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Studie: Können Hunde wirklich Gedanken lesen?

Hunde gelten als treue Gefährten, doch verstehen sie auch, was wir denken? Eine Studie liefert Hinweise darauf, dass Hunde unterscheiden können, ob Menschen richtige oder falsche Annahmen haben. Das könnte bedeuten, dass sie mehr über uns wissen als bisher angenommen.

Hunde begleiten den Menschen seit Jahrtausenden und gelten nicht ohne Grund als „bester Freund des Menschen“. Forschende beschäftigen sich seit Langem mit der Frage, wie gut Hunde menschliche Handlungen und innere Zustände verstehen können.

Ein aktuelles Forschungsteam der Vetmeduni Wien hat diese Frage erneut untersucht. Im Fokus stand, ob Hunde erkennen können, ob eine Person eine richtige oder falsche Vorstellung über eine Situation hat. Diese Fähigkeit nennt sich „False Belief“-Verständnis. Beim Menschen gilt sie als wichtiger Schritt auf dem Weg zur sogenannten Theory of Mind – der Fähigkeit, Gedanken anderer zu lesen und einzuschätzen.

Hunde zeigen Anzeichen von Gedankenlesen

In der Studie untersuchte das „Clever Dog Lab“ der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, ob Hunde zwischen wahrer und falscher Überzeugung beim Menschen unterscheiden können. Dazu entwickelten die Forschenden ein nonverbales Spiel, das an Studien mit Menschenkindern und Menschenaffen angelehnt war, berichten die Wissenschaftler.

Mehr als 200 Hunde nahmen daran teil. Die Tiere sahen, wie Futter zunächst in einem Behälter A versteckt und später in Behälter B umgelagert wurde. Anschließend wies eine Person auf einen Behälter, aber nicht immer auf den richtigen, mit Futter versehenen. Viele Hunde wählten dennoch den Platz, an dem das Futter tatsächlich lag. Einige Tiere folgten jedoch dem Hinweis des unwissenden Menschen, selbst wenn dieser falsch war. Laut den Forschenden spricht das dafür, dass Hunde die Überzeugungen von Menschen wahrnehmen können und extrem verständnisvoll agieren.

Überraschender Unterschied zwischen den Hundegruppen

Besonders spannend: Es gab zwei Gruppen von Hunden, die Hinweise von Menschen mit unterschiedlichem Wissen bekamen. Eine Kommunikatorin hatte gesehen, wo das Futter versteckt wurde, die andere Person nicht. Nur letztere hatte eine falsche Vorstellung über den Ort des Futters. Interessanterweise folgten die Hunde häufiger dem falschen Hinweis der unwissenden Person.

Husky mit unterschiedlich gefärbten Augen.
Foto: unsplash.com/martin bennie (Symbolfoto)

Die Forschenden vermuten, dass Hunde den Hinweis der falsch informierten Person weniger kritisch bewerten. Wenn jedoch eine wissende Person auf den falschen Behälter zeigte, schienen die Hunde eher zu misstrauen. Laut den Beteiligten könnte dies darauf hindeuten, dass Hunde versehentliche Fehler toleranter einschätzen als mögliche bewusste Täuschungen.

Terrier verhalten sich anders

Ein weiteres Ergebnis war, dass sich verschiedene Hunderassen im Test unterschiedlich verhielten. Die Auswertung zeigte, dass Terrier deutlich seltener dem irreführenden Hinweis der falsch informierten Person folgten. Dieses Verhalten ähnelte dem von Menschenkindern und Menschenaffen, die in ähnlichen Tests eher richtig entscheiden.

Weshalb Terrier sich abweichend verhielten, bleibt bislang jedoch offen. Die Studienleitung erklärte, dass diese Unterschiede überraschen, jedoch spannende Anknüpfungspunkte für weitere Forschung bieten. Eventuell spielen Zuchtgeschichte oder besondere Aufmerksamkeitseigenschaften eine Rolle. Sicher ist nur: Die Ergebnisse legen nahe, dass Hunde in gewissem Maße durchaus unsere Gedanken lesen können.

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