In unserem Tiermarkt kannst Du nach einem passenden Welpen in Deiner Nähe suchen. Den Kleinanzeigen kannst Du meist schon viele wichtige Informationen über den Welpen und die Zucht entnehmen.
Dennoch gibt es einige Punkte, die Du wie eine Checkliste bei der Suche nach einem seriösen Hundezüchter gedanklich abhaken solltest:
1. Telefonisch oder per Mail in Kontakt treten
Besuche, falls vorhanden, die Website des Züchters und mache Dir ein möglichst umfassendes Bild von ihm und seiner Zuchtstätte. Wenn Du einen positiven Eindruck hast, kannst Du anschließend mit dem Züchter in den Kontakt treten.
Egal, ob Du den Hundezüchter per Mail kontaktierst oder ihn anrufst: Betrachte die Unterhaltung fast so wie ein kleines Bewerbungsgespräch. Ein verantwortungsvoller Züchter möchte nicht sofort mit Preisanfragen gelöchert werden – ebenso wird er aber auch nicht direkt versuchen, Dir einen Welpen zu verkaufen – schließlich handelt es sich um Lebewesen und nicht um Waren.
Achtung! Das sollte Dich misstrauisch stimmen:
- Der Welpe soll Dir zugeschickt werden
- Der Züchter verlangt Geld für den Besuchstermin
- Du musst Dich beim Besuchstermin direkt entscheiden und einen Welpen kaufen
- Du sollst vorab Geld überweisen? Finger weg!
- Am Telefon stellt sich heraus, dass der Welpe gar nicht wie angegeben in Deutschland, sondern im Ausland sitzt
- Die Mutterhündin kann vor Ort nicht angetroffen werden
- Die Welpen werden ungeimpft und nicht entwurmt abgegeben
- Die Welpen werden vor der 8. Lebenswoche vermittelt
In diesen Fällen solltest Du unbedingt Abstand von dem Angebot nehmen und uns die Anzeige melden, falls Du sie in unserem Tiermarkt gefunden haben solltest – wir überprüfen sie dann sofort.
2. Der erste Eindruck vom Hundezüchter zählt
Wie sind die Welpen untergebracht? Um eine optimale Sozialisierung zu gewährleisten sollten die Welpen im Haus unter Menschen aufwachsen und Familienanschluss haben. So werden sie an Alltagsgeräusche und vielleicht sogar bereits an andere Tiere oder Kinder gewöhnt.
Die Umgebung solltet sauber sein – ein bisschen „hundetypische“ Unordnung ist natürlich erlaubt. Der Hundezüchter sollte Dich freundlich empfangen und herumführen. Er muss Dir nicht sein Schlafzimmer präsentieren, aber der Bereich der Hunde sollte für Besucher zugänglich sein.
Hier noch mal die wichtigsten Punkte:
- Die Unterbringung sollte weder klinisch rein noch total verdreckt sein.
- Der Züchter sollte nicht extra für Dich alles umgekrempelt haben, sondern immer ein gewisses Maß an Sauberkeit gewährleisten.
- Die Welpen sollten Familienanschluss haben und im Haus leben.
- Du solltest den Bereich, in dem die Welpen sich aufhalten, betreten dürfen.
Beim Welpenkauf solltest Du lieber ein wenig zu misstrauisch als zu gutgläubig sein. Natürlich kann es vorkommen, dass im Haus gerade umgebaut wird und die Hunde an einem anderen Ort untergebracht werden müssen – frage aber lieber doppelt nach, wenn Dir etwas seltsam vorkommt und vertraue auf Dein Bauchgefühl.
3. Der Zustand der Mutterhündin
Die Hündin sollte einen gesunden und gepflegten Eindruck machen. Selbstverständlich ist ein Haufen quirliger Welpen anstrengend und die Mama darf ein bisschen erschöpft sein. Wenn sie aber ausgezehrt und entkräftet auf Dich wirkt, solltest Du skeptisch werden.

