HomeRatgeberDiese Lebensmittel sind für Hunde ungesund oder sogar giftig

Diese Lebensmittel sind für Hunde ungesund oder sogar giftig

Obwohl der Hund früher gerne als Resteverwerter genutzt wurde (und auch heute noch so manch übrig gebliebene Speise in seinem Napf landet), sollte ein Hund nicht alles fressen – manches kann sogar giftig sein. Deine Tierwelt listet für Dich auf, bei welchen Lebensmitteln Du aufpassen musst.

Grundsätzlich variiert die giftige Menge – nur weil Dein Vierbeiner eine Weintraube vertilgt hat, muss er nicht automatisch Symptome einer Vergiftung zeigen. Trotzdem ist es ratsam, dass folgende Lebensmittel nicht in rauen Mengen (oder lieber gar nicht) im Napf landen.

Diese Lebensmittel sind für Hunde giftig

Da Alkohol zu den Lebergiften zählt und auch für uns Zweibeiner in gewissen Mengen toxisch oder gar tödlich sein kann, ist es logisch, dass es für den geliebten Hund ebenfalls nicht gesund sein kann.

Schon geringe Mengen können reichen, um Atemnot, Erbrechen und Koordinationsstörungen hervorzurufen. Das liegt daran, dass der Hundekörper den Alkohol nur sehr langsam verarbeiten kann. Alkohol sollte deshalb immer außerhalb der Reichweite Ihrer tierischen Mitbewohner aufbewahrt werden.

Symptome einer Vergiftung: Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, Krampfanfälle

Giftige Lebensmittel für Hunde: Avocado
Foto: Twenty20/Lesia.Valentain (Symbolbild)

Giftige Lebensmittel für Hunde: Avocados

Zwar liest man häufig, dass nicht alle Avocado-Sorten für Hunde giftig sind – doch weil die verschiedenen Früchte von Laien kaum zu unterscheiden seien, solltest Du lieber auf die Fütterung verzichten. Denn: Einige Avocados (oder Teile der Frucht) enthalten Persin, das den Herzmuskel der Hunde schädigt und zum Tod führen kann.

Symptome einer Vergiftung: Atemnot, Bauchwassersucht (Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle), Durchfall, Erbrechen, Husten

Knoblauch und Zwiebeln vermeiden

Egal ob roh, gekocht, gegrillt, geschält, getrocknet, in Pulverform oder frisch: Zwiebeln und Knoblauch sind in gewissen Mengen Gift für die pelzigen Lieblinge. Sie enthalten nämlich Sulfide (N-Propyldisulfid), die die roten Blutkörperchen zerstören und eine Blutarmut (Anämie) hervorrufen können.

Als schädliche Menge geben Jürgen Zentek und Helmut Meyer in ihrem Buch „Ernährung des Hundes“ circa fünf Gramm pro Kilogramm an.

Symptome einer Vergiftung: Blasse Schleimhäute, Blutarmut, Durchfall, Erbrechen, Verweigerung von Wasser und Futter

Kartoffeln, Auberginen, Tomaten

Nachtschattengewächse wie Auberginen, Tomaten oder rohe Kartoffeln enthalten Solanin – insbesondere grüne Tomaten und grüne oder keimende Kartoffeln haben einen hohen Anteil des natürlichen Gifts.

Kartoffeln sollten deshalb nur gekocht (und ohne Schale, denn diese weist auch einen hohen Solanin-Gehalt auf) verfüttert werden. Im Übrigen sollte auch das Kochwasser in den Ausguss wandern, da sich das wasserlösliche Solanin darin ansammelt.

Auch für Paprikas gilt: Lieber nur gekocht servieren. Überreife Tomaten sind auch in rohem Zustand unbedenklich, sofern sie keine grünen Stellen aufweisen.

Symptome einer Vergiftung: Erbrechen, Durchfall, Schleimhautreizung

Achtung im Sommer: Obstkerne

Die Kerne von einigen Früchten (zum Beispiel von Pflaumen, Aprikosen und Kirschen) enthalten Cyanid – dieser Stoff wird im Magen zur Blausäure umgewandelt, die die Zellatmung zum Erliegen bringen kann.

Dadurch käme es letztlich zu einer inneren Erstickung und die Zellen würden aufgrund von Sauerstoffmangel absterben. Solche schweren Vergiftungssymptome sollen jedoch nur nach dem Verzehr größerer Mengen aufgetreten sein.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, allein schon aufgrund der Größe und entsprechender Verstopfungsgefahr, Obstkerne zu entfernen, wenn man dem Vierbeiner etwas Fruchtiges in den Napf geben möchte.

