Der Spanische Wasserhund ist nicht nur ein liebevoller Gefährte, sondern war ursprünglich auch ein vielseitig eingesetztes Arbeitstier und braucht Bewegung. Diese Frohnatur kann sich an Land wie im Wasser bestens behaupten.
Steckbrief
- Herkunft: Spanien
- Klassifikation: FCI-Gruppe 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
- Größe: Rüden: 44 bis 50 Zentimeter, Hündinnen: 40 bis 46 Zentimeter
- Gewicht: Rüden: 18 bis 22 Kilogramm, Hündinnen: 14 bis 18 Kilogramm
- Körperbau: robust, langköpfig, mittelgroß
- Fell und Farbe: weiß, schwarz, braun; mittellanges Fell
- Charakter: kinderlieb, treu, wachsam, freundlich, intelligent, agil
- Pflege: braucht keine besondere Fellpflege, wird das Haar zu lang, wird er geschoren
- Gesundheit: Anfälligkeit für Augenerkrankungen, Neuroaxonale Dystrophie, Goniodysplasie
- Lebenserwartung: durchschnittlich 12 Jahre
Herkunft und Entwicklung des freundlichen Vierbeiners
Der Spanische Wasserhund, auch Perro de Agua Español in der ursprünglichen Heimat Spanien genannt (oder liebevoll nur Perro), ist eng mit anderen Wasserhunden wie dem etwas größeren Portugiesischen Wasserhund, Cão de Água Português, dem Lagotto Romagnolo aus Italien oder dem Barbet aus Frankreich verwandt. Sie alle sind wiederum eng mit dem Pudel verwandt. Dieser ist schon seit langem über ganz Europa verbreitet.
Neben den zuvor genannten Hunderassen steht der Spanische Wasserhund wohl auch mit dem Ungarische Puli in Verbindung. Zum einen bildet der Perro wie der Puli bis zum Boden reichende Schnüre oder Zotten aus, wenn das Fell zu lang wird. Zum anderen hieß der Spanische Wasserhund in seiner Heimat früher auch lange Zeit Turco Andaluz (Türkenhund). Womöglich wurden ungarische Hirtenhunde wie Pumi und Puli zusammen mit Merinoschafen aus Ungarn nach Spanien importiert. Zu dieser Zeit war Ungarn von den Türken besetzt, woraus der Name Turco Andaluz für den heutigen Spanischen Wasserhund entstanden sein mag. Dieser entwickelte sich wahrscheinlich aus dem Puli. In Spanien war der Spanische Wasserhund ein echter Allrounder unter den Hunderassen und diente als Hütehund, Wachhund, an den Küsten als Helfer der Fischer oder bei der Jagd im Sumpf als Apportierhund, der Beute aus dem Wasser holte.

Ab den Siebziger Jahren begann die offizielle Zucht des Spanischen Wasserhundes mit einer ganz kleinen Zuchtbasis. Seine Anerkennung als Rassehund wurde erst 1985 auf nationaler Ebene durchgesetzt. Am 30.05.1999 wurde er dann offiziell durch die „Fédération Cynologique Internationale“ anerkannt.
In Deutschland war der Spanische Wasserhund lange Zeit kaum vertreten. Im „VDH“ wurden circa ein Dutzend Welpen pro Jahr verzeichnet. Inzwischen ist seine Beliebtheit als freundlicher Familienhund hierzulande aber deutlich angestiegen.
Rassetypisches Aussehen
Das Markenzeichen dieser Rasse ist sein üppiges, lockiges Fell. Schon die Welpen kommen mit lockiger Fellpracht zur Welt, das eine leicht wollige Textur besitzt. Das mittellange Haar ist äußerst pflegeleicht, kann jedoch bei zu großer Länge zottelig werden. Den Spanischen Wasserhund gibt es in einfarbig, weiß, schwarz, zimtfarben oder braun in allen Nuancen sowie auch in zweifarbiger Variante. Unter dem dichten Fell des Spanischen Wasserhundes zeigt sich ein rustikaler und wohlproportionierter Körper von mittlerer Größe und Gewicht. Der Spanische Wasserhund ist langköpfig und besitzt einen eher gestreckten Körperbau.
