Entdeckst Du Tierkot in Deinem Garten, deutet dies in den meisten Fällen auf ungebetenen Besuch mit schlechten Manieren hin. Zumindest dann, wenn Du selber keinen tierischen Mitbewohner hast. Nicht nur Bello oder Miezi verschlägt es manchmal in „fremde Büsche“, auch Wildtiere können gelegentlich auf Futtersuche in Gärten gelangen und dort ihre Markierung hinterlassen.
So niedlich die Vorstellung auch sein mag, dass Meister Reinecke im eigenen Garten „herumgeschnüffelt“ hat, sein Kot kann gefährliche Krankheiten oder Parasiten enthalten. Und für die meisten Gartenbesitzer sind auch Ratten keine wirklich gern gesehenen Gäste.
In vielen Fällen ist zwar die eindeutige Identifikation von Tierkot im eigenen Garten nur schwer möglich, da die Spuren je nach aufgenommener Nahrung, Alter des Tieres und Verwesungsgrad stark variieren. Dennoch können Gartenbesitzer anhand Farbe, Form und Farbe der Hinterlassenschaft feststellen, welch tierischer Besucher in seinen Garten gemacht hat. DeineTierwelt zeigt Dir den häufigsten Tierkot, den Du in Deinem Garten finden kannst und erklärt Dir, ob die Hinterlassenschaft gefährlich sein könnte.
Tierkot im Garten: Hund
Eigentlich ist es ja die Aufgabe eines jeden Hundebesitzers, die Hinterlassenschaften des vierbeinigen Familienmitglieds zu beseitigen – auch in fremden Gärten. Dennoch kommt es häufig vor, dass die Haufen der Fellnasen – vom Hundehalten gewollt oder nicht – liegen bleiben.

Hundekot variiert von Rasse zu Rasse, hat aber in der Regel eine dunkle Farbe. Meistens ist er länglich geformt, zwischen 5 und 20 Zentimeter lang und kann von einer dünnen Schleimschicht umgeben sein. Für den Geruch braucht es nicht viele Worte, den kennt jeder, der bereits einmal in einen Hundehaufen getreten ist.
Tierische Hinterlassenschaften: Katze
Der Kot von Katzen ist häufig in Wohngebieten zu finden, vor allem, wenn es in der Nachbarschaft Freigängerkatzen gibt. Ihre Hinterlassenschaft im Blumenbeet oder im Sandkasten sind aufgrund des strengen Geruchs besonders unbeliebt. Katzenkot ähnelt stark dem des Marders, jedoch vergräbt die Samtpfote diesen in der weichen Erde.
Katzenkot ist länglich und rund zwei Zentimeter lang. Die Farbe ist tiefbraun, er enthält keinerlei Faserspuren, sein Geruch penetrant und auffällig.
Ungebetener Besucher: Marder
Marder gehören zu den ungebetenen Gästen im Garten, in der Garage und vor allem auf dem heimischen Dachboden. Marder ernähren sich sowohl pflanzlich als auch tierisch, worin sich ihr Kot dann auch von dem der Katze unterscheidet. Sieht Du genau hin, kannst Du Reste von Pflanzenfasern, Obstkernen oder Nüssen erkennen. Marder vergraben ihre Hinterlassenschaften nicht in der Erde und haben wechselnde „Toilettenplätze“
Marderkot ist wurst- oder spiralförmig, zwei Zentimeter dick und bis zu zehn Zentimeter lang. Seine Farbe ist dunkelgrau bis schwarz, der Geruch intensiv und unangenehm. Es können Nahrungsreste sichtbar sein.
Eher selten willkommen: Ratten und Mäuse
Ein besonders gefährlicher Tierkot im Garten ist der von Ratten. Diesem solltest Du nur mit äußerster Vorsicht begegnen, da er gefährliche Krankheiten übertragen könnte. Die Exkremente von Ratten darfst Du auf keinen Fall mit dem Staubsauger aufsaugen, damit sich keine Bakterien durch die Luft verbreiten können. Es hilft, den Kot mit Wasser zu benetzen, damit keine Partikel aufgewirbelt werden können.
Der Kot unterscheidet sich bei Wander- und Hausratten. Der von Hausratten ist bis zu zwei Zentimetern lang, bananenförmig, hat runde Enden, ist weniger breit und liegt weitläufig verstreut. Seine Farbe ist schwarz, der Geruch beißend.

