Wie ticken Katzen und warum verhalten sie sich so, wie sie es tun? Diese Frage scheint auf den ersten Blick unmöglich zu beantworten. Wissenschaftler aus den USA wollen dem aber genauer auf den Grund gehen und bitten Halter, an einer großen Umfrage teilzunehmen.
Hinter dem Projekt namens „Darwin’s Cats“ steht ein Team von Wissenschaftlern, das plant, bis zu 100.000 Katzen in die Studie einzubeziehen – von reinrassigen Zuchtkatzen bis hin zu Mischlingen. Innerhalb des nächsten Jahres soll das Erbgut von 5.000 Katzen sequenziert werden.
Das Ziel: Die größte genetische Datenbank für Katzen
Im Gegensatz zu den meisten bestehenden Datenbanken, die sich auf bestimmte Rassen oder veterinärmedizinische Fragestellungen konzentrieren, soll „Darwin’s Cats“ eine vielfältige und groß angelegte Datensammlung aufbauen, erklärt Dr. Elinor Karlsson, die leitende Wissenschaftlerin des Projekts. Besonders wichtig: Das Projekt verfolgt einen Open-Data-Ansatz, sodass die erhobenen genetischen Daten auch anderen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden, berichtet der „Guardian“.
Mit dem Projekt wird auf den Erkenntnissen einer bereits erfolgreich durchgeführten Studie der gleichen Forscher aufgebaut, „Darwin’s Dogs“. Die Studie brachte bereits neue Erkenntnisse über das Verhalten, Krankheiten und die genetischen Ursprünge moderner Hunderassen. Seit dem Start der Katzen-Umfrage im Jahr 2024 haben sich bereits über 3.000 Halter registriert und Fragen beantwortet. Alle Teilnehmer werden zudem gebeten, eine Fellprobe ihrer Samtpfote einzusenden.
Katzen besser verstehen
Halter aus aller Welt können kostenlos an verschiedenen Umfragen zu den physischen Merkmalen, dem Verhalten, der Umgebung und der Gesundheit ihrer Katze teilnehmen. Allerdings werden derzeit DNA-Testkits nur an Katzenbesitzer in den USA verschickt. Die genetische Analyse wird durch Spenden finanziert. Ein großer Vorteil des Projekts: Die Forscher haben eine Methode entwickelt, mit der sich hochwertige DNA aus losem Katzenfell gewinnen lässt, ohne dass Haarwurzeln benötigt werden.
Besitzer können die Probe also einfach durch Bürsten ihrer Katze sammeln. Die Kombination aus genetischen Informationen und den Umfrageergebnissen soll dabei helfen, Zusammenhänge zwischen der DNA von Katzen, ihrem äußeren Erscheinungsbild, ihrem Verhalten und möglichen Krankheiten besser zu verstehen. Ein tieferes Verständnis der genetischen Grundlagen von Persönlichkeitsmerkmalen könne sogar Erkenntnisse über menschliche neurobiologische Entwicklungsstörungen liefern, so Karlsson.



