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Sonnencreme für Hunde: Wie Du Deinen Liebling vor Sonnenbrand schützt

Kein Scherz: Sonnencreme für Hunde sollte in keiner Ausrüstung eines verantwortlichen Hundebesitzers fehlen. Denn die Haut von Vierbeinern reagiert sehr empfindlich auf UV-Strahlung. Besonders im Sommer kann sich die Fellnase daher schnell einen schmerzhaften Sonnenbrand zuziehen. Worauf Du bei der Sonnencreme achten musst und wie Du Deinen Hund noch schützen kannst.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Sonnenbrand-Risiko bei Hunden besonders hoch bei: hellhäutigen, kurzhaarigen, felllosen Rassen, Welpen, Hunden mit Hautproblemen oder bei bestimmten Medikamenten
  • gefährdete Stellen: Kopf, Nase, Schnauze, Ohren, Brust, Bauch
  • nur hundespezifische oder zur Not milde Babycreme (LSF 30–50), frei von schädlichen Stoffen
  • wasserfeste Hunde-Sonnencreme fürs Baden
  • bei Sonnenbrand: kühlen, ggf. zum Tierarzt

Es ist Sommer und die Sonne scheint am wolkenlosen Himmel. Deine Haut klebt noch von der dicken Schicht Sonnencreme, die Du gerade erst aufgetragen hast. Zusätzlich ausgerüstet mit Sonnenbrille und Sonnenhut, bist Du startklar für Stand-Up-Paddling oder einfach nur einen entspannten Tag am Strand. Dein Hund ist natürlich mit von der Partie und ihr lasst Euch gemeinsam die Sonne auf den Pelz scheinen. Dabei solltest Du jedoch auch Deinen Hund vor Sonnenbrand schützen.

Denn: Die Vierbeiner verbrennen sich ganz schnell die zarte, empfindliche Hundehaut. Und das tut weh! Triff also vor Ausflügen in die Sonne immer vorbeugende Maßnahmen, um Deinen Vierbeiner vor Sonnenbrand zu schützen – dazu gehört auch Sonnencreme für Hunde.

Ein Hund ist mit seinem Halter auf einem Surf-Board und macht Stand-up-Paddling.
Foto: pixabay.com/birgl (Symbolfoto)

Welche Hunde bekommen besonders schnell einen Sonnenbrand?

Bei Hunden ist es so ähnlich wie bei Menschen: Je heller Haut und Haare, umso schneller bekommen sie Sonnenbrand. Hellhäutige und kurzhaarige Rassen sind also besonders gefährdet. Auch die Länge und Dichte des Fells spielt eine Rolle: Langhaarige Hunderassen mit Unterwolle wie Golden Retriever verbrennen sich ein der Regel ihre Haut nicht so schnell wie andere Rassen.

Nicht überraschen sind felllose Nackthunde sehr sonnenempfindlich – beispielsweise der Peruanische Nackthund oder der Chinesische Schopfhund. Auch Dalmatiner, Chihuahuas mit hellem Fell, Bulldoggen und Beagle verbrennen sich leicht ihre Haut in der Sonne. Mischlinge, die den Rassen ähneln oder einfach nur helles Fell haben, reagieren ebenfalls empfindlich auf die UV-Strahlung.

Aber auch Hunde mit dunklem, langem und dichtem Fell können sich einen Sonnenbrand holen. Denn auch ihre Haut wird nach langer Zeit in der Sonne von der UV-Belastung angegriffen.

Bei Welpen musst Du besonders Acht geben. Auch sie bekommen schnell Sonnenbrand. Vor allem dann, wenn sie unter Parasitenbefall leiden oder chronische Hauterkrankungen haben. Außerdem machen auch bestimmte Medikamente wie beispielsweise Kortison die Haut gegenüber Sonnenlicht sensibler.

Wo bekommen Hunde Sonnenbrand?

Hautstellen, die der Sonneneinstrahlung besonders stark ausgesetzt sind, weil dort kein oder kaum Fell wächst, werden schnell von der Sonne verbrannt. Dazu gehören der Kopf, die Partie rund um Nase und Maul, die Innenflächen und Spitzen der Ohren und die Brust, die Leistengegend sowie der Bauch – vor allem dann, wenn Deine Fellschnauze beim Sonnenbaden für längere Zeit komplett ausgestreckt auf dem Rücken gedreht liegt.

Nahaufnahme einer Hundenase.
Foto: pixabay.com/radex118 (Symbolfoto)

Hat Dein Hund Sonnenbrand? So erkennst Du es

Du kennst das Gefühl sicherlich, wenn jeder Hauch einer Berührung weh tut, Du nicht mal mehr duschen kannst, weil sich das Wasser auf Deiner verbrannten Haut anfühlt wie Lava und jede noch so kleine Bewegung zu einem Ziehen, Spannen und stechendem Gefühl an der betroffenen Stelle führt. Manchmal juckt die geschädigte Haut zudem fürchterlich, aber Du musst dem Drang zu Kratzen widerstehen. Andernfalls würdest Du Dir die Stellen auch noch aufkratzen, was den Heilungsprozess Deiner Haut zusätzlich erschwert.

