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Sommer mit Hund: Ab wann ist es für Hunde zu heiß zum Gassigehen?

Gerade im Sommer wird wieder die Frage aufkommen, ab wann es zu heiß für Hunde ist? Darauf gibt es zwar keine pauschale Antwort, als allgemeine Faustregel gilt aber: Ab einer Außentemperatur von über 32 Grad Celsius sollten alle Outdoor-Aktivitäten auf ein Minimum beschränkt werden.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Ab etwa 32 °C Außentemperatur sollten Spaziergänge mit Hunden stark eingeschränkt werden – besonders kurzschnauzige Rassen, Welpen, Senioren und gesundheitlich angeschlagene Tiere sind schon bei niedrigeren Temperaturen gefährdet.
  • Auch Luftfeuchtigkeit, Felltyp und Größe des Hundes spielen eine wichtige Rolle bei der Einschätzung, ob es zu heiß für das Tier ist.
  • Um Überhitzung zu vermeiden, helfen kurze Spaziergänge in den kühlen Morgen- oder Abendstunden, schattige Routen, ausreichend Wasser, Kühlzubehör und Indoor-Aktivitäten zur geistigen Auslastung

Schon der Frühling hat vielerorts für sommerlich-warme Temperaturen gesorgt. Und der Sommer, der uns auch den einen oder anderen Hitze-Tag bringen könnte, steht uns ja noch bevor. Auch wenn Du selbst gerne in der Sonne brutzelt – unsere Hunde kann die Hitze ganz schön anstrengen.

Denn ab einer bestimmten Temperatur solltest Du Deinen vierbeinigen Freund lieber drinnen lassen. Zwar gibt es keine pauschale Antwort darauf, ab wann es zu heiß für Hunde ist. Als Faustregel gilt aber: Ab einer Außentemperatur von über 32 Grad Celsius solltest Du Aktivitäten mit Deinem Hund im Freien eingestellt oder auf ein unbedingt notwendiges Minimum reduziert werden.

Denn hitzebedingte Krankheiten können für Hunde sehr gefährlich sein. Unsere Vierbeiner sind gegenüber Hitze und Luftfeuchtigkeit weniger widerstandsfähig als wir Menschen. Es fällt ihnen schwerer, ihre Körpertemperatur zu regulieren. Infolgedessen könnte es zu Überhitzung, Dehydrierung oder sogar zu einem Hitzeschlag kommen.

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Zusätzliche Gefahr geht auch von heißen Bürgersteigen oder Asphalt aus, auf dem sich die Vierbeiner ihre Pfotenballen schmerzhaft verbrennen können.

Ab wann es für Hunde zu heiß ist, kommt auf mehrere Faktoren an

Dr. Courtney Pierce, medizinische Leiterin bei „Zoetis PetCare“, erklärt, wann es zu heiß für Hunde ist. Sie empfiehlt, den Spaziergang auf zehn bis 15 Minuten zu begrenzen, sobald die Temperaturen auf 29 Grad Celsius steigen. Temperaturen von über 32 Grad Celsius gelten als „Grenzwert für sichere Spaziergänge mit Hund im Freien“.

Im Gespräch mit „Rover“ gibt die Tierärztin aber zu bedenken, dass dieser Grenzwert für Hunde mit einem bestimmten Körperbau sogar noch niedriger ist. Dr. Pierce sagt: „Brachycephale Rassen wie Mops, Boxer oder Bulldogge sind einem größeren Risiko ausgesetzt.“ Die zuchtbedingten kürzeren Atemwege erschweren den Fellnasen das Hecheln und Atmen. Bereits ab 26 Grad kann es für diese Hunde bereits zu heiß zum ausgiebigen Gassigehen sein.

Mann geht mit einer Bulldogge Gassi.
Foto: pixabay.com/OrnaW (Symbolfoto)

Doch nicht nur hohe Temperaturen setzten Deinem pelzigen Liebling zu. Auch hohe Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt die Fähigkeit von Hunden, sich durch Hecheln abzukühlen und damit die Körpertemperatur zu regulieren. Neben der Temperatur solltest Du daher immer auch die steigende Luftfeuchtigkeit im Blick haben.