Stelle auch ein paar Fragen zur Hündin:
Wie alt ist die Hündin?
Beim ersten Wurf sollte sie mindestens zwei Jahre alt sein, in manchen Vereinen und je nach Rasse darf sie auch bereits ab dem 20. Monat „belegt“ werden. Ist die Hündin jünger oder war der Wurf ein Versehen, spricht das nicht für eine verantwortungsvolle Zucht. In diesem Fall sollte Dir auch kein Hund mit Papieren angeboten werden, da seriöse Vereine solche Würfe in der Regel nicht abnehmen.
In fortgeschrittenem Alter sollte eine Hündin ebenfalls keine Würfe mehr bekommen – auch hier entscheidet der Verein, in der Regel ist aber mit sechs bis acht Jahren Schluss.
Der wievielte Wurf der Hündin ist das?
Eine Hündin sollte idealerweise nur einen Wurf im Jahr haben. Hat sie sehr viele Welpen bekommen oder musst ein Kaiserschnitt durchgeführt werden, kann sie entweder vollständig aus der Zucht genommen oder für einen wesentlich längeren Zeitraum für die Zucht gesperrt werden.
Wie viele Würfe hat der Hundezüchter pro Jahr?
Die Anzahl der Würfe richtet sich natürlich auch nach der Anzahl der Hunde beziehungsweise Hündinnen. Seriöse Züchter haben meist ein bis maximal drei Würfe im Jahr – bei einer wesentlich höheren Anzahl solltest Du sehr genau auf das Umfeld achten. Handelt es sich wirklich um einen Züchter und nicht um einen Händler? Wie versorgt er all die Tiere und kann er ihnen gerecht werden?
Gab es bei der Geburt Komplikationen?
Wenn ja, welcher Natur waren die Komplikationen? Wird der Hundezüchter die Hündin aus der Zucht nehmen? Handelt er im Interesse seiner Tiere oder hast Du den Eindruck, dass er nur auf Profit aus ist?
4. Der Zustand der Welpen
Auch die Welpen sollten kräftig und gesund aussehen. Ein gesunder Welpe ist in der Regel neugierig und aktiv.
Achtung: Je nach Alter können die Kleinen auch noch etwas verschlafen wirken – apathisch sollten sie jedoch nicht sein. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Welpe etwas kleiner als die anderen ist. Der Züchter sollte allerdings nicht versuchen, den Welpen zu verheimlichen oder ihn Dir günstiger anbieten als den restlichen Wurf.

Folgende Fragen zum Welpen kannst Du Dir notieren:
Wann sind die Welpen abgabebereit?
Welpen dürfen in Deutschland ab der 8. Woche abgegeben werden. Viele Hundezüchter und auch Tierärzte empfehlen jedoch eine Abgabe ab der 12. Lebenswoche. Auch dann bleibt noch genügend Zeit, den Welpen an Dich zu gewöhnen, aber er konnte noch wichtige Dinge von seiner Mutter und seinen Geschwistern lernen.
Eine Abgabe unter der 8. Lebenswoche ist unverantwortlich, auch wenn das Muttertier die Welpen nicht mehr beachtet. Die früher Trennung von der Mutter kann zu Verhaltensstörungen führen und das Sozialverhalten des Hundes beeinträchtigen. Welpen, die aus dem Ausland stammen, dürfen erst ab der 16. Woche ins Land gebracht werden – vorher haben sie nämlich keinen gültigen Tollwutschutz.
Welche Impfungen haben sie zu diesem Zeitpunkt bekommen?
Bei Abgabe sollten die Welpen bereits geimpft worden sein. Ein seriöser Züchter zeigt Dir den Heimtierausweis und bespricht mit Dir, welche Impfungen bereits vorgenommen wurden und um welche Du Dich kümmern musst.
Sind die Welpen entwurmt und gechipt?
