Kaninchen und Meerschweinchen gelten als wahre Meister im Verheimlichen von Schmerzen – und das steckt in ihren Genen. Denn so schützen sie sich in der freien Wildbahn vor Fressfeinden. Deshalb solltest Du die Körpersprache Deines Nagers genau beobachten und schon kleinste Anzeichen für Schmerzen richtig deuten.
Leiden Langohren unter Schmerzen, geht dies oftmals nicht nur mit Appetitlosigkeit einher, sondern auch mit dem häufigen Anlegen der Ohren. Treten die Augen tief in die Höhlen zurück und bleiben halb oder ganz geschlossen, sollten bei Dir die Alarmglocken läuten.
Kaninchen mit Schmerzen legen häufig die Ohren an
Ebenfalls kein gutes Zeichen ist es, wenn die Wangen der Mümmelmänner flach wirken, die Tasthaare starr sind und nah an den Körper gezogen werden. Ein schmerzfreies Tier hat eine U-förmige Nasenöffnung, bei Schmerz wird sie V-förmig. Zeigt das Kaninchen auch nur eines dieser Symptome, ist das ein deutlicher Hinweis auf Schmerz.
Oder zieht sich Dein Kaninchen aus der Gruppe oder von Dir zurück? Zeigt es aggressives Verhalten gegenüber seiner Gruppe oder Dir? Auch das können Hinweise auf Schmerzen sein, klärt die angehende Tierärztin Cand. med. vet. Viola Schillinger bei „Kaninchenwiese“ auf. Dort findest Du außerdem eine Tabelle der „Bristol Rabbit Pain Scale (BRPS)“. Dabei sollst Du Dein Kaninchen 3 Minuten lang genau beobachten und auf einzelne Aspekte wie die Augen und Ohren, Körperpflege sowie das Verhalten Deines Tieres achten. Putzt sich Dein Kaninchen noch? Ist sein Körper entspannt oder steif und gekrümmt oder sein Bauch an den Boden gepresst?

Anhand der Kategorie und Punktvergabe kannst Du dann besser einschätzen, wie gut oder schlecht es Deinem Hopper geht und entsprechend handeln. Bist Du Dir unsicher oder vermutest beziehungsweise weißt von Schmerzen Deines Kaninchens, werde bei einem auf Kaninchen spezialisierten Tierarzt vorstellig. Denn nicht jeder Kleintierarzt kennt sich mit den Nagern aus.
Welche Tierarztkosten für Kaninchen anfallen können und wie Du gegen Krankheiten vorbeugen und sie richtig erkennen kannst, erfährst Du hier. Wie Du die Kosten möglichst niedrig halten kannst, verraten wir Dir hier. Und wie Du Hilfe bei sehr hohen Tierarztkosten bekommst, liest Du hier. Auch eine Tierkrankenversicherung empfehlen Experten, denn eine Operation oder Krankheit kann schnell ins Geld gehen – auch für kleine Tiere wie Kaninchen.
Meerschweinchen sind schwierige Patienten
Auch Meerschweinchen sind schwierige Patienten. Hinweise für Wehwehchen ist laut Tierärzten nicht nur nervöses, unruhiges oder apathisches Verhalten – auch eine gekrümmte Körperhaltung und gesträubtes Fell solltest Du ernst nehmen und den kleinen Patienten schnell zum Arzt bringen. Wenn Du ein deutliches Zähneknirschen und gar laute Pfiffe hörst, könne ein Krankheit schon im fortgeschrittenen Stadium sein.
Die häufigsten Krankheiten von Meerschweinen haben wir Dir hier zusammengefasst.
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.



