Unsere tierischen Mitbewohner sind nicht gerade billig. Aktuellen Studien zufolge geben Tiereltern rund 6,5 Milliarden Euro im Jahr für ihre Schützlinge aus. Und seit November 2022 sind auch noch die Kosten für den Tierarzt deutlich teurer geworden. Denn trotz zahlreicher Appelle wurde zu diesem Zeitpunkt die Gebührenverordnung für Tierärzte (GOT) deutlich erhöht.
Die GOT legt verbindlich fest, wie viel eine tiermedizinische Behandlung kosten darf. Die Gebühren richten sich nach Art der Untersuchung, nach dem Zeitaufwand, der Schwierigkeit des Eingriffs und nach der Spezialisierung der Praxen und Tierkliniken.
Jedoch müssen sich Tierbesitzer das auch leisten können. Denn von eventuellen Lohnsteigerungen bleibt inflationsbereinigt und unter Berücksichtigung überall steigender Kosten nicht mehr viel über. Da hilft, es die Kosten für den Tierarzt oder die Tierärztin möglichst gering zu halten.
Wichtig: Dabei solltest Du Deinen tierischen Schützling natürlich nicht vernachlässigen und ihm immer die tiermedizinische Versorgung ermöglichen, die er braucht!

Tierarztkosten niedrig halten: Kaufe ein gesundes Tier
Die wichtigste und beste Vorsorge ist ganz einfach: Schaffe Dir ein Tier an, dessen Gesundheitszustand dokumentiert ist. Dazu gehört auch, keine Qualzucht zu kaufen. Denn für Tiere bestimmter Rassen können hohe Tierarztkosten vorprogrammiert sein.
Informiere Dich daher im Vorfeld genau, welche gesundheitlichen Beeinträchtigungen typisch für die jeweilige Rasse sind und welche Behandlungen entsprechend anfallen könnten. Rasseportraits, Tierheime oder Tierarztpraxen helfen Dir bei der Einschätzung.
Überwiegen die Kosten Deine finanziellen Möglichkeiten, entscheide Dich lieber für ein anderes Haustier oder eine „weniger“ krankheitsanfällige Rasse. Denn es nutzt nichts, wenn Du Dir Deinen tierischen Freund nicht leisten kannst und dieser dann aufgrund dessen im Tierheim landet.
Gesunde Ernährung und bedürfnisgerechte Haltung
Zur Reduzierung von Tierarztkosten ist außerdem eine gesunde Ernährung und eine bedürfnisgerechte Haltung sehr wichtig. Tatsächlich ist ein Großteil aller Behandlungen in den Tierarztpraxen auf Unwissen der Tierhalter in Bezug auf Ernährung und Haltung zurückzuführen.
Zu viel Futter bei gleichzeitig zu wenig Bewegung verursacht Übergewicht, das wiederum schwerwiegende (im wahrsten Sinne) und kostenintensive Behandlungen zur Folge hat. Häufig kommt es zu Diabetes, die dann teure Medikamente, engmaschiges tierärztliches Monitoring und spezielles Futter nötig macht.

Auch dem Übergewicht geschuldete Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder Knorpelverschleiß haben durch häufige Tierarztbesuche, Physiotherapie und entsprechende Medikamente oft teure Folgen. Und schließlich verursacht Übergewicht häufig Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die wiederum durch häufige Besuche in der Praxis verbunden mit speziellen Medikamenten ein großes Loch in das Portemonnaie reißen können.
Auch „falsches Futter“, nicht „bedarfsdeckendes“ Futter oder eine Über- oder Unterversorgung machen unsere tierischen Mitbewohner krank. Die Folge könnten Allergien, Unverträglichkeiten oder Verdauungsstörungen sein. Sich daher rechtzeitig fachlich und fundiert über eine gesunde Ernährung und eine bedarfsgerechte Haltung zu informieren, stellt die Weichen für ein gesundes, glückliches und kostengünstiges Haustier.
Wann muss das Tier zum Tierarzt?
Es gibt eine Menge Fälle, inklusive Notfälle, bei denen der Besuch in der Tierarztpraxis unvermeidbar ist. Auf keinen Fall darfst Du Deinem tierischen Freund als Sparmaßnahme die medizinische Behandlung verweigern. Das stellt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar.
Es gibt aber auch viele Fälle, bei denen eine tierärztliche Einschätzung via Smartphone möglich ist. Erfahrene Veterinärmediziner beraten Dich dann zu Deinen Gesundheitsfragen und geben ihre Einschätzung zum Gesundheitszustand Deines Haustieres ab — entweder per Videotelefonie oder im Chat. Zwar fallen auch dafür Tierarztkosten an, jedoch sind diese häufig geringer als ein Besuch in der Praxis oder Klinik. Diese Telesprechstunde erspart Deinem tierischen Freund außerdem den Stress, den ein Tierarztbesuch meistens verursacht.

Weiterhin bieten schon heute digitale Apps, Scans mit dem Smartphone oder KI umfangreiche Möglichkeiten, sich über den Gesundheitszustand seines tierischen Freundes zu informieren und anschließend nach der Empfehlung auf dem Bildschirm zu handeln.
Nicht zu spät zum Tierarzt gehen
Ist Dein tierischer Mitbewohner nicht richtig fit, achte stets auf die entsprechenden Symptome. Sitze diese nicht aus, bis diese dann so schlimm werden, dass ein Besuch in der Klinik doch notwendig ist. Behandlungen spätabends, nachts oder am Wochenende verursachen Mehrkosten von mindestens dem 2,5-fachen des GOT-Satzes sowie zusätzliche Notdienstgebühren.
An regelmäßigen Parasitenkontrollen, Wurmkuren und vor allem an Impfungen sollte nicht gespart werden. Die möglichen Erkrankungen können deutlich schwerwiegender und teurer werden als die Kosten für diese Vorsorge.
Viele Tierarztpraxen wissen um den finanziellen Spagat, den ihre Kunden aus Liebe zum eigenen Haustier machen müssen. Und für jeden Veterinärmediziner ist die Alternative, das Tier in ein Tierheim zu geben, die schlechteste aller Wahlmöglichkeiten. Daher bieten viele Kliniken und Praxen an, die Rechnung in Raten zu zahlen. Ist es finanziell gerade besonders eng, versuche deshalb, gemeinsam mit der Praxis eine Lösung zu finden.
Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung?
Der Abschluss einer Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein, damit unvorhergesehene Behandlungskosten kein tiefes Loch ins Portemonnaie reißen. Alternativ kannst Du monatlich eine bestimmte Summe zur Seite legen, um Dir unvorhergesehene Operationen leisten zu können.
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.



