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Veganuary: So gelingt die Umstellung auf veganes Hundefutter

Neues Jahr, neue Vorsätze – viele probieren sich im „Veganuary“ an veganer Ernährung. Aber kann ich eigentlich auch meinen Hund vegan ernähren? Und was muss ich bei der Umstellung auf pflanzliches Hundefutter beachten? Hier gibt‘s die Antworten.

Der Januar steht für viele unter dem Motto „Veganuary“. Und das heißt: In diesem Monat soll die Ernährung vegan sein. Und wer weiß, vielleicht ist das ja nur der Startschuss für ein veganes Leben, das den „Veganuary“ überdauert? Wer einen Hund hält, dürfte dann vor diesem Dilemma stehen: Ist es eigentlich okay, wenn ich mich vegan ernähre – und mein Hund weiterhin Fleisch frisst?

Wer sich dazu entscheidet, das Futter vom Hund auf vegan umzustellen, sollte dabei auf jeden Fall einen längeren Zeitraum im Sinn haben als nur einen Monat. Denn während wir selbst unsere Ernährung von einem auf den anderen Tag einfach ändern können, muss die Futterumstellung beim Hund schrittweise erfolgen. Nur für den Januar Deinem Hund eine vegane Ernährung anzubieten, und dann wieder umzustellen, ergibt also keinen Sinn.

Wer seinen Vierbeiner dauerhaft vegan ernähren möchte, findet hier wertvolle Tipps für die Umsetzung:

  1. Stelle das Hundefutter langsam um: Ein zu schneller Wechsel führt zu Verdauungsproblemen wie Durchfall. Mische am besten zunächst kleine Mengen des neuen Futters unter das alte und steigere langsam die Menge. Die Konsistenz des Kots – zu weich oder dünnflüssig – verrät, ob Du die Dosis zu schnell erhöhst. Insgesamt dauert eine Ernährungsumstellung meist um die zwei Wochen.
  2. Kontrolliere die Verträglichkeit: Beobachte, ob Dein Hund während oder nach der Umstellung Symptome einer Unverträglichkeit zeigt, wie etwa Juckreiz oder Verdauungsprobleme. Reduziere zunächst die Menge und schaue, ob die Symptome zurückgehen. Im Zweifel solltest Du Deinen Tierarzt zurate ziehen.

Können Hunde auf Fleisch verzichten?

Der Hund stammt vom Wolf ab – und der ist alles andere als ein Vegetarier, geschweige denn Veganer. Da liegt die Frage nahe, ob eine vegane Ernährung für Hunde überhaupt artgerecht ist. Noch immer gehen die Meinungen dazu auseinander.

Auch wenn Hunde ihre Ernährung in Jahrtausenden der Domestizierung uns Menschen angepasst haben – viele Tierärzte und Ernährungsexperten mahnen noch immer, dass die Verdauungsapparate von Hunden nicht auf Fleischverzicht ausgelegt sind.

Aber: Während Wölfe als Carnivore (Fleischfresser) Fleisch fressen müssen, um zu überleben, haben sich Hunde durch das Zusammenleben mit dem Menschen zu Omnivoren (Allesfressern) entwickelt. Denn damals gab es auch nicht ständig Fleisch für Hunde zu fressen, also passten sich ihre Körper an die Situation an. Eine alleinige Fütterung nur mit Fleisch sei daher unangemessen, wie Helmut Meyer und Jürgen Zentek in ihrem Buch „Ernährung des Hundes. Grundlagen – Fütterung – Diätetik“ schreiben.

Der Verdauungstrakt des Haushundes sehe von außen betrachtet zwar zunächst nicht so aus, als könne er genauso gut pflanzliche Nahrung verdauen wie zum Beispiel Kühe, da dem Hund die Gärkammern zum Verdauen von Gras fehlen, erklärt Tierarzt Dr. Karim Montasser in einem aktuellen Video.

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Er macht aber auch klar: Hunde sind mittlerweile keine Fleisch- sondern Allesfresser. Und brauchen demnach „viel weniger Proteine als Wölfe“. So seien Hunde zwar schlecht darin, Zellulose aufzuschließen. Das sei aber eigentlich eine irrelevanter Fakt – schließlich sollen Hunde kein Gras fressen. 

Bekommt ein veganer Hund alle Nährstoffe?

Viel wichtiger sei die Frage, ob Hunde die Kohlenhydrate, Fette und Proteine mit essentiellen Aminosäuren aus pflanzlicher Nahrung bekommen können. Hierzu zeige eine Doktorarbeit aus 2023, dass Hunde die essenziellen Arminosäuren aus zwei verschiedenen veganen Futtermitteln sowie aus Hühnchen gleich gut verwerten könnten – nämlich zu rund 80 Prozent. Besonders wenn verschieden Hülsenfrüchte im veganen Hundefutter enthalten seien, könnte die darin enthaltenen Aminosäuren vom Hund gut aufgenommen werden.

