuhl die überschüssige Flüssigkeit entzogen.
Bis Dein Hund sein Futter vollständig verdaut hat, können also zwei bis drei Tage vergehen. Das kannst Du auch mit einem kleinen Experiment selbst testen. Denn wenn Dein Hund zum Beispiel ein wenig Dosenmais frisst, können die kleinen gelben Körner in der Regel nicht verdaut werden. Und so kannst Du abwarten, wie viele Stunden oder Tage später sie im Kot wieder rauskommen. Unabhängig von diesem Versuch solltest Du Deinem Hund aber pürierten Mais geben – eben weil dieser besser verdaut werden kann.

Fun Fact: Beim Menschen können zwischen dem Kauen einer Mahlzeit und ihrer Entsorgung über den Stuhlgang schonmal bis zu 100 Stunden vergehen.
Diese Faktoren beeinflussen die Verdauung vom Hund
Zunächst einmal gibt es einen Unterschied zwischen Trockenfutter und Nassfutter. In der Regel ist davon auszugehen, dass Nassfutter einfacher zu verdauen ist. Besonders, wenn Dein Hund zum Schlingen neigt. Denn Nassfutter ist, wie der Name schon sagt, feucht und kann besser durch die Speiseröhre flutschen. Auf einer Wasserrutsche rutschen wir ja auch schneller, als auf einer trockenen.
Rasse – und Größe – spielen ebenfalls eine Rolle. Da kleinere Hunde in der Regel einen schnelleren Stoffwechsel haben, neigen sie auch zu einer schnelleren Verdauung. Dasselbe gilt für jüngere Hunde, während die Verdauung normalerweise bei Hundesenioren etwas länger dauert. Auch bestimmte Magen-Darm-Erkrankungen können die Verdauungszeit beeinflussen.
Verdauungsprobleme beim Hund
Läuft die Verdauung bei Deinem Vierbeiner mal nicht rund, merkst Du das in der Regel schnell. Diese Symptome zeigen deutlich, dass im Magen-Darm-Trakt Deines Hundes etwas nicht stimmt:
- Erbrechen
- Durchfall
- Blähungen
- Appetitlosigkeit
- Bauchschmerzen
- Veränderungen im Stuhlgang
Die Ursachen dafür können vielfältig sein – von Nahrungsmittelunverträglichkeiten über Stress bis hin zu Krankheiten. Deshalb solltest Du Deinen Hund vorsichtshalber vom Tierarzt oder der Tierärztin untersuchen lassen.
So unterstützt Du die Verdauung Deines Hundes
Halte einen regelmäßigen Futterplan ein und achte darauf, dass die Verdauung Deines Hundes nachts zur Ruhe kommen kann und ungefähr zwölf Stunden Pause zwischen der letzten Mahlzeit des Tages und der ersten des nächsten Tages liegen.
Und: Dein Hund sollte immer Zugang zu frischem Wasser haben, damit er mit ausreichend Flüssigkeit versorgt ist. Außerdem fördert Bewegung die Darmaktivität und unterstützt so die Verdauung. Aber nicht zu schnell nach dem Fressen: Gönne Deinem Hund rund zwei Stunden Zeit zum Verdauen, bevor es so richtig Action gibt.



