Angst bei Hunden ist keine Seltenheit. Viele reagieren empfindlich auf Geräusche, Trennung vom Menschen oder unbekannte Situationen. Bisher war jedoch kaum bekannt, wie sich dieser Stress auf das Herz der Fellnasen auswirkt.
Eine neue Untersuchung der „Islamic Azad University“ in Teheran liefert nun erste Hinweise: Chronische Angst kann bei Hunden messbare Veränderungen an Herz und Herzfunktion auslösen, selbst wenn sie äußerlich völlig gesund wirken.
Angst verändert messbar das Hundeherz
Für die neue Studie untersuchten die Wissenschaftler aus Teheran 56 Hunde. 36 davon litten unter bekannten Angststörungen, die anderen 20 fungierten als gesunde Kontrollhunde. Mithilfe moderner Ultraschalltechnik untersuchten die Forscher die Auswirkungen von Angst und Stresssituationen auf das Herz der Hunde.
Das Ergebnis: Zwischen Gefühlen und Herzfunktion besteht ein enger Zusammenhang. Bei Hunden mit starker Angst zeigte das Herz im Ultraschall deutliche Unterschiede zu gesunden Tieren. So waren bei 80 Prozent der ängstlichen Vierbeiner bestimmte Herzabschnitte vergrößert. Auch die Herzleistung war verändert: Einige Herzen pumpten stärker als gewöhnlich, andere wiesen unregelmäßige Rhythmen auf.
Besonders auffällig war die Reaktion bei Tieren, die empfindlich auf laute Geräusche reagierten. Diese Hunde hatten oft ein vergrößertes Herzvolumen in der Entspannungsphase. Die Forscher vermuten, dass ständiger Stress zu strukturellen Anpassungen des Organs führt, ähnlich wie bei Menschen, die dauerhaft unter Anspannung stehen.
Versteckte Folgen für Gesundheit und Verhalten
Fast die Hälfte der untersuchten ängstlichen Hunde zeigte zudem Anzeichen von Herzrhythmusstörungen. Zwar waren diese nicht lebensbedrohlich, doch sie deuten darauf hin, dass Angst langfristig das Herz-Kreislauf-System belastet. Die körperliche Wirkung von Stress darf also nicht unterschätzt werden, warnen die Forscher.

Hinzu kommt: Viele betroffene Hunde sind klein oder sehr sensibel, was sie anfälliger für Angstreaktionen macht. Wird das Problem übersehen, kann es zu dauerhafter Erschöpfung, Kreislaufproblemen oder Herzveränderungen führen. Daher empfehlen Fachleute, Angstverhalten bei Hunden frühzeitig ernst zu nehmen und professionell abklären zu lassen.
Früh erkennen, besser schützen
Für Tierärzte kann die Verbindung von Verhalten und Herzgesundheit künftig eine wichtige Rolle spielen. Regelmäßige Kontrollen, bei denen auch das Verhalten berücksichtigt wird, könnten helfen, Herzprobleme frühzeitig zu erkennen. So lassen sich Stress und Angst besser behandeln, bevor körperliche Schäden entstehen.

Auch Halter können viel beitragen: Ein ruhiger Alltag, klare Routinen und gezieltes Training senken das Stressniveau deutlich. Unterstützend wirken Beschäftigung, Bewegung und eine stabile Bindung zum Menschen. Fellnasen mit bereits bekannten Angstproblemen müssen besonders behutsam an neue Situationen herangeführt werden, damit sie sich langfristig wohlfühlen und die Angst besiegen können.



