HomeNewsParkinson-Früherkennung auf 4 Pfoten: Hunde können Krankheit erschnüffeln

Parkinson-Früherkennung auf 4 Pfoten: Hunde können Krankheit erschnüffeln

In einer neuen Studie erkannten Hunde Parkinson-Erkrankte anhand von Hautproben mit erstaunlicher Treffsicherheit – sogar Jahre, bevor die ersten Symptome auftraten. Die Tiere überzeugten mit 98 Prozent Genauigkeit und könnten eine Revolution in der Früherkennung der Krankheit einläuten.

Parkinson ist die zweithäufigste neurodegenerativen Erkrankungen und oft vergehen Jahre, bis eine Diagnose gestellt wird. Doch nun liefert eine neue Studie spektakuläre Erkenntnisse: Speziell trainierte Hunde erkennen die Krankheit über den Geruch.

Die Tiere identifizierten Hautproben Betroffener mit einer Trefferquote von bis zu 98 Prozent. Selbst wenn andere Krankheiten vorlagen, ließen sich Parkinson-Fälle zuverlässig feststellen. Die Forschung ebnet den Weg für eine nicht-invasive Früherkennung.

Hunde erschnüffeln Parkinson mit hoher Genauigkeit

Zwei Hunde, Golden Retriever Bumper und Labrador Peanut, wurden gezielt auf den Geruch von Parkinson-Erkrankten trainiert. Grundlage waren über 200 Hautproben von Betroffenen und Kontrollpersonen ohne die Krankheit. In einem sogenannten Double-Blind-Test, bei dem weder Trainer noch Beobachter wussten, welche Proben positiv waren, erreichten die Hunde eine Genauigkeit von bis zu 98 Prozent, berichtet „ScienceDaily“.

Besonders bemerkenswert: Auch bei Proben von Personen mit anderen Erkrankungen blieben die Tiere zuverlässig. Die Studie, durchgeführt mit Unterstützung der Universitäten Bristol und Manchester sowie der britischen Organisation „Medical Detection Dogs“, unterstreicht damit das enorme Potenzial von Hunden in der medizinischen Diagnostik.

Hoffnung für Parkinson-Früherkennung

Ein eindeutiger Test für die Früherkennung von Parkinson fehlt bislang, Diagnosen erfolgen oft erst, wenn motorische Symptome bereits weit fortgeschritten sind. Dass bestimmte Biomarker offenbar über Hautausdünstungen erkannt werden können, könnte den medizinischen Durchbruch bedeuten. Claire Guest, Wissenschaftliche Leiterin der „Medical Detection Dogs“, betonte, dass Hunde Krankheiten mit beeindruckender Präzision wahrnehmen können.

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Je früher Parkinson erkannt wird, desto eher lässt sich mit gezielter Therapie das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität erhalten. Laut Nicola Rooney von der Universität Bristol zeige die Studie, dass es eine klar erkennbare Duftsignatur bei Parkinson-Erkrankten gibt. Die Leistungen der Hunde überträfen reinen Zufall deutlich – ein Hinweis auf die Möglichkeit, ein zukünftiges Diagnoseverfahren daran zu orientieren.

Große Chancen durch Geruchsdiagnostik

Auch Perdita Barran, Professorin an der Universität Manchester, sieht in der Hautprobe ein vielversprechendes Diagnosewerkzeug. Die Erkenntnisse könnten Teil einer größeren Strategie werden, bei der Hautabstriche ein schnelles und kostengünstiges Screening ermöglichen. Das Ziel der Forscher ist es, die von den Hunden identifizierten Duftmuster nun chemisch zu entschlüsseln.

Gelingt dies, könnten technische Geräte entwickelt werden, die dieselben Marker automatisiert erfassen. Die Hunde zeigen dabei nicht nur das Prinzip – sie liefern auch die Grundlage für die nächste Generation medizinischer Tests.

Die Studie ist Teil des Projekts „Nose2Diagnose“, das sich der Erforschung von Geruch als diagnostisches Instrument widmet. Dass Tiere derart früh und präzise auf Parkinson reagieren können, macht Hoffnung – nicht nur für Betroffene, sondern auch für ein Gesundheitssystem, das zunehmend auf Frühintervention setzt.

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