Ob Tennisball, Quietschebär oder Stoffknochen, viele Hunde können von ihrem Lieblingsspielzeug einfach nicht ablassen. Manche zeigen dabei ein Verhalten, das weit über normalen Spieltrieb hinausgeht. Genau das haben Forschende nun genauer untersucht.
Ein Team der Veterinärmedizinischen Universität Wien wollte wissen, ob Hunde eine Art „Spielzeug-Sucht“ entwickeln können. Das Ergebnis: Einige Tiere, vor allem Terrier- und Schäferrassen, zeigen tatsächlich Anzeichen eines zwanghaften Verhaltens, das an menschliche Süchte erinnert.
Spielsucht beim Hund – gibt es das?
Für die Studie wurden mehr als hundert Hunde beobachtet, darunter Rüden und Hündinnen im Alter zwischen einem und zehn Jahren. Manche von ihnen galten schon zuvor als besonders spielfreudig. Gemeinsam mit ihren Haltern führten sie verschiedene Aufgaben durch: vom Apportieren bis zum Alleinsein mit dem Lieblingsobjekt.
Die Forschenden der Vetmeduni in Wien filmten die Szenen und bewerteten das Verhalten. Auffällig war, dass einige Hunde stark reagierten, sobald das Spielzeug nicht erreichbar war. Sie sprangen, winselten oder ignorierten sogar Futter, solange sie nicht an ihren Ball kamen. Rund ein Drittel der Tiere zeigte solche intensiven Reaktionen – ein Hinweis auf suchtähnliche Muster.
Terrier und Schäferhunde besonders suchtanfällig
Insgesamt zeigten vor allem Terrier und Schäferhunde eine ausgeprägte Fixierung auf Spielzeuge. Das Forschungsteam vermutet, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Manche Hunde könnten also von Natur aus stärker auf bestimmte Reize ansprechen als andere. Die Analyse deutet zudem darauf hin, dass Halter das Verhalten oft gar nicht fördern.

Das legt nahe, dass die übersteigerte Spielmotivation nicht einfach anerzogen ist, sondern eine tieferliegende Veranlagung widerspiegelt. Trotzdem betonen die Forschenden, dass nur wenige Tiere tatsächlich darunter leiden. Die vierbeinigen Junkies sind trotz ihrer Fixierung auf das Spielzeug nicht krank, wie es bei spielsüchtigen Menschen der Fall wäre.
Kein Grund zur Panik für „Balljunkies“
Die Studie zeigt: Nicht jede Fellnase mit einer großen Spielfreude ist automatisch süchtig. Von echter Abhängigkeit könne nur gesprochen werden, wenn das Verhalten negative Folgen habe, etwa Stress oder Unruhe ohne das Spielzeug. Noch sei unklar, wie dauerhaft das Verhalten ist und ob es dem Tier tatsächlich schade. Sicher ist aber: Wer bemerkt, dass sein Hund übermäßig auf ein Spielobjekt fixiert ist, sollte das Spielpensum etwas dosieren und ihm Abwechslung bieten.