Symptome einer Vergiftung: Atembeschwerden und Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Speicheln

Rohe Hülsenfrüchte

Bohnen, Kichererbsen und einige andere Hülsenfrüchte sollten weder vom Menschen noch vom Tier roh verzehrt werden – darin ist das Gift Phasin enthalten. Es handelt sich dabei um ein Lektin (ein Zucker bindendes Eiweiß), das die roten Blutkörperchen verklumpt.

In großen Mengen ist der Verzehr von rohen Hülsenfrüchten daher tödlich. Die giftige Dosis hängt jedoch (wie bei fast allen Lebensmitteln) von dem Gesundheitszustand und der Größe des Vierbeiners ab.

Symptome einer Vergiftung: Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe

Weintrauben sind für Hunde giftig
Foto: unsplash.com/Maja Petric (Symbolbild)

Klein und giftig: Rosinen und Weintrauben

Die in Weintrauben (und in noch größeren Mengen in Rosinen) vorhandenen Substanzen erhöhen die Kalziumwerte des Blutes beim Hund drastisch, wodurch die Nierenwerte steigen. Bei schlechter Konstitution beziehungsweise bei kleinen Rassen können deshalb bereits geringe Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen – bei zu hohen Konzentrationen kann es sogar zu Nierenversagen kommen.

Deshalb: Besser gleich die Trauben und Rosinen selbst verschlingen.

Symptome einer Vergiftung: Durchfall, Erbrechen, Magenkrämpfe, Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Nierenversagen

Rohes Schweinefleisch

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Hunde kein Schweinefleisch fressen sollten? Das gilt zumindest für das rohe Fleisch. Denn hierüber kann das – wenn auch mittlerweile seltener vorkommend – Aujeszky-Virus übertragen werden. Während die Herpes-Viren für Menschen eher ungefährlich sind, führen sie bei Hunden zu Nerven- und Hirnentzündungen. Die auch Pseudowut genannte Krankheit endet immer tödlich.

Rohes Schweinefleisch sollte deshalb – auch wenn Deutschland seit 2004 als pseudowut-freies Land gilt – niemals verfüttert werden. Gleiches gilt auch für Wildschweinfleisch. Die Erreger werden allerdings durch Temperaturen von 60 Grad und mehr abgetötet.

Symptome einer Vergiftung: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Koordinationsprobleme, Speicheln, starker Juckreiz, Tobsuchtanfälle, Unruhe, Wesensveränderungen, zentrale Störungen (Pseudotollwut), Bewusstlosigkeit. Innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der Symptome führt die Krankheit zum Tod.

Schokolade und Kakao

Kakaohaltige Lebensmittel sollten niemals an Hunde verfüttert werden – sie enthalten die für Hunde giftige Substanz Theobromin. Dieser Stoff kommt auch in der Teepflanze vor und wird vom Körper der Vierbeiner schwerer verdaut beziehungsweise abgebaut.

Je höher der Kakaogehalt, desto höher ist auch der Anteil des Theobromins: In 100 Gramm weißer Schokolade finden sich beispielsweise 200 Milligramm Theobromin, während in 100 Gramm Zartbitterschokolade bereits 1600 Milligramm enthalten sind. Am meisten Theobromin ist in purem Kakaopulver zu finden – in 100 Gramm stecken circa 2000 Milligramm.

Ab einer Dosis von 100 bis 300 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht kann die Substanz bei den Vierbeinern zu Herz-/Kreislaufversagen und damit zum Tode führen – für kleine Hunderassen können deshalb bereits wenige Stückchen Schokolade tödlich enden.

Symptome einer Vergiftung: Atembeschwerden, Bewusstseinsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen

Hund will Schokolade Schokoriegel essen
Foto: AdobeStock/Firn (Symbolfoto)
Übersicht: Diese Lebensmittel sind für Hunde giftig
  • Alkohol
  • Avocados
  • Knoblauch & Zwiebeln
  • Nachtschattengewächse
  • Obstkerne
  • Rohe Hülsenfrüchte
  • Rohes Schweinefleisch
  • Rosinen und Weintrauben
  • Schokolade und Kakao

Falls Dir doch ein Malheur passiert ist und Dein Vierbeiner in einer Not-OP operiert werden muss, ist es ratsam, vorher eine Tierkrankenversicherung abzuschließen. So bist du bei Lebensmittel-Unfällen gut abgesichert.

Hund guckt zur Butter
Foto: Twenty20/carlo_vstek (Symbolbild)

Diese Lebensmittel vertragen Hunde schlecht

Die unten aufgezählten Lebensmittel sind für Hunde zum Glück nicht hochgradig giftig, trotzdem können sie einen Hundemagen ganz schön aus der Bahn werfen. Um keine Schmerzen und Magenverstimmungen zu provozieren, achte darauf, Deinem Vierbeiner von diesen leckeren Dingen nichts oder nur geringe Mengen zu geben.

