- Dein Hund ist nicht farbenblind, sondern ein Dichromat. Er sieht die Welt sozusagen aus den Augen eines Menschen mit Rot-Grün-Schwäche.
- Durch eine höhere Anzahl an Stäbchen und die reflektierende Schicht im Auge (Tapetum) sieht Dein Vierbeiner bei schlechtem Licht deutlich besser als Du.
- Kaufe vorzugsweise Spielzeuge, Näpfe und Co. in blauen oder gelben Farben. So erleichterst Du Deiner Fellnase den Alltag.
Sind Hunde wirklich farbenblind?
Laut Experten ist Dein Hund nicht farbenblind. Sie vermuten jedoch, dass Hunde nur zwei Hauptfarben voneinander unterscheiden können – Blau und Gelb. Hunde besitzen nämlich nur zwei Farbrezeptoren, was zu einem dichromatischen Farbsehen führt. Das menschliche Auge kann hingegen die Wellenlängen von drei Farben auseinanderhalten: Rot, Grün und Blau. Daraus ergeben sich rund 200 Farbtöne, die wir unterscheiden können.
- Blau
- Gelb
Diese Farben können Hunde nicht sehen:
- Rot
- Grün
- Aus Rot gemischten Farben, wie Violett und Rosa
Experten vermuten also, dass Hunde Blau und Gelb gut von Grün unterscheiden können. Die Farbwahrnehmung von Hunden könnte daher vergleichbar sein mit der von Menschen, die eine Rot-Grün-Schwäche haben. Deinem Hund ein rotes Spielzeug zu besorgen, ist deshalb keine gute Idee. Vor allem, wenn er damit im Garten spielen soll. Gelbe Spielzeuge können Hunde dagegen vermutlich besser erkennen.
Ein buntes Experiment belegt, dass Hunde eine Farbsicht haben
Die Annahme, dass Hunde nicht farbenblind sind, belegten auch amerikanische Forscher! Sie versteckten vor einem Hund einige Fleisch- und Käsehäppchen und beleuchteten sie in unterschiedlichen Farben. Das Ergebnis? Hunde können Farben sehen – einige besser, andere schlechter.
Die Forscher stellten fest, dass Hunde insbesondere Blautöne besser erkennen als andere Farbtöne. Rote und grüne Farbtöne wirken auf Fellnasen jedoch eher wie ein Gelb. Ihm fehlen die Rezeptoren für die grünen Wellenbereiche. Überhaupt verfügt die Hunde-Netzhaut über etwa 100.000 Zapfen.
Sein Vorteil: Mehr Stäbchen in der Netzhaut ermöglichen ihm das Sehen auch bei nur wenig Licht.
Aber wieso sehen Hunde im Dunkeln besser? Also, im Auge gibt es verschiedene Rezeptoren, die Lichtwellen wahrnehmen: Stäbchen und Zapfen. Mithilfe von Zapfen können wir verschiedene Farben unterscheiden, Stäbchen dagegen helfen uns, bei dunklen Lichtverhältnissen zu sehen. Im Vergleich zu Menschenaugen haben Hundeaugen weniger Zapfen, aber mehr Stäbchen, berichtet „Business Insider“. Sie können also besser im Dunkeln sehen.
Nicht farbenblind, aber wie sehen Hunde andere Farben als Gelb und Blau?
Forscher gehen davon aus, dass andere Farben für Hunde zu einer braun-grauen Suppe verschwimmen. In der Suppe können sie keine großen Unterschiede wahrnehmen. Was Du als saftig grüne Wiese siehst, erscheint Deinem Hund eher wie vertrockneter Rasen. Und ob das kuschelige Kissen jetzt rot oder braun ist, ist Deinem Hund auch egal.
Wenn Du einen Eindruck von der Farbwahrnehmung Deines Hundes bekommen willst, kannst Du Dich auf der Seite „Dog Vision“ austoben. Das Programm bearbeitet hochgeladene Fotos so, wie Hunde das Dargestellte sehen würden. Weiter oben im Text siehst Du dazu zwei Beispiele (links aus menschlicher, rechts aus tierischer Sicht).
Wie kann ich meinem Hund ohne Farbsicht im Alltag bestmöglich helfen?
Dein Vierbeiner ist zwar nicht komplett farbenblind, doch er sieht die Welt ein wenig anders als Du. Wenn Du etwas auskennst, kannst Du ihm seinen Alltag erleichtern. Und so funktioniert’s:
- Vermeide Kontraste: Ein roter Ball auf einer grünen Wiese zum Beispiel ist für einen Hund ein wahres Suchspiel. Nimm lieber einen blauen oder gelben Ball – dann hat Dein Vierbeiner viel mehr Spaß. Wenn Du beispielsweise mit Deinem Hund „Agility“ machst, solltest Du auf rote Kontaktzonen verzichten.