Die Hinterlassenschaften der Wanderratten sind ebenfalls bis zu zwei Zentimeter lang, jedoch breit und spindelförmig und liegen in Grüppchen zusammen. Die Farbe ist braun bis schwarz, der Geruch ebenfalls beißend.
Auch Mäusekot kann für den Menschen gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Konkret geht es dabei um den Hantavirus, der sogar Nierenschäden auslösen kann. Auch beim Entfernen von Mäusekot solltest Du daher vorsichtig sein und Handschuhe sowie eine Atemschutzmaske tragen. Denn getrockneter Kot kann beim Auffegen leicht in die Luft und damit in die Atemwege gelangen.
Mäusekot ist kleiner als der von Ratten, reiskornförmig, und zwischen 3 und 8 Millimeter lang. Seine Farbe ist je nach Nahrung braun, grünlich, braun oder schwarz. Er riecht nach Ammoniak.

Nussig: So sieht Eichhörnchenkot aus
Wie die Nahrung von Eichhörnchen vermuten lässt, finden sich Reste von Nüssen auch in den Ausscheidungen der flinken Tiere. Ihr Kot hat eine feste Struktur und ist meist trocken sowie klein und walzenförmig. Außerdem erkennst Du ihn an seiner dunklen, fast schwarzen Farbe und seiner Geruchslosigkeit.

Tierkot im Garten: Igel
Igel sind gern gesehene Besucher im Garten, da sie viele Schädlinge vertilgen und wenig Interesse am mühsam hergerichteten Gemüsebeet haben. Wenn Du Igelkot im Garten findest, kannst Du dem putzigen Gesellen mit einem Igelhaus helfen oder eine Ecke Deines Gartens igelgerecht herrichten, so fühlen sich Igel zum Beispiel in einem Blätter- oder Laubhaufen sehr wohl.
Die Hinterlassenschaften unserer stacheligen Freunde sind walzenförmig, haben ein spitzes Ende, sind drei bis vier Zentimeter lang und rund einen Zentimeter dick. Igelkot ist tiefschwarz glänzend. Er enthält oft Reste von Insektenpanzern, Obstreste oder Federn, sein Geruch ist eher mild.
Vorsicht bei Fuchskot
Obwohl der Fuchs ein scheues und nachtaktives Tier ist, sucht er dennoch die Nähe von uns Menschen und bedient sich vom Nahrungsangebot in unseren Gärten. Komposthaufen, Mülltonnen und Beerensträucher sind ein beliebtes Ziel seiner nächtlichen Streifzüge. Der Tierkot vom Fuchs ist im Garten leicht zu erkennen; ein wichtiges Merkmal sind zum Beispiel Obstkerne darin.
Auch Fuchskot sollte niemals mit bloßen Händen angefasst werden. Denn dieser kann mit dem auch für Menschen potenziell gefährlichen „Fuchsbandwurm“ kontaminiert sein. Fuchs-Exkremente sind wurstförmig, mit spitzem Ende, bis zu zehn Zentimeter lang und rund zwei Zentimeter dick. Der Kot ist grau bis schwarz und enthält oft Nahrungsreste wie Haare, Obstkerne oder Samen. Der Geruch ist unangenehm und intensiv.
Dachse bauen sich eine Toilette
Dachse werden oft von Küchen- oder Obstabfällen in den heimischen Garten gelockt. Finden sie dort dann gute Bedingungen wie lockeren Boden oder Gebüsch, kann es vorkommen, dass sie mit dem Bau eines Dachsbaus beginnen. In der Nähe des Zugangs befindet sich auch immer der Ort, an dem sie ihren Kot hinterlassen – die sogenannte „Dachslatrine“. Dabei handelt es sich um ein längliches Erdloch.
Die Hinterlassenschaften vom Dachs sind unterschiedlich in Größe, Formen und in der Konsistenz, abhängig von der aufgenommenen Nahrung. Die Farbe ist braun oder grau. Es sind Reste von Beeren, Haaren oder Insekten erkennbar. Auch der Geruch ist abhängig von den zuvor eingenommenen Mahlzeiten.
Dachskot ähnelt dem eines kleinen Hundes. Seine Farbe ist je nach Nahrung unterschiedlich; oft sind darin auch Nahrungsreste, Kerne oder Haare enthalten. Der Geruch ist stechend.
Dieser Tierkot im Garten ist leicht zu verwechseln mit dem Haufen eines kleinen Hundes. Allerdings befinden sich in den Exkrementen des Dachses mitunter auch Haare von kleinen Nagetieren, die im Hundekot in der Regel nicht vorkommen. Da Waschbären – wie der Name schon sagt – sehr reinliche Tiere sind, benutzen sie erhöht liegende „Latrinenlöcher“.
In freier Natur nur noch selten: Feldhasen
Da der Lebensraum für Feldhasen aufgrund der zunehmenden Bebauung und Versiegelung der Landschaften immer enger wird, weichen die scheuen Nager vermehrt auf menschliche Gärten aus. In diesen finden sie nicht nur reichlich Nahrung, sondern sind dort auch geschützt vor Raubvögeln. Die kleinen „Mümmler“ haben es auf pflanzliche Nahrung wie Obst, Salat und auf die Rinde von Bäumen und Sträuchern abgesehen. Dieser Tierkot ist daher im Garten leicht zu bestimmen.
„Hasen-Köttel“ sind feste kleine Kugeln, die im Winter gelb oder hellbraun und im Sommer dunkelbraun sind. Auch aufgrund der enthaltenen Pflanzenteile ist ihr Geruch eher unauffällig.
Tierkot im Garten: Rehe kötteln auch
Gerade auf dem Land und in unmittelbarer Nähe zu einem Wald kann es vorkommen, dass sich Rehe in den heimischen Garten verirren. Hier haben sie es dann auf Knospen, Kräuter und junge Triebe an Bäumen, Sträuchern und Rosen abgesehen. Rehe treten in der Regel im Sprung (also in der Herde) auf, ihr Besuch im Garten ist daher auch deutlich am Befall und der Menge der Hinterlassenschaft sichtbar.

