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Übergewicht beim Hund: Mehr als nur ein Schönheitsfehler

Hat ein Hund einige Pfunde zu viel auf den Rippen, ist das keineswegs nur ein Schönheitsfehler. Übergewicht schadet der Gesundheit Ihres Hundes. Ein zu hohes Gewicht kann zu Gelenkschäden, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen, begünstigt Tumorerkrankungen und verkürzt die Lebenserwartung. Mittlerweile sprechen unterschiedliche Studien davon, dass rund 28-40 Prozent der Hunde zu dick sind.

Auch Muskeln wiegen schwer

Doch wann ist ein Hund eigentlich zu dick? Ein Blick auf die Waage allein genügt nicht: Um herauszufinden, ob ein Tier übergewichtig ist, nimmt man den sogenannten Body Condition Score zur Hilfe (kurz BCS). Ein muskulöser Schäferhund-Rüde kann durchaus zehn Kilo mehr wiegen als eine schlanke Hündin derselben Rasse. Beim BCS wird daher nicht das absolute Gewicht des Hundes, sondern die Figur anhand der Körperstatur beurteilt. Die Skala des BCS reicht von eins (stark untergewichtig) bis fünf (stark übergewichtig). Bei einem Hund mit Idealgewicht verläuft die Bauchlinie vom Brustkorb zum Becken leicht aufsteigend. Betrachtet der Besitzer das Tier von oben, sollte eine leichte Taille erkennbar sein. Zudem sollten die Rippen beim Abtasten durch eine dünne Fettschicht gut zu fühlen sein.

Übergewicht beim Hund – was nun?

Nimmt ein Hund mehr Kalorien auf, als er verbraucht, speichert er diese in Fettdepots und wird übergewichtig. Zu große Futtermengen oder ein Hundefutter mit einem zu hohen Energiegehalt führen zu Übergewicht.

Ein Hund, der zu dick ist, sollte nur in Extremfällen und unter medizinischer Kontrolle auf eine Nulldiät gesetzt werden. Anderweitig kann dies zu gesundheitlichen Schäden führen. Ebenfalls nicht empfehlenswert ist „FdH“ (Friss die Hälfte): Der Hund bekommt dadurch nicht nur weniger Energie, sondern auch weniger Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe, was wiederum gesundheitsschädlich ist.

Soll Euer Hund an Gewicht verlieren, muss die Gewichtsreduktion langsam und schonend sein, damit der Hund langfristig gesund bleibt. Diese sogenannte Reduktionsdiät wird mit einem energiereduzierten und kalorienarmen Futter durchgeführt. Ein solches Spezialfutter enthält mehr Ballaststoffe als ein Alleinfutter für Hunde mit Normalgewicht. Wichtig bei einer Diät: Trotz einer geringeren Energiezufuhr darf es nicht zu einer Unterversorgung mit Nährstoffen kommen. Das Futter sollte exakt auf den Bedarf des Hundes angepasst sein und ihm zum Idealgewicht verhelfen.

Bei einer Reduktionsdiät ist zudem Geduld gefragt: Je nach Ausgangsgewicht dauert es mehrere Wochen, bis das Idealgewicht erreicht wird. Mit dem Verlust der überflüssigen Pfunde gewinnt der Hund wieder an Bewegungsfreude, Gesundheit und Wohlbefinden. Damit es anschließend nicht zu einer erneuten Gewichtszunahme kommt, muss auch nach der Erreichung des Wunschgewichts auf eine bedarfsangepasste Fütterung mit ausreichender Bewegung geachtet werden.

So beugt Ihr Übergewicht vor

Eine Diät kann noch so ausgewogen sein: Bekommt der Hund zwischendurch reichhaltige Belohnungen, kann er nicht abnehmen. Leckerlis, Snacks und zu wenig Bewegung – Schuld am Übergewicht ist meist der Besitzer. Durch ständige Belohnungen, die nicht in die Tagesration eingerechnet werden, kommt es leicht zu Energie-Überversorgungen. Ein Stück Wurst hat mitunter genauso viele Kalorien wie eine ganze Tagesration Futter für Euren Hund. Wer Übergewicht bei seinem Hund vorbeugen möchte, sollte Fütterungsfehler vermeiden, indem der genaue Energie- und Nährstoffbedarf des Tieres ermittelt wird. Hierbei sollten alle ernährungsrelevanten Eigenschaften des Hundes wie Rasse, Alter und Aktivitätsgrad berücksichtigt und das Futter an den Bedarf des Hundes angepasst werden.

Ein Seniorhund ist weniger aktiv und schläft mehr, was den Energiebedarf senkt. Auch hormonelle Veränderungen können zu Übergewicht führen. Entsprechend muss das Futter an den Bedarf des alternden Tieres angepasst werden.

Auch eine Kastration führt häufig zu Übergewicht

Eine kastrierte Hündin hat aufgrund der Hormonumstellung ein doppelt so hohes Übergewichtsrisiko wie ein nicht kastriertes Tier. Rüden sind nach einer Kastration häufig weniger aktiv und nehmen dadurch zu.

Generell spielt regelmäßige Bewegung eine entscheidende Rolle: Liegt ein Hund nur auf der Couch, kann die durch das Futter aufgenommene Energie nicht verbrannt werden. Auch hat ein sehr aktiver, sportlicher Familienhund eine ganz andere Energieverbrennung als ein Tier, das täglich nicht mehr als 30 Minuten spazieren geht.

Energiebedarf ermitteln

Der Energiebedarf des Einzeltieres sollte also festgestellt und in der Ernährung berücksichtigt werden, um Übergewicht vorzubeugen. Mittels sogenannter Rationsberechnungen lässt sich der genaue Energie- und Nährstoffbedarf ermitteln. Auf die Ernährungsberatung spezialisierte Tierärzte bieten individuelle Nährstoffberechnungen an. Dabei werden mithilfe einer Software alle Daten zum Hund u.a. das Alter, Gewicht, der Aktivitätsgrad, Erkrankungen bzw. Allergien abgefragt und daraufhin die Bedarfswerte errechnet. Zudem existieren mittlerweile Internetlösungen, die eine Nährstoffberechnung zu Hause am Computer ermöglichen. So wird unter anderem auch bei der Rationsberechnung auf futalis.de, nach Eingabe aller grundlegenden und ernährungsrelevanten Informationen, der Nährstoffbedarf Ihres Hundes berechnet.

Ein Artikel von Johanna Klickermann, Tierärztin.

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