HomeKatzenSo sehr leidet Deine Katze, wenn Du sie alleine lässt

So sehr leidet Deine Katze, wenn Du sie alleine lässt

Kennst Du das auch? Dein Hund vermisst Dich unheimlich, sobald Du ihn alleine zurücklässt – einer Katze ist das oft eher schnuppe. Oder etwa doch nicht? Zumindest bei einzelnen Samtpfoten stimmt das tatsächlich nicht, bestätigt eine Untersuchung.

Dass die Samtpfoten durchaus tiefe Bindungen zu ihren Menschen aufbauen und entsprechend darunter leiden, wenn sie allein gelassen werden, belegt nun auch eine Untersuchung brasilianischer Wissenschaftlerinnen. Wie sie im Fachblatt „PLOS One“ berichten, legte in ihrer Studie gut ein Zehntel der Tiere in Abwesenheit der Halter Verhaltensauffälligkeiten an den Tag.

Dass Einsamkeit zu Verhaltensstörungen führen kann, ist für Hunde bereits hinreichend nachgewiesen. Für Katzen steht die Forschung noch am Anfang. Doch eine wachsende Zahl an Studien legt nahe, dass die Tiere wesentlich beziehungsfähiger sind als bislang angenommen.

130 Katzenhalter nahmen an der Studie teil

So zeigte ein US-amerikanisches Experiment, dass die Stubentiger deutlich entspannter und mutiger waren, befanden sich ihre Bezugspersonen im gleichen Raum. Bereits zuvor ergab eine schwedische Studie, dass Katzen umso mehr Kontakt zu ihren Haltern suchten, je länger sie allein gelassen wurden.

Ein Team um die Zoologin Daiana de Souza Machado von der brasilianischen Universidade Federal de Juiz de Fora entwickelte nun einen Fragebogen. Damit erfassten sie Angaben zu den Haltern und deren Tieren. Zudem beobachteten sie bestimmte Verhaltensweisen der Katzen in Abwesenheit ihrer Besitzer und deren Lebensbedingungen. Insgesamt nahmen 130 Katzenhalter an der Studie teil. Pro Tier füllten die Halter einen Fragebogen aus. Da manche mehrere Katzen besaßen, konnten die Wissenschaftlerinnen 223 Bögen statistisch auswerten.

Apathisch, aggressiv, depressiv: Katzen leiden, wenn sie alleine sind

Das Ergebnis: 30 der 223 Katzen (13,5 Prozent) erfüllten mindestens eines der Kriterien, die trennungsbedingte Probleme nahelegen. Am häufigsten berichteten die Halter von destruktivem Verhalten der Tiere, wenn sie alleine waren (20 Fälle). 19 der Katzen miauten exzessiv, wurden sie alleingelassen. 18 urinierten außerhalb ihres Katzenklos. 16 Fellnasen zeigten sich depressiv-apathisch, elf aggressiv, ebenso viele ängstlich und unruhig. Sieben Samtpfoten verrichteten ihre Notdurft an verbotenen Stellen.

Die Verhaltensauffälligkeiten scheinen dabei mit der jeweiligen Haushaltsstruktur zusammenzuhängen: Negativ wirkte sich zum Beispiel aus, wenn die Katzen kein Spielzeug zur Verfügung hatten oder keine anderen Tiere mit im Haushalt lebten.

Katze wird gestreichelt
Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa

„Katzen können als Sozialpartner für ihre Besitzer angesehen werden“

Die Forscherinnen betonen allerdings auch, dass ihre Untersuchung auf den Angaben der Katzenhalter beruht: Diese könnten zum Beispiel das natürliche Kratzen auf Oberflächen als Verhaltensauffälligkeit ihrer Tiere missdeuten. Das Urinieren außerhalb des Katzenklos könne zudem normales Markierverhalten sein. Apathie könne einfach der Tatsache geschuldet sein, dass die Stubentiger meist nachtaktiv sind.

Entsprechend sehen die Autorinnen ihre Studie auch nur als Ausgangspunkt für weitere Forschung, sind sich aber jetzt schon sicher: „Katzen können als Sozialpartner für ihre Besitzer angesehen werden und umgekehrt.“

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