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Studie: Menschen könnten Hunde schlechter verstehen, als gedacht

Hunde sind seit Jahrtausenden treue Begleiter des Menschen. Doch wie gut verstehen wir wirklich, was in ihnen vorgeht? Eine neue Studie aus Arizona legt nahe, dass wir uns oft irren – und unsere eigenen Emotionen auf unsere Vierbeiner projizieren.

Laut einer Untersuchung von Holly Molinaro, einer Tierwohlwissenschaftlerin und Doktorandin der Psychologie an der Arizona State University, neigen Menschen dazu, ihre eigenen Gefühle auf Hunde zu projizieren, anstatt deren tatsächliches Verhalten zu analysieren.

Die in der Fachzeitschrift „Anthrozoös“ veröffentlichte Studie untersuchte, wie Menschen die Emotionen von Hunden wahrnehmen. Dazu führten die Forschenden zwei Experimente durch und kamen dabei zu ziemlich eindeutigen Ergebnissen.

Studie: Wie gut verstehen wir unsere Hunde?

Zunächst wurden Hunde in angeblich positiven („glücklichen“) und negativen („weniger glücklichen“) Situationen gefilmt. Während die glücklichen Momente beispielsweise das Erhalten eines Leckerlis umfassten, bestanden die negativen Szenarien unter anderem aus einer sanften Ermahnung oder der Konfrontation mit dem ungeliebten Staubsauger, berichtet „The Economic Times“. Im ersten Experiment zeigten die Wissenschaftler diese Szenen den teilnehmenden Personen mit und ohne Kontext.

Hund macht Sitz.
Foto: unsplash.com/Alexander Grey (Symbolfoto)

Im zweiten Experiment wurden die Videos so bearbeitet, dass ein Hund, der ursprünglich in einem positiven Kontext gefilmt wurde, in eine negative Situation versetzt wurde – und umgekehrt. Über 850 Studienteilnehmer wurden gebeten, die Videos zu bewerten und einzuschätzen, wie glücklich der Hund ihrer Meinung nach war. Das Ergebnis war überraschend.

Menschen projizieren eigene Emotionen auf Hunde

Die meisten Menschen stützten ihr Urteil nicht auf das Verhalten des Hundes selbst, sondern auf die äußeren Umstände. Sie achteten nicht darauf, was der Hund tut, sondern ließen sich von der Gesamtsituation beeinflussen und leiteten daraus die emotionale Verfassung der Fellnase ab, erklärt Molinaro. So wurde ein Hund, der sich scheinbar vor einem Staubsauger fürchtete, von fast allen als verängstigt und unglücklich eingeschätzt.

Wurde jedoch dasselbe „Staubsauger-Verhalten“ in einem anderen Kontext gezeigt – beispielsweise als Reaktion auf das Erblicken der eigenen Leine oder eines Leckerlis, hielten die Teilnehmenden den Hund für ruhig und glücklich. Diese Fehleinschätzungen könnten die Kommunikation zwischen Mensch und Hund erheblich erschweren. Eine andere Studie stellte fest, dass auch die Erfahrung mit Hunden in einer hundefreundlichen Kultur eine wichtige Rolle dabei spielen, die Gefühle von Hunden richtig zu deuten.

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Das Problem sei, dass Menschen dazu neigen, ihre eigenen Gefühle auf die Tiere zu projizieren – ein Phänomen, das als Anthropomorphisierung bezeichnet wird. Wer seinen Vierbeiner besser verstehen möchte, sollte sich also nicht allein auf die eigene Intuition verlassen, sondern verstärkt darauf achten, was der Hund wirklich ausdrückt – unabhängig vom Kontext.

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