Butter

Die Fettsäuren der Butter sind kurzkettig und können von Hunden weniger gut verdaut werden, als andere Fette. Geringe Mengen sind unbedenklich, zu viel Butter kann jedoch Erbrechen und Durchfall hervorrufen.

Süßigkeiten

Dass Zucker für unsere Zähne nicht gesund ist, ist uns längst bekannt – bei Hunden ist das nicht anders. Außerdem macht Zucker auch die pelzigen Gefährten schlichtweg dick. Giftig ist Zucker für den Vierbeiner zwar nicht, aber eben auch nicht wirklich gesund.

Statt durch Süßigkeiten sollten Kohlenhydrate eher über Nudeln, gekochte Kartoffeln oder Reis aufgenommen werden. Auch gegen etwas Obst ist nichts einzuwenden.

Kritisch ist allerdings der Süßstoff Xylit, der in manchen Bonbons oder Kaugummis enthalten ist. Da diese Substanz eine stärkere Insulinausschüttung hervorruft, sinkt der Blutzuckerspiegel beim Hund drastisch ab. Die Folge können Krämpfe, Koordinationsschwierigkeiten und teils Leberschäden oder gar Leberversagen sein. Bonbons und andere Süßigkeiten haben deshalb nichts auf dem Speiseplan eines Hundes verloren – wenn sie Süßstoffe enthalten, können sie sogar schädlich bis tödlich sein.

Schäferhund mit Kauknochen.
Foto: unsplash.com/Jonathan Göhner (Symbolfoto)

Gekochte oder gebratene Knochen

Bei aufgeweichten, also gekochten, gebratenen oder gegarten Knochen ist die Splittergefahr höher. Die Folge: Der Vierbeiner könnte Verletzungen im Mundraum, in der Speiseröhre oder im Magen-Darmtrakt davontragen. Schlimmstenfalls führt es zum tödlichen Darmverschluss.

Darüber hinaus sollten keine Knochen vom Schwein gereicht werden (siehe oben „rohes Schweinefleisch“). Rohe Rindermarkknochen, Kalbsknochen oder Lammrippchen sind hingegen eher ungefährlich.

Milchzucker – Hunde sind meist laktoseintolerant

Milch enthält zwar viele gesunde Nährstoffe, allerdings vertragen viele Hunde den Milchzucker (Laktose) nicht. Zuviel Milchzucker kann deshalb zu Durchfall führen. Laktosereduzierte oder –freie Milch, sowie gegorene Produkte (Quark oder ähnliches) sind jedoch unbedenklich.

Salzige Knabbereien

Salzige Mahlzeiten sind bei gesunden Hunden – in gewissem Maße – unbedenklich. Grundsätzlich solltest Du Deinem Hund auch etwas Natrium erhalten, damit der Nährstoffbedarf rundum gedeckt ist. Bei herz- oder nierenkranken Vierbeinern sollte hingegen besser auf Salz verzichtet werden.

Kranker Hund wird gestreichelt
Foto: Imago/Cavan Images (Symbolfoto)
Übersicht: Diese Lebensmittel sind für Hunde schwer zu verdauen
  • Butter
  • Süßigkeiten
  • Gekochte oder gebratene Knochen
  • Milchzucker
  • Salzige Knabbereien

6 Kommentare

  1. Danke für die Liste, bei manchen Lebensmitteln ist man ja doch unsicher. Obwohl manches logisch ist, hat uns das eine oder andere überrascht. Kann man davon ausgehen, dass alle ungesunden /giftigen Sachen genannt sind, oder wird auch mal ergänzt? Danke auch für die Pflanzen -Liste , liebe Grüße Lea und Familie

    • Hallo Daniela, wir versuchen natürlich immer, alles auf dem neuesten Stand zu halten. Im Zweifelsfall bitte IMMER einen Tierarzt kontaktieren – lieber einmal zu viel als zu wenig. Liebe Grüße zurück an die ganze Bande! 🙂

  2. Bitte noch auf Birkenzucker hinweisen, bei Hunden.
    Lt. Tierklinik in kleinsten Dosen brisant….
    …und ich denke, die meisten Hundebesitzer haben schon mal ein Stück Süßes überlassen- das kann schnell tödlich ausgehen.
    MfG Michalko

  3. Eine gute und informative Liste. Aber es fehlt die Liste für Katzen. Als Katzenhalter wäre eine solche für mich interessanter.

Kommentarfunktion ist geschlossen.

Neueste Artikel

Warum sich Dein Hund übergeben hat – und wann Du mit ihm zum Arzt musst

Es kommt ganz plötzlich oder deutet sich durch Husten und Würgen an: Erbrechen beim Hund. Für alle Beteiligen oft...

Ähnliche Artikel