Der Gebrauch der Dienstwaffe ist im Polizeialltag überaus selten. Nur in absoluten Ausnahme- und Extremfällen müssen die Beamten tatsächlich einen Schuss abgeben. Bei einem Fall aus Ulm ist genau das nun passiert. Der Polizist musste sich mit seiner Pistole vor einem Hund beschützen.
Eigentlich wollten die Polizisten nur eine Personenkontrolle einer vermeintlich betrunkenen Frau durchführen, die mit ihren zwei Hunden am Abend in der Stadt unterwegs war. Die beiden Fellnasen waren während der Kontrolle jedoch nicht angeleint.
Schäferhund greift Polizist an
Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände einer psychiatrischen Klinik. Eine 54 Jahre alte Frau hielt sich im Innenhof mit zwei freilaufenden Hunden auf. Nach Angaben der Polizei hatte sie zuvor mehrfachen Aufforderungen von Klinikmitarbeitenden nicht Folge geleistet. Schließlich verließ sie zwar das Klinikgelände, ließ ihre beiden Hunde jedoch unangeleint auf der angrenzenden Straße zurück, berichtet der „SWR“.
Dort behinderten die Tiere anschließend den Straßenverkehr. Als eine Streifenbesatzung die Frau kontrollieren wollte, soll einer der Hunde – ein Schäferhund – einen der Beamten attackiert haben. Um sich gegen den Angriff zu wehren, gab der Polizist einen Schuss aus seiner Dienstwaffe ab und traf das Tier am Ohr. Laut ersten Angaben wurde der Hund nur leicht verletzt.
Schuss auf Schäferhund zum Selbstschutz
Der betroffene Polizist blieb bei dem Vorfall unverletzt. Die Halterin der Hunde reagierte nach dem Schuss allerdings aggressiv und griff die Polizisten an. Unter anderem schlug sie mit ihrer Jacke auf die Einsatzkräfte ein. Gegen die Frau wurde nun ein Ermittlungsverfahren wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte eingeleitet. Welche Strafe sie erwarten muss, ist noch unklar.

Ob der Einsatz der Schusswaffe gerechtfertigt war, bleibt derzeit fraglich. Klar ist, dass der Beamte aus Selbstschutz handelte und den Hund mit der Schussabgabe vom Angriff abbringen konnte. Möglicherweise hätte er jedoch auch ein Pfefferspray oder andere, tierschonendere Maßnahmen ergreifen können, um sich vor dem Schäferhund zu schützen.