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Die gleiche Pein verspürt auch Dein Hund, wenn er sich einen Sonnenbrand zugezogen hat. Das heißt also: Die Haut Deines Vierbeiners wird rot, entzündet sich stark und schmerzt. Nach einer Weile fängt sie an zu schuppen und stark zu jucken. Manchmal bilden sich auch Krusten auf der Haut. Nur selten – lediglich bei ganz starken Verbrennungen – bilden sich Blasen.

Sieht die Nase Deines Hundes trocken aus, kann auch das ein Anzeichen für einen Sonnenbrand sein. Kratzt sich Dein Hund vermehrt und leckt sich immer wieder ab, nachdem ihr lange Zeit draußen unterwegs wart, ist das ein Hinweis, dass er sich möglicherweise einen Sonnenbrand zugezogen hat. Denn der juckt grauenhaft.

Ein weißer Hund leckt seine Pfote.
Foto: Adobe Stock/ juserdiuk (Symbolfoto)

Warum ist Sonnenbrand so gefährlich für Hunde?

Verbrennt sich Dein Hund seine Haut sehr stark oder in regelmäßigen Abständen, leidet er nicht mehr nur unter starkem Brennen, Juckreiz und Hautrötungen. Dann kann er seinen Appetit verlieren, sich erschöpft und unwohl fühlen. Zudem könnte Schwindel Deine Fellnase plagen. Statt „einfacher“ Hautrötungen kann sich Dein Liebling stattdessen sogar noch eine Solardermatitis zuziehen. Eine äußerst schmerzhafte Hautkrankheit, die dringend vom Tierarzt behandelt werden muss.

Eine zu häufige Belastung durch UV-Strahlung kann ferner zu der Bildung von Tumoren führen, die wiederum Hautkrebs verursachen. Häufige Sonnenbrände können zu Tumorerkrankungen und Vorstufen von Hautkrebs führen. Außerdem kann eine ständige und zu starke Sonnenbestrahlung auch die Ursache anderer Hautkrankheiten sein.

Ob bei Hund, Mensch oder Katze: Sonnenbrand kann böse Langzeitfolgen für die Gesundheit haben. Wenn Du möchtest, dass Dein Begleiter auf vier Pfoten gesund bleibt solltest Du ihn vor zu viel Sonne schützen. Auch die Haut eines Hundes altert bei zu viel UV-Licht schneller.

Welche Sonnencreme für Hunde ist für Deine Fellnase geeignet?

Du solltest Deinem Hund auf keinen Fall eine Sonnencreme kaufen, die Du selbst benutzt. In menschlicher Sonnencreme befinden sich meistens Zusatzstoffe wie Para-Aminobenzoesäure, Silikone, Farb- sowie Duftstoffe und Konservierungsmittel. Da Hunde dazu neigen, sich eingecremte Hautpartien abzulecken, würden sie all die schädlichen Stoffe aus der Sonnenlotion aufnehmen.

Hund am Strand
Foto: pexels.com/pixabay (Symbolfoto)

Wenn Du mal ganz spontan Sonnencreme für Deinen Hund benötigst und keine zur Hand hast, die speziell für Vierbeiner entwickelt wurde, kannst du auch mal zu einer milden Creme für Babys greifen. Wichtig ist, dass der Lichtschutzfaktor bei 30 oder 50 liegt, was bei Sunblockern für Kinder immer der Fall ist. Dort liegt der Lichtschutz oft noch höher.

Sonnencreme, die auf Hunde und den pH-Wert ihrer Haut abgestimmt wurden, findest Du im Tierfachgeschäft, manchmal auch in Apotheken und auf jeden Fall in verschiedenen Onlineshops. Wenn Dich das Überangebot an Sonnencreme überfordert, kann Dich Dein Tierarzt sicherlich dazu beraten.

Handelt es sich bei Deinem Hund um eine Wasserratte, dann sollte die Sonnencreme natürlich auch wasserfest sein, damit Du Deinen pelzigen Schatz nicht ständig erneut mit Lotion einreiben musst.

Hund schwimmt
Foto: unsplash.com/David Valentine (Symbolfoto)

Sonnencreme für Hunde: Wie schmierst Du Deinen Vierbeiner am besten ein?

Wenn Du jetzt denkst, Du müsstest klebrige Creme auf dem flauschigen Fell Deines Hundes verteilen, dann können wir Dich beruhigen: Die Sonnencreme verteilst Du lediglich auf den Stellen, die besonders schnell von der UV-Strahlung angegriffen werden. Dazu zählen Schnauze, Nase, Nasenrücken, Ohren und eventuell die Bauchzone.