Das Wesen der freundlichen Familienhunde
Der Spanische Wasserhund besitzt durchweg positive Eigenschaften und ein treues und fröhliches Wesen. Er ist äußerst loyal, gehorsam, wachsam und sehr ausgeglichen, was ihn auch zum idealen Familienhund und besten Freund Deiner Kinder macht. Mit anderen Vierbeinern im Haushalt verträgt er sich ebenfalls gut und ist auch fremden Menschen gegenüber niemals aggressiv, wenn auch zu Anfang erstmal zurückhaltend. Demnach kannst Du einen Spanischen Wasserhund auch in der Wohnung halten, ideal wäre aber ein Haus mit Garten.
Der Spanische Wasserhund ist aber auch ein vielseitig einsetzbarer Arbeitshund mit wachsamen Wesen und außergewöhnlich hoher Auffassungsgabe. Das heißt, er möchte gefordert werden, kann aber auch mal genügsam ein Tag daheim verbringen. Durch seinen aufmerksamen Charakter und seinen sportlichen, schnellen, geschickten und ausdauernden Körper eignet sich der Spanische Wasserhund für alle Hundesportarten und als Begleithund für diverse sportliche Aktionen von Herrchen und Frauchen. Der Jagdinstinkt ist je nach Individuum unterschiedlich stark ausgeprägt. Als Wach- uns Hütehund macht sich dieser leicht auszubildende Vierbeiner sehr gut.

Erziehung & Haltung: Für wen der Spanische Wasserhund geeignet ist
Ein Spanischer Wasserhund lässt sich sehr gut erziehen. Durch sein offenes Wesen ist er folgsam und überlässt gerne Herrchen und Frauchen das Kommando. Dieser Vierbeiner verzeiht auch die Fehler eines Anfängers, wenn diese rechtzeitig korrigiert werden. Du kannst dafür gerne einen Hundetrainer konsultieren und eine gute Hundeschule besuchen. Der Spanische Wasserhund stellt keine außergewöhnlichen Ansprüche an die Haltung, muss aber aufgrund seines agilen Wesens beschäftigt werden.
Er ist vielseitig begabt und kann im Hundesport seine Erfüllung finden. Dort erzielt er sehr gute Leistungen. Besonders das Apportieren hat es ihm angetan und er kann zum wahren Junkie werden. Gerne arbeitet der Spanische Wasserhund dabei mit seinem Herrchen oder Frauchen partnerschaftlich zusammen. Nun musst Du Deinem Liebling nicht jeden Tag ein volles Sportprogramm bieten. Er kann auch gut entspannen, sollte aber über das übliche Gassigehen hinaus, sportlich gefordert werden, denn sein Körper ist sehr leistungsfähig. Dieses Tier ist auch ideal als Anfängerhund für Neueinsteiger unter den Hundeliebhabern geeignet.
Fellpflege und Gesundheit
Trotz seiner mittellangen, lockigen und dichten Haarpracht ist der Spanische Wasserhund bezüglich der Fellpflege unkompliziert und muss nicht gekämmt und gebürstet werden. Wird das Fell allerdings zu lang und bildet Zotten, kann Dein Vierbeiner wieder auf eine mittlere Länge rundum geschoren werden. Die Zotten kannst Du natürlich auch auskämmen, was etwas mehr Arbeit fordert, jedoch ein wirklich prachtvolles Fellergebnis ergibt. Eine bequemere Pflege gibt es kaum und dennoch kann dieses Tier durchaus auf Schönheitswettbewerben mithalten, wenn Du es mit seinem schönen, lockigen Fell herausputzt.
Prinzipiell erfreut sich der Spanische Wasserhund bester Gesundheit, allerdings neigt er bei falscher Züchtung zu bestimmten Erbkrankheiten, wie progressiver Retinaatrophie, neuroaxonaler Dystrophie (eine Nerven-Erkrankung) und Goniodysplasie (Augenerkrankung).
Aufgrund seiner kleinen Population in Deutschland kann es schnell zu Inzucht und den erblich bedingten Störungen kommen. Diese können jedoch durch Gentests nachgewiesen und vorgebeugt werden.
Auch bei der Hundeernährung stellt der Spanische Wasserhund keine besonderen Ansprüche. Egal ob Trocken- oder Nassfutter oder beides im Wechsel: der Perro mag alle Varianten. Das Futter sollte nur einen hohen Fleischanteil enthalten und natürlich hochwertig und nahrhaft sein. Getreide und Zucker sollte sein Futter idealerweise nicht enthalten, denn diese sind für ihn schwer verdaulich. Passe die Menge der Nahrung seinem Energieverbrauch an.



