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Tierschützer alarmiert: Tiergarten Nürnberg will Affen immer noch töten

Wieder Schlagzeilen um den Tiergarten Nürnberg. Dort sollen gesunde Affen getötet werden. Tierschützer sind alarmiert...

Schon vor 15 Monaten sorgte der Tiergarten Nürnberg für Schlagzeilen. Die Verantwortlichen wollten gesunde Affen töten. Doch nachdem es massive Kritik an der Entscheidung gab, durften die Guinea-Paviane weiterleben. Aber jetzt sind die Tötungspläne wieder auf dem Tisch…

Hintergrund: Im Nürnberger Zoo leben seit 1942 Guinea-Paviane. Sie sind Teil des europäischen Erhaltungszuchtprogramms. Doch bei der Zucht haben die Verantwortlichen offensichtlich die Kontrolle verloren. Die Folge: In einem Gehege, das ursprünglich für 25 Tiere gebaut wurde, leben mittlerweile 45 Paviane – eine Überbelegung von 80 Prozent. Die Konsequenzen der beengten Haltung sind offensichtlich, so Tierschützer: Stress und Auseinandersetzungen unter den Tieren.

Junger Pavian.
Foto: unsplash.com/Andrew Liu (Symbolfoto)

Nürnberger Zooleiter: Affentöten „vernünftig“

Deshalb entschieden die Verantwortlichen im Tiergarten bereits vor 15 Monaten: Einige Affen sollen getötet werden. „Keiner aus dem Tiergarten hält es für gut, was getan wird. Aber es ist vernünftig“, so Dag Encke, Leiter des Tiergartens Nürnberg, damals. Doch dann gab es massive Proteste, sogar die Kaulitz-Brüder setzten sich für die Paviane ein. Und die Idee verschwand wieder in der Schublade. Stattdessen hieß es: Eine Gruppe Paviane sollte in einen Privatzoo in Indien gebracht werden. Doch die Pläne wurden nicht umgesetzt.

Dann gab es von der Tierschutzorganisation „Great Ape Project“ (GAP) das Angebot, die Paviane zu übernehmen. Sie wollte die Tiere auf eigene Kosten in das staatlich anerkannte „Wales Ape and Monkey Sanctuary“ in England bringen. Doch der Tiergarten Nürnberg nahm das Angebot nicht an. Stattdessen sind die Tötungspläne wieder aktuell.

Heißt: „Jetzt sollen Tiere die Konsequenzen jahrelanger verfehlter Zucht- und Haltungspolitik mit ihrem Leben bezahlen“, kritisiert Laura Zodrow von „Pro Wildlife“. „Das ist völlig inakzeptabel und verstößt gegen das Tierschutzgesetz.“

Guinea Pavian aus dem Nürnberger Zoo 2005
Foto: Wikimedia Commons/Jakub Friedl (CC BY-SA 2.0)

Tiergarten Nürnberg investiert in Giraffen

Ihr Vorwurf: „Der Tiergarten Nürnberg hätte schon vor Jahren dringend handeln müssen. Doch Alternativen zur Tötung – wie die Abgabe an andere Einrichtungen, ein sofortiger Zuchtstopp, eine Gehegeerweiterung oder sogar ein Neubau – wurden fahrlässig ignoriert.“

Was die Tierschützerin besonders fassungslos macht: Während die Paviane wegen Platzmangels sterben sollen, investiert der Zoo Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung des Giraffenhauses, um zukünftig mehr Tiere anschaffen und züchten zu können. „Diese Doppelmoral ist unerträglich“, so Zodrow. „Jeder private Tierhalter, der seine Hunde aus Platzmangel einschläfern und gleichzeitig neue Katzen anschaffen würde, müsste mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.“

Giunea Pavian Mutter mit Jungtier auf dem Rücken
Foto: Wikimedia Commons/William Warby (CC BY 2.0)

Nach Einschätzung von „Pro Wildlife“ verstößt die geplante Pavian-Tötung gegen das Tierschutzgesetz, das eine Tötung ohne vernünftigen Grund als Straftat ahndet. Die Tötung gesunder Tiere aufgrund selbstverschuldeter Haltungsmängel und Platzprobleme erfüllt diesen „vernünftigen Grund“ nicht.

Tierschützer kritisieren: „Entsorgungsmenatlität statt Artenschutz“

Die Tierschutzorganisation fordert den Tiergarten Nürnberg auf, die Tötungspläne sofort zu stoppen und stattdessen eine verantwortungsvolle Lösung zu suchen – etwa durch Abgabe der Tiere an andere Einrichtungen, Gehegeerweiterungen und den Stopp der weiteren Zucht.

„Zoos werben gerne mit ihrem angeblichen Beitrag zum Artenschutz“, so Zodrow. „In Wahrheit zeigt sich hier ihre Entsorgungsmentalität: Was wirtschaftlich unbequem wird, wird einfach getötet.“ „Pro Wildlife“ wird Strafanzeige gegen den Tiergarten Nürnberg erstatten, falls dieser die Tötung der Affen wirklich vollziehen sollte.

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