Ganz so unabhängig, wie Katzen oftmals eingeschätzt werden, sind sie allerdings nicht. So haben Studien bereits gezeigt, dass die Samtpfoten zum Beispiel das Verhalten von Menschen spiegeln. Sie können an Trennungsschmerz leiden, wenn ihre Lieblingsmenschen nicht in der Nähe sind. Und sie reagieren eher auf die Stimme ihrer Familienmitglieder als auf die von Fremden.
Trotzdem gelten sie als weniger loyal als Hunde. Dass das zumindest nicht komplett an der Realität vorbei geht, legt nun das Ergebnis einer Studie nahe. Dabei kam nämlich heraus: Katzen nehmen auch Futter von Menschen an, die zuvor ihre Besitzer schlecht behandelt haben. Im Gegensatz zu Hunden: Die trauten beim gleichen Versuchsaufbau den „gemeinen“ Menschen nicht über den Weg.
Ein Verhalten, das sich durchaus als Loyalität ihren Herrchen und Frauchen gegenüber auslegen lässt. Nach dem Motto: Wer ein Feind meiner Lieblingsmenschen ist, ist auch mein Feind.

Für die Studie ließen die Forscher aus Japan die Tiere zwei verschiedene Situationen beobachten. Ihre Besitzer saßen neben zwei Menschen und versuchten eine Kiste zu öffnen. Dann wandten sie sich an eine der Personen und baten um Hilfe. In einem Durchlauf half die angesprochene Person, im zweiten nicht. Die dritte Person saß jeweils teilnahmslos daneben.
Katzen fressen auch unseren „Feinden“ aus der Hand
Hunde, mit denen derselbe Versuch bereits zuvor durchgeführt worden war, zeigten eindeutig Misstrauen gegenüber der Person, die ihren Herrchen oder Frauchen zuvor nicht geholfen hatte – sie nahmen von ihr nämlich keine Leckerli an.
Die neue Studie mit Katzen, die im Fachjournal „Animal Behavior Cognition“ erschienen ist, zeigt dagegen ein anderes Bild: Den Miezen war die Hilfsbereitschaft der Person ziemlich egal – sie nahmen von ihre trotzdem ein Leckerli.

Trotzdem solle man Katzen auf der Basis dieser Ergebnisse nicht einfach als unloyal abstempeln, mahnt das Magazin „The Conversation“. Denn dadurch würde man das Verhalten der Miezen aus menschlicher Sicht bewerten. Katzen seien aber längst nicht so angepasst an soziale Stimuli wie Hunde.
Katzen seien wesentlich später domestiziert worden. Und im Gegensatz zu Hunden seien ihre Vorfahren keine Herdentiere gewesen, sondern jagende Einzelgänger. „Wir sollten also nicht voreilig schlussfolgern, dass unseren Katzen egal ist, wenn Menschen uns schlecht behandeln. Viel wahrscheinlicher ist, dass sie das einfach nicht merken.“