- Ruf Deine Fellnase: Wenn Du die Aufmerksamkeit Deines Hundes haben möchtest, dann ruf ihn und bewege Dich– in ein paar Metern Entfernung. Wenn Du stillstehst, entdeckt er Dich wahrscheinlich gar nicht. Er ist nicht stur, sondern sieht Dich einfach nicht richtig. So oder so: Seine Nase funktioniert aber einwandfrei – verstecken ist also gar nicht so einfach.
- Nutze Quietsch- oder Geruchsspielzeuge: Da Dein Hund sich schlechter an Farben orientieren kann, ist es ratsam, ihm ein Quietsch- oder Geruchsspielzeug zu kaufen. Seine Nase und seine Ohren funktionieren nämlich hervorragend und gehören zu den besten Sinnen der Hunde.
Kurz und knapp: Wenn Dein Hund sein rotes Spielzeug oder ein Stöckchen im Gras nicht wiederfindet, ist er nicht dumm! Dein Hund kann die Farbe nur nicht richtig sehen bzw. vom grünen Gras unterscheiden. In Zukunft kaufst Du für Deinen Hund also besser Spielzeug und anderes Zubehör in Farben, die er unterscheiden kann. Mit einem gelben Tennisball machst Du zum Beispiel nichts falsch.
Fazit: Dein Hund ist nicht farbenblind. Aber was bedeutet das jetzt für Dich?
Wie Du siehst: Es ist nur ein Gerücht, dass Hunde im tristen Schwarz-Weiß leben! Deine Fellnase ist nicht farbenblind, sondern genießt die Welt auch in bunten Farben – jedoch mit einer eingeschränkten Farbpalette. Das solltest Du natürlich im Alltag bedenken.
Wähle Spielzeuge, Näpfe und anderes Zubehör mit Bedacht! Wenn Deine Fellnase das nächste Mal den roten Ball im grünen Gras sucht, weißt Du, dass es nicht an ihm liegt. Er sieht ihn einfach nicht. Tausche etwa grüne oder rote Spielzeuge lieber gegen gelbe oder blaue. Das bringt die Hundeaugen direkt zum Strahlen.
Ohnehin verlässt sich Dein Hund viel lieber auf seinen Geruch und sein Gehör. Wenn Du das berücksichtigst – vielleicht mit einem Quietsch- oder Geruchsspielzeug – begegnest Du ihm auf Augenhöhe. So gestaltest Du Euren Alltag noch bunter, auch wenn das Rot fehlt.
FAQ – Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Farbenblindheit bei Hunden
Können Hunde nur schwarz-weiß sehen?
Nein, Hunde sehen nicht nur schwarz-weiß. Anders als wir Menschen können sie jedoch nur die zwei Hauptfarben Gelb und Blau voneinander unterscheiden. Hunde sind somit ähnlich farbenblind wie Menschen mit Rot-Grün-Schwäche.
Ist das Sehvermögen von Hunden allgemein schlechter?
Das Auge des Hundes hat seine Stärken und Schwächen! Hunde sehen nicht besonders scharf und auch ihre räumliche Wahrnehmung ist nicht ausgeprägt. Theoretisch decken ihre beiden Augen ein Sichtfeld eines 240-Grad-Winkels ab – davon überschneiden sich ihre Blickfelder jedoch nur um 60 Grad. Das erschwert zwar ihre räumliche Einordnung, doch für Hunde ist das kein Problem.
Außerdem erkennt Dich Deine Fellnase besser, wenn Du Dich schnell bewegst, anstatt stillzustehen. Ein Grund, warum Rehe beispielsweise auf der Wiese in eine Schockstarre verfallen können, wenn sie einen Hund sehen. Sie hoffen schlichtweg, dass er sie nicht sieht. Und das klappt auch! Zellen im Auge wandeln das Licht in Nervenimpulse um und geben diese an das Gehirn weiter. Im Gehirn werden diese Impulse dann in ein Bild umgewandelt.
Können Hunde lernen, Farben zu sehen?
Nein, Du kannst Deinem Vierbeiner nicht beibringen, plötzlich rote Farben zu sehen. Was er jedoch gut kann, ist, bestimmte Dinge mit Erinnerungen zu verknüpfen. So kannst Du ihm beispielsweise beibringen, einen blauen Napf mit Futter zu verknüpfen. Er orientiert sich dabei nicht an der Farbe, sondern an Form, Geruch und Kontext.
Orientieren sich Hunde überhaupt an Farben?
Nein, Hunde orientieren sich hauptsächlich an Geräuschen und Gerüchen.
Können Hunde Schwarz, Weiß und Grau sehen?
Neben den beiden Hauptfarben Blau und Gelb können Hunde auch sehr gut Schwarz, Weiß und Grau erkennen.