Natürlich musst Du die Zonen, die einzucremen sind, individuell von Deinem Hund abhängig machen. Hat er mehrere Körperbereiche, an denen vergleichsweise nur wenige Haare wachsen, benötigst Du natürlich mehr Sonnencreme. Und: Bevor der Sommerausflug starten kann, muss die Sonnecreme auf der Haut Deines Hundes einziehen.

Übrigens: Auch an Wintertagen und im Schatten, kann Dein Hund einen Sonnenbrand bekommen – also immer schön eincremen und Sonnencreme im Rucksack dabei haben! Insbesondere in den Bergen, wo die Sonneneinstrahlung besonders hoch ist und am Wasser, wo die Belastung wo das Sonnenlicht nochmal zusätzlich reflektiert wird, ist das Risiko einen Sonnenbrand zu erleiden sehr hoch. Das gilt für Hund und Halter.

Golden Retriever rennt am Strand
Foto: Unsplash+ In Zusammenarbeit mit JSB Co. (Symbolfoto)

Zusätzlich zu Sonnencreme: So schützt Du Deinen Hund vor Sonne

Im Sommer gilt generell: Halte Dich bei heißen Temperaturen und knallender Sonne mit Deinem Vierbeiner besser im Schatten auf und verlege große Spaziergänge besser auf die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Bei einer Gassi-Runde in der prallen Mittagssonne steigt nicht nur die Gefahr für einen Sonnenbrand, sondern auch für einen Hitzschlag. Dieser kann schnell tödlich enden, wenn Du nicht sofort handelst.

Zuhause im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse kannst Du Deinem Hund Sonnenschutz in Form eines Sonnenschirms oder eines Sonnensegels zur Verfügung stellen. Viele Vierbeiner, die eine empfindliche Haut haben, fühlen sich in der stechenden Sonne ohnehin schnell unwohl und ziehen sich oft auch selbstständig zurück – legen sich unter natürliche Schattenspender wie Bäume und Büsche.

Für den Strand eignen sich Strandmuscheln, in denen sich Dein Hund verkriechen kann. Daneben gibt es sogar Sonnenhüte (Affiliate-Link) für Vierbeiner.

Hund mit Sonnenhut
Foto: unsplash.com/Frames For Your Heart (Symbolfoto)

Wenn Dein Hund beispielsweise eine Augenkrankheit hat, könnte es in manchen Fällen auch ratsam sein, ihm eine Sonnenbrille aufzusetzen. Das klingt sehr nach Vermenschlichung und Tierquälerei? Eine Tierärztin hat jedoch festgestellt, dass Sonnenlicht auch für die Augen Deines Hundes schädlich ist und eine Sonnenbrille dabei helfen kann, sein Augenlicht lange zu schützen.

Du erinnerst Dich bestimmt noch an die Zeiten als Du selbst noch ein Kind warst, Dir beim Spielen in der Sonne mächtig den Rücken verbrannt hast und Deine Mutter Dir danach das Plantschen am Strand nur noch erlaubte, wenn Du ein peinliches, viel zu großes weißes T-Shirt angezogen hast. Für Hunde gibt es ebenfalls Sonnenschutzbekleidung – zum Beispiel Westen. Und peinlich sind die Deinem Vierbeiner sicher nicht. Apropos: Auch zum Planschen gibt es Schwimmwesten für Hunde.

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Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Wenn die Maßnahmen aber nicht helfen oder Du es verpasst hast, Deinen Hund vor der Sonne zu schützen, können einige Erste-Hilfe-Maßnahmen Deinem Vierbeiner helfen. Bei ersten Anzeichen eines Sonnenbrands, solltest Du Deinen Hund schleunigst aus der Sonne holen. Um ihm die Schmerzen etwas zu erleichtern, kannst Du die betreffenden Hautstellen mit kalten Umschlägen, Quark- oder Joghurtwickeln kühlen.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

Sind die Rötungen bereits sehr stark oder werfen sogar Bläschen, solltest Du dringend den Tierarzt aufsuchen. So können bei schweren Verbrennungen Schmerzmittel und eine Kortison-Behandlung mit entsprechenden Salben oder Gels für Linderung sorgen. Achtung: Bei Kortison anschließend die Sonne meiden – nicht, dass die Haut Deines Hundes weitere UV-Schäden nimmt.

Trotz all unserer Tipps zum Thema Sonnencreme für Hunde, solltest Du nach Möglichkeit darauf verzichten, Deine Fellnase zu lange der prallen Sonne auszusetzen. Schließlich sind Hunde wesentlich hitzeanfälliger als Du, da sie nicht so schwitzen können wie Menschen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich über das Hecheln.

Mit der richtigen Vorbereitung, Ausrüstung und Sensibilisierung sollte Eurem nächsten Ausflug aber hoffentlich nichts im Wege stehen.

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