Rehe hinterlassen kugel- bis zylinderförmige Köttel, die bis zu eineinhalb Zentimeter lang und einen Zentimeter breit sind. Die Farbe ist dunkelbraun bis schwarz glänzend, der Geruch eher unauffällig.
Potenzielle, vierbeinige Einbrecher: Waschbären
Ist der Waschbär erst einmal in den Garten vorgedrungen, kann es auch passieren, dass das nachtaktive Tier versucht, in das Haus einzudringen. Vor allem der Inhalt von Mülltonnen zieht den kleinen Räuber magisch an, weshalb er in Städten zur Plage werden kann.
Großes Geschäft: Wildschweinkot
Dass Du Wildschweine zu Besuch hattest, erkennst Du meist ohnehin daran, dass sie Deinen Garten umgegraben haben. Ihre Losungen sind ebenfalls nicht zu übersehen: große, zusammenhängende, aber auch auseinander bröckelnde klumpige, dunkle Würste.

Die richtige Entsorgung
Wenn Du Tierkot in Deinem Garten entdeckst, ist die Versuchung groß, diesen einfach mit der Schaufel auf das nächste unbewohnte Grundstück zu werfen. Doch das solltest Du besser nicht tun. Tierkot kann nicht nur andere Tiere anlocken, sondern auch Parasiten, Bakterien und Krankheitserreger enthalten. Deshalb gehört er weder auf den Kompost noch in den Bioabfall.
Entsorge daher die Hinterlassenschaften Deiner tierischen Besucher in einem verschlossenen Beutel in der Restmülltonne. Fasse ihn niemals mit bloßen Händen, sondern nur mit Einweghandschuhen an. Wasche Dir nach der Entfernung auf jeden Fall gründlich Deine Hände.
Du willst wissen, welches Tier die Geräusche macht, die Du nachts hörst? Dann bist Du hier genau richtig.