Zusammenfassung
Vegane Hundeernährung hat sich in den vergangen Jahren enorm weiterentwickelt. Mittlerweile gibt es veganes Hundefutter, das den Nährstoffbedarf von Hunden abdeckt, ohne Fleisch oder andere tierische Produkte zu enthalten. Dennoch ist es wichtig zu wissen, welche Inhaltsstoffe das Futter braucht, um Deinen Hund gesund zu halten.

Wie geeignet ist das vegane Hundefutter auf dem Markt?

Und was ist mit Vitaminen? Zum Beispiel Vitamin B12 und B9? Eine vergleichende Studie, die ebenfalls 2023 veröffentlicht wurde, zeige diesbezüglich, dass Hunde auch bei veganer Ernährung keinen Vitaminmangel hätten. Und: Hunde, die veganes Hundefutter bekommen, seien langfristig genauso lange gesund wie Hunde, die Fleisch fressen.

Du solltest die Inhaltsstoffe des veganen Tierfutters aber gut unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls Deine Tierarztpraxis zurate ziehen, wenn Du Deinen Hund vegan ernähren willst.

Hundeprofi Martin Rütter bezeichnete veganes Hundefutter lange als „völlig bescheuert“. Doch später revidierte er seine Meinung – vor allem in Hinblick auf die Auswirkungen konventionellen Hundefutters auf das Klima und Tierleid durch Massentierhaltung. Er betonte aber, dass der Hund das vegane Futter auch wirklich mögen sollte und die Halter immer im Sinne ihres Vierbeiners entscheiden sollten. Laut Dr. Montasser war die Akzeptanz des untersuchten veganen Hundefutters über alle Studien hinweg, die er sich für sein Video angeschaut hat, durchweg gut – den Vierbeinern schmeckt es also.

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Sind vegane Hunde gesünder?

Die Tierrechtsorganisation „Peta“ wirbt für einen veganen Lebensstil – auch bei unseren vierbeinigen Mitbewohnern. „Immer mehr Tierärzt:innen befürworten es, dass Hunde vegan ernährt werden, denn eine rein pflanzliche Ernährung kann gesünder für die Vierbeiner sein“, heißt es in einem Ratgeber. „Vor allem, weil Hunde Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber tierischem Eiweiß zeigen können.“

Aber stimmt das auch? Sind vegane Hunde gesünder? Eine Studie aus Großbritannien legt das zumindest nahe. Demnach mussten Hunde, die vegan ernährt werden, weniger zum Tierarzt und brauchten weniger Medikamente. Doch auch hier betonten die Forschenden, dass die vegane Ernährung alle für den Hund wichtigen Nährstoffe enthalten muss. Die Studie zeigte aber auch: Hunde, die BARF – also hauptsächliche rohes Fleisch – bekommen, waren deutlich gesünder als die mit konventionellem Futter und schnitten auch etwas besser ab als die veganen Hunde.

Eine neue Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, dass die 336 befragten Halterinnen und Halter (13 Prozent) von insgesamt 2.536 Teilnehmenden, die ihre Hunde vegan ernähren, nur Positives zu berichten hatten. Solch eine Selbstauskunft ist natürlich aber nicht so aussagekräftig wie die gemessenen Gesundheitsparameter von Tierärztinnen und Tierärzten. Darum warnt Tierarzt Dr. Montasser davor, die Ergebnisse dieser Befragung überzubewerten. Was man mit Sicherheit sagen könne: Dass vegan ernährte Hunde genauso gesund sind und bleiben wie Hunde, die mit Fleisch ernährt werden – nicht mehr, aber auch nicht weniger, so Dr. Montasser.

Du hast Lust, mal ein veganes Gericht für Deinen Hund zu Kochen? Dann haben wir hier zum Beispiel ein Rezept für Haferbrei, der ohne Milch zubereitet wird, trotzdem lecker und nahrhaft ist und obendrein noch bei Durchfall hilft. Ebenfalls gegen Durchfall hat sich auch diese Moro’sche Karottensuppe bewährt – ganz ohne tierische Zutaten.

Fazit

Die meisten oben genannten Studien beziehen sich auf erwachsene und gesunde Hunde. Welpen, junge und erkrankten Hunden wurden dabei nicht berücksichtigt. Hier fehlt es einfach aktuell noch an genügend wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ob Dein Hund eine vegane Ernährung mag und verträgt, ist individuell.

Wenn beides gegeben ist und Du auf die richtige Rezeptur und gegebenenfalls zusätzliche Ergänzung von Nährstoffen achtest, dürfte der fleischfreien Ernährung aber nichts entgegen stehen. Generell zeigt die Studienlage, dass die meisten ausgewachsenen Hunde ohne Erkrankungen eine vegane Ernährung auch langfristig gut vertragen können und diese auch mögen. Um sicher zu gehen, dass dem so ist, solltest Du Deinen Hund regelmäßig von Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt untersuchen lassen.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

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