Dass Hunde andere Hunde beim Gassigehen mal anbellen oder -knurren, ist ganz natürlich. In vielen Fällen ist das nur ein freundliche Gegrüßung unter Artgenossen. Allerdings kann Bellen manchmal auch aggressiv sein. Dann gilt es, die Ursachen dafür herauszufinden und zu verhindern, dass Dein Hund bellt.
„Bellen ist eine Kommunikation, die Hunde generell einsetzen, um etwas, das sie als positiv assoziieren, zu bekommen, oder um etwas, das sie als negativ wahrnehmen, zu verhindern“, erklärt ein Sprecher der Organisation „Dogs Trust“ gegenüber „Country Living“. Wenn dann der Hund erstmal lernt, dass er tatsächlich ein Leckerli bekommt, wenn er bellt, lernt er, dass dieses Verhalten gut ist.
1. Warum bellt der Hund andere Hunde an?
Deshalb ist es im ersten Schritt immer wichtig, den Grund für das Bellen herauszufinden. Einige Hunde begrüßen so freudig andere Hunde oder Menschen, andere fühlen sich dagegen vielleicht bedroht. Wenn Du Dir sorgen machst, zum Beispiel weil Dein Hund über längere Zeit wiederholt und exzessiv bellt, solltest Du den Rat Deines Tierarztes einholen. Denn gegebenenfalls kann dann auch eine medizinische Ursache dahinter stecken, zum Beispiel Schmerzen.
Sind medizinische Ursachen ausgeschlossen, kannst Du die weiteren Umstände des Bellens beobachten. Wann und in welchen Situationen bellt Dein Vierbeiner seine Artgenossen an? Und was kannst Du tun, um das zu verhindern?
Wichtig ist zum Beispiel, dass Du Deinen Hund immer gut beschäftigst und auspowerst. Wenn Dein Vierbeiner jeden Tag ausreichend gefordert wird, Du mit ihm spielst und er sich genug bewegen kann, ist er wahrscheinlich nicht so schnell gelangweilt. Und gelangweilte Hunde kläffen ihre Artgenossen schneller an, als ausgeglichene Vierbeiner.
2. Eine andere Gassirunde ausprobieren
Vielleicht bellt Dein Hund beim Spaziergang auch deshalb so viel, weil es ihm auf Eurer üblichen Route einfach zu trubelig ist. Deshalb kann es schon einen großen Unterschied machen, wenn Du das nächste Mal auf einer ruhigeren Strecke und zu einer ruhigeren Uhrzeit Gassi gehst. Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, unterwegs viele andere Hunde zu treffen – die Dein eigener Hund anbellen will.

3. Mit dem Hund trainieren – und einen Profi aufsuchen
Wenn Dein Hund lernt, dass andere Hunde nichts schlimmes sind, wird er sie auch nicht mehr anbellen. An so einer Form der Desemsibilisierung kannst Du gut mit positiver Verstärkung in Form von Leckerlis arbeiten. Dafür empfiehlt es sich zum Beispiel, sich Unterstützung eines Freundes oder einer Freundin mit Hund zu holen.
Die Person sollte sich mit dem anderen Hund dann so weit weg stellen, dass Dein Hund den Artgenossen noch nicht anbellt. Ganz langsam können Hund und Halter dann näher kommen, währenddessen gibst Du Deinem Vierbeiner Leckerchen. Sobald die „Eindringlinge“ wieder außer Sichtweite sind, hörst Du mit der Gabe von Leckerlis auf.
Das Ganze solltest mehrmals wiederholen – dabei kann die Person mit dem anderen Hund jedesmal ein bisschen näher kommen. Sei Dir aber bewusst, dass dieser Gewöhnungsprozess Zeit braucht und Dein Hund erst nach und nach Verbesserung zeigen wird. Wichtig ist, dass Du Deinen Hund nicht ausschimpfst, falls er doch wieder bellt. Denn für Deinen Vierbeiner klingt das so, als würdest Du mit ihm bellen. Stattdessen sollte das Training positiv bleiben.
Und natürlich: Wenn Du alleine nicht weiter kommst, kann es sinnvoll sein, einen professionellen Hundetrainer zurate zu ziehen.