Aber auch weitere Dinge beeinflussen, ab wann es zu heiß für Hunde ist, dazu gehören neben der Hunderasse:

  • Alter: Welpen und ältere Hunde können ihre Körpertemperatur nicht so gut regulieren wie erwachsene Fellnasen.
  • Größe: Große Rassen können Schwierigkeiten haben, sich abzukühlen.
  • Felltyp: Vierbeiner mit Unterwolle oder dunklem Fell speichern die Wärme mehr als Hunde mit dünnem oder hellerem Fell. Regelmäßige Fellpflege hilft, überschüssige Haare zu entfernen.
  • Gesundheitszustand: Hunde mit Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Atemwegsprobleme leiden unter heißem Wetter besonders.
  • Medikamente: Nimmt Deine Fellnase regelmäßig Medikamente, kläre mit Deinem Tierarzt ab, ob diese in irgendeiner Weise Deinen vierbeinigen Freund negativ beeinflussen, mit Hitze umgehen zu können.
Nahaufnahme eines Hundekopfes, der aus einem Bottich herausguckt.
Foto: unsplash.com/Darren Richardson (Symbolbild)

Richtwerte für einen Gassigang bei Hitze

Auch bei Hitze ist Bewegung für Deine Fellnase wichtig. Regelmäßige Spaziergänge fördern nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die mentale Ausgeglichenheit. Ein müder Hund ist ein zufriedener Hund – auch im Sommer. Dabei gilt aber vor allem: Auf die richtige Dosis kommt es an.

Diese Richtwerte geben an, wie lange Du bei welchen Temperaturen mit Deiner Fellnase risikolos im Freien Gassigehen oder andere Aktivitäten ausüben solltest (für brachycephale Rassen gelten andere Angaben):

  • Außentemperaturen bis 24 Grad: sicher für übliche Aktivitäten
  • 24 bis 27 Grad Celsius: maximal 20 bis 30 Minuten
  • 27 bis 29 Grad Celsius: maximal 15 bis 20 Minuten
  • 29 bis 32 Grad Celsius: maximal zehn bis 15 Minuten
  • 32 bis 38 Grad Celsius: maximal fünf Minuten

Tipps, um Deine Fellnase kühl zu halten

Tierärztin Dr. Elena Shirley empfiehlt die Verwendung von Kühlwesten oder Bandanas, um die Körpertemperatur von Hunden zu regulieren. Spezielle Stiefeletten schützen außerdem die empfindlichen Pfotenballen vor heißen Bürgersteigen und Asphalt.

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Mit den folgenden Tipps hilfst Du Deinem Vierbeiner außerdem, beim sommerlichen Gassigehen kühl zu bleiben:

  • ausreichend Wasser mitbringen
  • Hundeschuhe
  • Hund mit Sonnencreme einschmieren
  • häufig Pausen machen
  • kürzere und schattige Routen wählen
  • lieber über Gras statt Asphalt laufen
  • entlang von Bächen oder Seen spazieren gehen
  • in den Morgen- oder Abendstunden Gassi gehen
  • Hunde nicht am Fahrrad nebenher laufen lassen

Nach dem Spaziergang sollte der Vierbeiner sofort Wasser bekommen und sich an einem kühlen Platz ausruhen dürfen. Verwende aber auf gar keinen Fall eiskaltes Wasser, da Du damit einen Schock bei Deinem Hund auslösen könntest. Spezielles Hundefutter wie Hundeeis, Smoothies oder einen leckeren „Hundefroyo“ aus Joghurt, Früchten und ein bisschen Honig helfen der Fellschnute zusätzlich bei der Abkühlung.

Golden Retriever schaut glücklich aus dem Pool.
Foto: AdobeStock.com/chendongshan (Symbolfoto)

Probiere Indoor-Spiele und -Aktivitäten aus

Dein wuffender Freund braucht trotz Hitze körperliche Action und geistige Aktivität, damit er ausgelastet ist. Fallen daher die normalen Freizeitaktivitäten im Freien aus, kannst Du diese Indoor-Spiele ausprobieren:

  • gefrorenes Spielzeug oder Leckerlis verstecken
  • Wasser-, Versteck- oder Apportierspiele
  • eine große Schüssel mit Eiswürfeln hinstellen
  • neue Tricks üben

Fazit: Ab wann es für Hunde zu heiß ist

Die Zeit zwischen dem 23. Juli und 23. August wird umgangssprachlich auch als „Hundstage“ bezeichnet. Dies sind (normalerweise) die heißesten Tage im europäischen Sommer. Für unsere wuffenden Freunde ist diese Zeit besonders anstrengend, da Hunde nicht für große Hitze geschaffen sind. Fellnasen können nicht schwitzen und regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich durch Hecheln, was bei großer Hitze schnell an Grenzen stößt.

Bereits Temperaturen ab 25 Grad Celsius können für die Vierbeiner unangenehm werden, insbesondere bei direkter Sonneneinstrahlung und hoher Luftfeuchtigkeit. Temperaturen ab 30 Grad Celsius gelten als kritisch für Welpen, ältere Hunde und für kurznasige Rassen. Ab 32 Grad Celsius sollten sich Hunde aller Rassen hauptsächlich drinnen aufhalten und Outdoor-Aktivitäten auf ein Minimum beschränken.

Wenn Du Dir Sorgen machst, dass Dein Vierbeiner überhitzt oder sich sogar ein Hitzschlag entwickeln haben könnte, such sofort einen Tierarzt oder eine Notfall-Praxis auf.

Wichtiger Hinweis

Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

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