HomeKleintiereSo erkennst Du 3 die häufigsten Krankheiten bei Meerschweinchen

So erkennst Du 3 die häufigsten Krankheiten bei Meerschweinchen

Meerschweinchen können bei artgemäßer Versorgung und Pflege bis zu zehn Jahre alt werden. Um den Kleintieren ein gesundes und langes Leben zu ermöglichen, sollten sich Tierhalter mit den richtigen Haltungskriterien vertraut machen.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Meerschweinchen leiden häufig an Zahnproblemen, die durch falsche Ernährung oder genetische Faktoren entstehen und unbehandelt zum Verhungern führen können.
  • Tumore und Ovarialzysten treten bei Meerschweinchen oft auf, wobei regelmäßige Kontrollen notwendig sind, um frühzeitig eine chirurgische Entfernung vorzunehmen.
  • Ballenentzündungen entstehen durch Haltungsfehler und können unbehandelt zu schweren Infektionen führen, weshalb eine rechtzeitige tierärztliche Behandlung essenziell ist.

Die sozialen Tiere brauchen beispielsweise mindestens einen Artgenossen an ihrer Seite, da sie in ihrem natürlichen Lebensraum in Gruppen leben – eine Einzelhaltung kann ernsthafte körperliche und vor allem seelische Konsequenzen haben.

Darüber hinaus ist es wichtig, die typischen Meerschweinchen-Erkrankungsbilder zu kennen –  so kannst Du als Halter im Ernstfall schnell reagieren und Dich für ein gesundes Leben Deiner kleinen Vierbeiner einsetzen. Tierpsychologin Jana Hoger von „Peta“ hat die drei häufigsten Meerschweinchen-Krankheiten zusammengestellt, gibt Tipps zur Früherkennung und klärt über die Behandlungsmöglichkeiten auf.

„Kleine Verhaltensveränderungen werden bei Meerschweinchen häufig zu spät oder gar nicht entdeckt. Dies kann zu vermeidbarem massivem Leid führen und sogar lebensgefährlich werden“, so Fachreferentin Hoger. Weiter erklärt sie: „Oft sind Haltungs- und Ernährungsfehler die Krankheitsursache. Es ist empfehlenswert, den tierischen Mitbewohner gut zu beobachten, ein Gesundheitstagebuch zu führen und regelmäßige Gesundheitschecks vornehmen zu lassen, um auch minimale Abweichungen des Gewichts oder des Allgemeinzustands direkt zu erkennen.“

Meerschweinchen im Häuschen.
Foto: pixabay.com/analogicus (Symbolfoto)

Peta gibt Tipps

Zahnbeschwerden bei Meerschweinchen

Die Zähne von Meerschweinchen wachsen ein Leben lang. Erhalten Tiere die falsche Nahrung oder leiden sie an zuchtbedingten Körpermerkmalen, nutzt sich ihr Gebiss oftmals nicht richtig ab. Das kann zu Zahnfehlstellungen, Zahnanomalien oder einer Zahnüberlänge führen. Nicht selten verhungern Meerschweinchen mit Zahnbeschwerden vor einem gefüllten Napf.

  • Symptome: Betroffene Tiere fressen immer weniger bis gar nichts oder kauen verlangsamt, wirken teilnahmslos und verlieren an Gewicht. Sie sondern vermehrt Speichel ab und haben eine verklebte Mund- und Halspartie beziehungsweise zeigen eine unnatürliche Kieferhaltung. Zudem haben sie oftmals Durchfall oder Verdauungsstörungen, knirschen mit den Zähnen, wühlen in der Nahrung, zeigen ständig Hunger und leiden mitunter an Augenausfluss. 
  • Diagnose: Bei Verdacht solltest Du dringend eine auf Zähne spezialisierte tierärztliche Praxis aufgesuchen. Als Vorsorge empfiehlt es sich, die vorderen Schneidezähne von Meerschweinchen regelmäßig kontrollieren zu lassen. Ebenso solltest Du Deine Tiere einmal pro Woche wiegen. 
  • Therapie: Wenn Meerschweinchen unter Zahnproblemen leiden, musst Du zunächst sicherstellen, dass ihnen genug raufaserreiches Essen wie beispielsweise Heu, Gras oder Kräuter zur Verfügung steht. Gewichtsveränderungen solltest Du zusätzlich immer umgehend tierärztlich abklären lassen. Da die Tiere einen empfindlichen Verdauungstrakt haben, kann eine Nahrungsverweigerung schnell lebensgefährliche Konsequenzen haben. Bei genetisch bedingten Zahnproblemen ist es nötig, dass Du ihre Zähne regelmäßig von auf Zahnbehandlungen spezialisiertem tierärztlichem Fachpersonal kürzen lässt. Hilfreich können auch unbehandelte Holzstücke zum Abnagen sein.

Krebserkrankungen und Zysten der Eierstöcke

Genau wie Menschen sind auch Meerschweinchen häufig von Krebs betroffen, männliche und weibliche Tiere können Tumore entwickeln. Etwa 90 Prozent der weiblichen Meerschweinchen haben die sogenannten Ovarialzysten. Nur ein Teil zeigt jedoch Symptome, die dann auch behandelt werden müssen.

