Hättest Du es gewusst: Katzen haben normalerweise 18 Krallen – jeweils fünf an den Vorderpfoten und vier an den Hinterpfoten. Die Katzenkrallen bestehen aus Keratin, demselben Protein, aus dem auch unsere Haare und Nägel bestehen. Trotzdem unterscheiden sie sich in vielen Punkten von unseren Finger- oder Fußnägeln.
Zum Beispiel können die Miezen ihre Krallen ein- und ausfahren. Und die Krallen wachsen in Schichten. Deshalb musst Du Dich nicht wundern, wenn Du zwischendurch leere Krallenhülsen auf dem Teppich oder am Kratzbaum findest: Die äußerste Schicht stirbt sozusagen irgendwann ab und löst sich beim Kratzen. Darunter warten aber scharfe, neue Krallen.
Wie unsere Nägel wachsen auch die Krallen von Katzen ständig – und das bedeutet, dass Du als Katzenhalter sie zwischendurch vermutlich schneiden musst. Wann und wie? Erfährst Du hier!
Muss ich meiner Freigänger-Katze die Krallen schneiden?
Katzen, die viel draußen unterwegs sind, nutzen ihre Krallen oft ganz automatisch ab. Zum Beispiel weil sie auf unterschiedlichen Untergründen laufen oder auf Bäume klettern. Deshalb kann es gut sein, dass Du einer Freigänger-Katze weniger häufig die Krallen schneiden musst als einer Wohnungskatze.
Denn die Stubentiger haben häufig weniger Gelegenheit, ihre Krallen selbst zu wetzen. Hier kannst Du aber zum Beispiel mit einem Kratzbaum für Abhilfe sorgen.

Wie oft müssen die Krallen geschnitten werden?
Egal ob Freigänger oder Wohnungskatze: Häufig lässt sich relativ leicht erkennen, ob die Krallen einer Katze zu lang sind. Ein erster Anhaltspunkt ist, wenn die Krallen beim Laufen auf glattem Untergrund klackende Geräusche machen. Auch wenn die Mieze häufiger am Teppich hängen bleibt, kann es Zeit für die Krallenpflege sein. Denn: Zu lange Krallen können einwachsen und sich entzünden. Für die Katze ist das sehr schmerzhaft.
Als groben Anhaltspunkt kannst Du Dir merken, dass die Krallen einer Katze alle paar Wochen geschnitten werden müssen. Einige Experten geben als Faustregel einen Zeitraum von zwei Monaten an. Letztendlich ist es aber sehr individuell, in welchem Abstand die Krallen Deiner Mieze getrimmt werden müssen.
Zu besonderer Obacht raten Tierschützer bei älteren Katzen oder Katzenrassen mit langem Fell. Bei letzteren fällt es nämlich mitunter besonders schwer zu erkennen, ob die Krallen zu lang sind. Und Katzensenioren kann es irgendwann schwer fallen, die Krallen selbst zu schärfen. Wenn Du bemerkst, dass Deine Katze ihre Krallen nicht mehr gut einfahren kann, solltest Du sie kürzen.
Kann der Tierarzt die Krallen schneiden?
Wenn Du am Anfang unsicher bist, wann und wie Du die Krallen Deiner Katze schneiden kannst, frage einfach Deinen Tierarzt, ob er es Dir zeigen kann. Wer ganz unsicher ist, kann die Krallenpflege auch komplett der Tierärztin überlassen. Laut der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) kostet das Kürzen der Krallen 6,41 Euro bei einfachem Gebührensatz plus Steuern.

So schneidest Du Deiner Katze selbst die Krallen
Natürlich kannst Du Deiner Samtpfote auch selbst die Krallen schneiden – und dafür sorgen, dass sie diesem Spitznamen wieder gerecht wird. Wichtig dafür ist vor allem das richtige Werkzeug. Es gibt zum Beispiel spezielle Krallenscheren oder auch -Knipser. Nagelscheren für Menschen eigenen sich dagegen nicht, weil sie häufig nicht scharf genug sind.
Dann ist es wichtig, nur die Spitze der harten Außenschicht der Krallen zu schneiden. Denn: Das Innere der Kralle ist durchblutet und von Nerven durchzogen. Jeder, der versehentlich schonmal zu viel Kralle abgeschnitten hat, wird das festgestellt haben.
Das Innere der Kralle, das sogenannte Mark, schimmert bei gutem Licht rosa. „Tasso e.V.“ rät dazu, mit einer Taschenlampe nachzuhelfen um herauszufinden, wie weit die Krallen gestutzt werden können.
Meine Katze lässt mich nicht an ihre Krallen – was kann ich tun?
Viele Katzen mögen es nicht unbedingt, wenn wir uns direkt mit furchteinflößenden Scheren auf ihre Krallen stürzen. Deshalb ist es immer sinnvoll, Deine Katze langsam daran zu gewöhnen, dass ihre Pfoten berührt werden. Am besten baust Du das Vertrauen schon einige Tage im Voraus auf.
Wenn es dann soweit ist, sorgst Du für eine ruhige Umgebung. Achte auch darauf, dass Du die Krallen nicht genau dann schneidest, wenn Deine Mieze aufgekratzt und im Spielmodus ist. Vielleicht streichelst Du Deine Katze erstmal und bringst sie in eine entspannte Stimmung, bevor Du ihre Krallen trimmst.

Drücke dann ganz sanft von oben und unten auf die Pfote, damit die Krallen sich ausfahren. Wie bereits erklärt, solltest Du nicht zu viel von den Krallen abschneiden, um Blutungen und Schmerzen bei Deiner Katze zu verhindern. Wenn Du das rosa Mark erkennen kannst, solltest Du die Krallen etwa drei bis vier Millimeter darüber kürzen, rät die Tierschutzorganisation „PDSA“. Aber Achtung: Bei schwarzen Krallen kann es schwieriger sein, das Mark zu erkennen.
Wenn Du merkst, dass Deine Katze unruhig wird, kannst Du ihre eine Pause gönnen. Du musst schließlich nicht alle Krallen in einer Sitzung kürzen. Und: Versuche die Erfahrung für Deine Katze so angenehm wie möglich zu machen. Schrei sie deshalb auf keinen Fall an oder halte sie zu fest, wenn sie sich wehrt. So erreichst Du nur, dass sie Dich in Zukunft noch weniger an ihre Krallen lässt.
Krallen niemals amputieren!
Krallen zu kürzen oder sie zu amputieren sind zwei komplett unterschiedliche Dinge. Während das erste für die Gesundheit Deiner Katze wichtig ist, handelt es sich beim zweiten um eine Operation, die nach § 6 des Tierschutzgesetzes verboten ist und als Tierquälerei gilt.



