Normalerweise miauen Katzen den lieben langen Tag. Jeder Miau-Laut hat dabei eine Bedeutung. So macht der kleine Vierbeiner entweder damit auf sich aufmerksam oder nutzt das Miauen zur Begrüßung. Es kann aber auch bedeuten, dass irgendetwas nicht stimmt oder dass sich die Katze nicht wohlfühlt. Immer wieder berichten Katzenhalter jedoch, dass ihr kleiner Vierbeiner gar nicht oder nur sehr leise und fast unmerklich miaut. Auch wenn Dir das bei Deinem schnurrenden Liebling noch nicht aufgefallen ist, kann es bei Katzen tatsächlich zu einem vorübergehenden oder dauerhaften Stimmverlust kommen.
Aphonie heißt der vollständige Stimmverlust als schwerste Form einer Stimmbildstörung. Auch wenn viele Menschen davon ausgehen, dass der Stimmverlust nur ein vorübergehendes Problem ist, solltest Du aufmerksam werden, wenn Dein normalerweise sehr gesprächiger Stubentiger weitaus weniger oder gar nicht mehr miaut oder andere Geräusche von sich gibt. DeineTierwelt erklärt Dir die möglichen Ursachen für einen Stimmverlust und wann Du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen solltest.

Häufigste Ursache für Stimmverlust: Infektion der Atemwege
Meistens ist der Stimmverlust auf eine Atemwegsinfektion zurückzuführen. So wie sich die menschliche Stimme bei solch einer Infektion verändert, verändert sich auch das Miauen Deiner Katze, während sie krank ist oder sich erholt. Alles, was eine Schwellung des Rachens verursacht, kann auch zu einer Veränderung des Stimmbilds führen. Normalerweise kehrt die Stimme des Stuben-Tigers innerhalb weniger Tage nach dem Abklingen der Infektion zurück.
Vor allem brachyzephale, also flachgesichtige, Katzen wie Perser, Himalayakatzen oder Burmesen können an einem „brachyzephalen obstruktiven Atemwegssyndrom“ erkranken, das zu einer Veränderung im Miauen sowie zu Atembeschwerden führen kann.
Kehlkopfentzündung bei Katzen
Laryngitis nennt sich die Entzündung des Katzen-Kehlkopfes, die auch eine mögliche Ursache für den Stimmverlust sein könnte. Die ersten Anzeichen für eine Kehlkopfentzündung ist Husten, der „anfangs hart, trocken und kurz ist, später aber weich und feucht wird und sehr schmerzhaft sein kann“. Flüssigkeitsansammlungen und Schwellungen des Kehlkopfes führen innerhalb von nur Stunden zu einem keuchenden und lautem Atmen, Fieber und Schwierigkeiten beim Schlucken. Gelber oder grüner Nasenausfluss, Lethargie, Mundgeruch und schwaches Miauen sind weitere Symptome einer Kehlkopfentzündung.
Kehlkopflähmung bei Katzen: selten, aber schwerwiegend
Normalerweise öffnen sich die Kehlkopfknorpel beim Atmen und Luft strömt durch die Luftrohre in die Lungen. Wenn der Kehlkopf aber gelähmt ist, öffnen und schließen sich die Knorpel nicht effektiv, sodass Dein tierischer Liebling Schwierigkeiten hat zu atmen. Eine Lähmung des Kehlkopfes ist eine schwerwiegende Erkrankung und nur operativ zu beheben. Kehlkopflähmungen sind aber sehr selten und kommen nur bei älteren Katzen vor oder entwickeln sich als Folge von Traumata am Hals oder Hals-Operationen. Husten, Heiserkeit oder Veränderung des Stimmbildes könnten die ersten Anzeichen für Probleme mit dem Kehlkopf sein.

Neben einer Atemwegsinfektion und Problemen mit dem Kehlkopf sind aber auch das Einatmen oder das Verschlucken von toxischen Substanzen, ein Insektenstich, Traumata im Halsbereich, Fremdkörper, die im Hals stecken bleiben, ein Abszess oder gutartige Polypen mögliche Gründe für einen Stimmverlust bei Katzen.
Stimmverlust bei Katzen vorbeugen
Eine artgerechte, ausgewogene und nahrhafte Ernährung ist unter anderem ein Garant dafür, dass sich Dein schnurrender Liebling nicht erkältet oder sich eine Kehlkopfentzündung zuzieht. Halte ihn zusätzlich warm und vor allem trocken und setzte ihn nicht der Zugluft aus. Sollte Deine Katze trotzdem an Stimmverlust leiden, helfen Luftbefeuchter und spezielle Inhalatoren dabei, die Symptome zu lindern. Befreie Deinen Vierbeiner auch regelmäßig von seinem Nasenausfluss.
Eine typische Kehlkopfentzündung verschwindet innerhalb weniger Tage oder Wochen von selbst. Wenn Deine Katze aber ihre Stimme verliert und zusätzliche Symptome wie verminderte Aktivität, Keuchen, Schluckbeschwerden oder Hecheln hat, probiere zuvor keine Medikamente aus, die Du selber nimmst oder die andere Katzenbesitzer Dir empfohlen haben. Gehe in diesem Fall mit Deinem Vierbeiner sofort zum Tierarzt und befolge ausschließlich seine Anweisungen und seine Behandlungsmethode. Und dann wird Dir nach einigen Tagen wieder das vertraute und so vermisste Miauen und Mauzen entgegenschallen.