  • Symptome: Tumore kannst Du durch eine Verdickung oder die Geschwulstbildung unter der Haut erkennen und ertasten. Die Geschwüre treten einzeln oder vermehrt auf und können gut- oder bösartig sein. Ovarialzysten bilden sich an den Eierstöcken und werden häufig dann bemerkt, wenn sich der Bauchumfang der Tiere – wie bei einer Schwangerschaft – plötzlich vergrößert oder sich Haarausfall entlang der Flanken bildet.
  • Diagnose: Bei ersten Anzeichen solltest Du mit Deinem Meerschweinchen umgehend eine tierärztliche Praxis aufsuchen. Vor einem Eingriff wird mittels einer Röntgenaufnahme und eingehender Untersuchung geklärt, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben.
  • Therapie: Um die Bildung von Metastasen zu verhindern, müssen Tumore schnellstmöglich chirurgisch unter Narkose entfernt werden. Daher solltest Du Deine Meerschweinchen regelmäßig vorsichtig abtasten.

Ballenentzündung bei Meerschweinchen

Infolge von Haltungs- und Ernährungsfehlern und oftmals in Verbindung mit anderen Erkrankungen können Meerschweinchen aufgrund von Fehlbelastung schmerzhafte Ballenentzündungen entwickeln. Diese betreffen nicht nur die oberflächliche Haut, sondern oftmals auch die darunter liegenden Schichten bis hin zum Knochen. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Übergewicht (weibliche Meerschweinchen sind häufiger betroffen), Bewegungsmangel, der Haltung auf einem zu harten und feuchten Boden, einem zu kleinen Käfig bis hin zu Vitaminmangel und zu langen Krallen.

  • Symptome: Im Anfangsstadium zeigt sich oftmals nur eine leichte Rötung an den Ballen. Bleiben diese Reizungen unbehandelt, wird die Haut empfindlicher und rissig. Kleine Verletzungen lassen anschließend Bakterien in das Gewebe eindringen. Die Folge sind Schwielen an den Füßen, Sohlengeschwüre oder schwere Entzündungen, die nicht selten Sehnen und Knochen angreifen.
  • Diagnose: Sobald Du Veränderungen an den Füßen Deines Meerschweinchens bemerkst werden, solltest Du es umgehend in eine tierärztliche Praxis bringen, da sich das schmerzhafte Krankheitsbild schnell verschlechtern kann. Zur genaueren Abklärung empfiehlt es sich, anhand eines Röntgenbildes die Schwere der Erkrankung festzustellen.
  • Therapie: Ballenentzündungen benötigen intensive medizinische Pflege. Im Anfangsstadium helfen Haltungs- und Speiseplanoptimierung sowie Wund- und Heilsalben und ein schützender Verband. Sollten sich jedoch bereits eitrige Ekzeme oder Abszesse gebildet haben, wird die Behandlung intensiver. In diesem Fall erstellt die tierärztliche Praxis einen entsprechenden Behandlungsplan und setzt Schmerzmittel und Antibiotika ein.
Drei Meerschweinchen auf Kuscheldecke.
Foto: unsplash.com/Jaroslaw Slodkiewicz (Symbolfoto)

Wie oft solltest Du mit Meerschweinchen zum Tierarzt?

Auch wer sich mit den typischen Krankheiten von Kleintieren auskennt, sollte mindestens einmal im Jahr einen Gesundheits-Check-up für seinen tierischen Mitbewohner veranlassen. Tiersenioren sollten jedes halbe Jahr zu Vorsorgeuntersuchung. Da Meerschweinchen beim Tierarztbesuch ungern allein sind, kann die Begleitung durch einen Artgenossen helfen, den Stress zu mindern.

Aber Achtung: Kleintierärzte sind vor allem auf Hunde und Katzen spezialisiert. Einige von ihnen haben eine Zusatzausbildung zum Fachtierarzt für Kleinsäuger und Heimtiere gemacht und sich mehr spezifisches Fachwissen über Meerschweinchen und Kaninchen angeeignet. Achte also darauf, dass sich Dein Tierarzt auch tatsächlich mit Nagetieren wie Meerschweinchen und ihren besonderen Krankheiten auskennt. Eine nach Postleitzahlen geordnete Liste mit Kleintiersäugerspezialisten findest Du zum Beispiel bei der „Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft“ (DVG) und hilfreiche Infos zur Tierarztsuche bei „Kaninchenwiese“.

Wichtiger Hinweis
Unsere Ratgeber ersetzen nicht die veterinärmedizinische Beratung bei Deinem Tierarzt. Sie dienen lediglich der Information und sollen einen Überblick über Krankheiten, Verletzungen und deren Behandlung liefern. Wenn Dein Tier Symptome zeigt, die auf Verletzungen, Krankheiten oder Unwohlsein hinweisen, solltest Du unbedingt eine Tierarztpraxis oder eine Tierklinik aufsuchen.

Meerschweinchen sind äußerst soziale Tiere und sollten daher mindestens zu zweit, besser noch in größeren Gruppen gehalten werden. In Gesellschaft fühlen sie sich wohler und profitieren von der gegenseitigen Interaktion. Es ist wichtig, dass das Gehege ausreichend Platz, verschiedene Versteckmöglichkeiten und Beschäftigungsmöglichkeiten bietet, um den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden.

Bevor Du Meerschweinchen ein Zuhause gibst, solltest Du sorgfältig abwägen, ob Du der Verantwortung gewachsen bist. – Denn das Zusammenleben mit tierischen Mitbewohnern bringt eine Sorgfaltspflicht mit sich – für viele Jahre und in allen Lebenslagen.

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