Junge Hunderasse aus den USA
Der Staffordshire Terrier, oder auch American Staffordshire Terrier, ist eine relativ junge Hunderasse. Die Amstaffs, wie sie bei Züchtern und Liebhabern genannt werden, stammen heute überwiegend aus den USA. Doch ihre Ursprünge liegen in Europa. Bereits seit der Antike wurden in Europa Hundekämpfe zur Unterhaltung ausgetragen. Traditionell wurden dafür Terrier-Züchtungen und alte Bulldoggen eingesetzt.
Das Black County in Mittelengland, auch Staffordshire genannt, war im 19. Jahrhundert eine Hochburg für professionelle Hundekämpfe. Daher hat der Staffordshire Terrier, der zu dieser Zeit illegal gezüchtete wurde, seinen Namen. In Nordamerika erfreuten sich solche Kämpfe ebenfalls großer Beliebtheit. Weil die Wettkämpfe im 20. Jahrhundert verboten wurden, zog es die Züchter in die USA. Der Name Pitbull setzte sich dort im Volksmund vermehrt durch.
Zu dieser Zeit fand ein rigoroses Umdenken statt: Der American Kennel Club wurde neu gegründet und setzte sich dafür ein, dass der Staffordshire Terrier nicht nur als Rasselistenhund anerkannt wurde. Er sorgte auch dafür, dass sich das Kraftpaket vom strategischen Kampfhund zum liebevollen Familien- und Begleithund wandelte. Der wohl bekannteste Pitbull aus dieser Zeit ist der Hund, der im Kinofilm „Die kleinen Strolche“ zu sehen ist.

Der massige und gleichzeitig sanftmütige Vierbeiner ist für die Kindergruppe Beschützer, Begleiter und Spielkamerad in einem. Dieser Film sorgte in weiten Teilen der Bevölkerung für eine vollkommen neues Verständnis dieser verurteilten Hunderasse. Genau dieses Tier aus dem Film wurde übrigens als erster Staffordshire Terrier beim American Kennel Club gelistet.
Seit 1936 ist die Hunderasse Staffordshire Terrier beim FCI in die Gruppe 3 „Terrier“ unter der Sektion 3 „Bullartige Terrier“ anerkannt. 1972 wurde die Hunderasse in American Staffordshire Terrier umbenannt, weil sie so leichter vom englischen Staffordshire Bull Terrier abzugrenzen ist.
Ein Kraftpaket auf vier Beinen
Bereits optisch verrät der gedrungene Staffordshire Terrier seine Kraft. Er ist ausgesprochen muskulös, vor allem über die breite Brust ziehen sich beeindruckende Muskelstränge. Ein kurzer Rücken verläuft in die tiefe Brust des Hundes. Er hat einen breiten, keilförmigen Kopf mit halbaufgerichteten Ohren und klugen Augen. Zudem verfügt er über ein starkes und ausgeprägtes Gebiss – ein Hinweis auf seine Vergangenheit in der Hundearena. Trotz der Muskelmasse ist der Hund überaus wendig und agil.
Das Fell ist klassisch kurz und fühlt sich eher steif und drahtig an. Bei gesunden Tieren glänzt es außerdem. Der Rassestandard erlaubt fast jede Färbung des Staffordshire Terriers von grau bis blau sowie Brauntöne aller Art. Auch gescheckte Tiere werden akzeptiert. Allerdings sollte nicht mehr als 80 Prozent des Tieres weiß gefärbt sein.
Weitere Merkmale des American Staffordshire Terriers sind:
- Widerristhöhe: 43 bis 48 cm
- Gewicht: 18 bis 30 kg
- Lebenserwartung: 10 bis 12 Jahre
Wesen und Charakter des American Staffordshire Terriers
Entgegen der weitverbreiteten Meinung Staffordshire Terrier seien von Natur aus aggressiv, sind sie von ihrer Veranlagung her eher in sich ruhend. Der Amstaff ist intelligent und enorm kräftig. Dir als Besitzer gegenüber ist er besonders liebevoll und sehr anhänglich. Er wird Dir und Deiner Familie immer die Treue halten, komme was wolle.
Fremden Menschen gegenüber kann man ihn eher als neutral bezeichnen. Weil er für den Hundekampf gezüchtet wurde, ist der Staffordshire Terrier sehr kontrollierbar und verfügt außerdem über eine extrem hohe Reizschwelle. Er lässt sich kaum provozieren, daher ist er ein optimaler Hund für Familien mit Kindern.
Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass eine unseriöse Zucht und der falsche Halter den Hund schnell zur Waffe werden lassen können. Dagegen gehen Zuchtverbände weltweit seit den 1990er Jahren allerdings rigoros vor. Auch Tierschutzvereine wie der Tierschutzverein Pitbull, Stafford & Co. setzen sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt für diese Hunderasse ein.
Wie wird American Staffordshire Terrier am besten gehalten?
Der Vierbeiner hat einen hohen Bewegungsdrang. Daher genügt es bei weitem nicht, wenn Du mit ihm nur kurze Gassi-Runden gehst. Geistige und körperliche Auslastung sowie ausreichend Auslauf sind in der Haltung Deines Staffordshire Terriers unerlässlich. Bei guter Sozialisierung ist er perfekt geeignet für sämtliche Hundesportarten, da er über eine große Ausdauer und die oftmals nötige Wendigkeit verfügt. Davon profitierst auch Du, denn dieser Typ Hund hält Dich auf jeden Fall fit!
Achtung allerdings bei Reisen ins Ausland mit Deinem Staff: In manchen Europäischen Ländern wie den Niederlanden oder Dänemark ist die Haltung des Vierbeiners strengstens verboten. Es kann sogar sein, dass Dir Dein Hund schon an der Grenze abgenommen und euthanasiert wird. Leider zählt er in vielen Ländern und einigen deutschen Bundesländern zu den sogenannten Listenhunden und Du musst als Besitzer mit vielen Einschränkungen rechnen. In Mecklenburg-Vorpommern beispielsweise gibt es eine spezielle Hundeverordnung für die Haltung dieser Rasse.

Die Erziehung Deines American Staffordshire Terriers
Die meisten Schwierigkeiten mit diesem Vierbeiner ergeben sich aus Haltungsproblemen oder schlichtweg fehlgeleiteter Erziehung. Es ist wichtig, dass Du Deinem Amstaff Welpen schon von Kindesbeinen an zeigst, wer der Chef ist. Nur mit einer konsequenten Erziehung wird er Dich als Rudelführer akzeptieren und sich Dir unterordnen. Oftmals ist bereits der Züchter Deines American Staffordshire Terriers ausschlaggebend für das Wesen Deines Hundes. Daher solltest Du immer nur Staffordshire Welpen kaufen, die vom Profizüchtern stammen.
Zur richtigen Erziehung Deines Vierbeiners gehört auch die richtige Sozialisation mit anderen Hunden und fremden Menschen. Leider weisen viele Hundeschulen die massigen Tiere immer noch ab – oftmals aus der Angst heraus, die anderen Hundehalter zu verstören. Trotzdem lohnt es sich, eine geeignete Welpen- und Hundeschule zu suchen, denn der American Staffordshire Terrier ist absolut kein Anfängerhund.
Dein Hund wird immer eine enge Partnerschaft suchen. Daher ist es sinnvoll, wenn Du ihm diese mit ruhiger und respektvoller Hand bietest. Strafen und Zwangsmaßnahmen können schnell nach hinten losgehen. Es ist wichtig, dass Du bereits viel Erfahrung mit Hunden mitbringst, wenn Du Dich für einen Amstaff entscheidest.



