Bei Hunden und ihren Besitzern gibt es das Vorurteil, sie würden sich oft und im Laufe der Zeit sogar noch mehr ähneln. Nun, bei Katzen passt offenbar nicht das Äußere – aber dafür das Innere zusammen. Eine Studie fand heraus, dass Charakterzüge von Tieren denen ihrer Halter gleichen.
3.331 Katzenbesitzer und zwei Forscherteams
Untersucht wurden 3.331 Katzenbesitzer, wobei ganze 92 Prozent weiblich waren und zwischen einer und 32 Katzen hatten. Sie sollten sich bei der Beantwortung der Fragen auf ein Tier konzentrieren, das ihnen am vertrautesten ist. Ausgewertet wurden die Daten von Forschern der Nottingham Trent University und der University of Lincoln. Die Ergebnisse zeigen, dass Tier und Besitzer eine wirklich enge Verbindung haben.
Fragebögen zum eigenen und dem Charakter der Katze
Zum einen wurden Persönlichkeitsmerkmale der Menschen erhoben. Dabei kam ein Fragebogen zum Zug, der die sogenannten „Big Five“ untersucht – das sind Eigenschaften, etwa wie offen jemand für neue Erfahrungen ist, wie gewissenhaft, extrovertiert oder introvertiert er ist, wie gut er sich mit anderen versteht und wie stabil jemand emotional ist. Hinzu kamen Fragen zum Charakter der Katze.

Je neurotischer der Mensch, desto instabiler die Katze
Aus diesen Antworten ergab sich, dass je neurotischer, also emotional instabiler, ein Mensch war, desto eher war auch die Katze krank, übergewichtig und verhielt sich stressbedingt aggressiv oder ängstlich.
Andersherum zeigte sich, dass ein besonders sozialverträglicher Besitzer eine Katze hatte, die normalgewichtig war und wenig zu aggressivem Verhalten neigte. Diese Menschen waren auch zufriedener mit dem Verhalten ihrer Tiere generell. Kurz gefasst kann man auch sagen: Geselliger Mensch, geselliges Tier.
Neurotische Menschen gewähren weniger Freigang
Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass neurotische Besitzer ihre Tiere besonders häufig in der Wohnung halten, ihnen also keinen Freigang gewähren. Allerdings muss hier angemerkt werden, dass es in Großbritannien eher ungewöhnlich ist, eine Wohnungskatze zu haben, während es in Deutschland üblich ist.
Unklar, ob es Anpassung gibt
Was die Forscher nicht sagen können, ist, ob sich das Verhalten anpasst oder ob sich Besitzer von vornherein ein Tier aussuchen, dass die eigenen Charakterzüge spiegelt. Um hier an Erkenntnisse zu gelangen, braucht es etwa eine Langzeituntersuchung, die mehrfach im Leben der Katze ihr Verhalten erhebt.
Auch haben Menschen die Fragen über die Charakterzüge der Tiere beantwortet, sie können ihr eigenes Verhalten auf die Katze übertragen haben – ohne, dass der Charakter dem wirklich entspricht.