Bei der Abgabe sollten die Welpen nicht nur geimpft, sondern auch erstmalig entwurmt und natürlich gechipt sein. Den Mikrochip erhalten die Vierbeiner in der Regel zusammen mit dem Heimtierausweis. Durch ihn kann der Hund jederzeit von einem Tierarzt identifiziert werden.
An welches Futter sind die Welpen bei der Abgabe gewöhnt?
Du musst mit der Fütterungsmethode des Züchters nicht einverstanden sein. Die artgerechte Ernährung von Hunden ist ein kontrovers diskutiertes Thema, bei dem die Meinungen erfahrungsgemäß auseinander gehen. Du kannst das Futter später umstellen. Der Züchter sollte Dir bestenfalls etwas von seinem Hundefutter mitgeben, wenn Du den Welpen abholst. Eine Futterumstellung ist am Anfang noch zu großer Stress.
5. Wie ernst nimmt der Hundezüchter seine Aufgabe?
Welchen Eindruck hast Du vom Engagement des Züchters? Er sollte die Hundezucht sehr ernst nehmen, sich regelmäßig fortbilden und über ein fundiertes Wissen verfügen.
Darauf solltest Du achten:
- Welche Untersuchungen lässt der Züchter bei seinen Zuchthunden durchführen?
- Auf welche Krankheiten wurden die Welpen bei der Abgabe untersucht?
- Wie hochwertig füttert er seine Hunde?
- Bekommen zukünftige Welpenbesitzer ein Art Starter-Set oder eine Welpenmappe mit?
Darüber hinaus sollte der Züchter Dir alle Gesundheitszeugnisse und Papiere immer direkt vorlegen können. Bei Züchtern, die Dir Welpen ohne Papiere anbieten, solltest du skeptisch sein. Dass Zuchttiere und Liebhabertiere zu unterschiedlichen Preisen abgegeben werden, ist dagegen nicht ungewöhnlich.
6. Der Hundezüchter interessiert sich für potenzielle Welpenkäufer
Er sollte sich Zeit für das persönliche Gespräch nehmen und Dir Fragen zu Deiner Lebenssituation stellen. Kurz: Er sollte Dich wie bei einem Vorstellungsgespräch mit Fragen löchern. Ein verantwortungsbewusster Züchter will das beste Zuhause für seine Welpen finden – für immer.
Nach dem Kauf wirst Du sicher noch die eine oder andere Frage haben. Dann solltest Du Dich jederzeit an den Züchter wenden können. Auch spätere Treffen mit den Wurfgeschwistern können von engagierten Züchtern organisiert werden.
Darauf solltest Du achten:
- Der Hundezüchter steht auch später noch für Fragen zur Verfügung: Er fühlt sich auch noch verantwortlich, nachdem er sein Geld bereits bekommen hat.
- Er freut sich über Bilder oder Nachrichten von seinen Welpen.
- Er will genau wissen, wie der Welpe bei Dir leben wird.
- Er lehnt auch Interessenten ab, wenn er sie als ungeeignet empfindet.
7. Der Hundezüchter berät Dich bei der Welpenauswahl
Du hast ein gutes Gefühl bei diesem Züchter? Auch bei der Auswahl des Welpen sollte er Dich umfassend beraten.
Ein erfahrener Züchter erkennt das Wesen des Nachwuchs recht schnell – zumindest kann er ahnen, ob der Welpe Deiner Wahl eher ein ruhiger oder ein aufmüpfiger Geselle ist. Er sollte Dich beraten und Dir auch ehrlich mitteilen, wenn das Wesen eines Welpen nicht zu Deinen Vorstellungen passt.
8. Es gibt einen Welpen-Kaufvertrag
Wenn ja: Enthält er Namen, Adresse und eine Haftung des Verkäufers? Ist der Kaufpreis genannt? Achte darauf, dass diese Angaben vorhanden sind.
Der Kaufvertrag ist ein wichtiges Dokument, das Dich nicht nur vor Betrügern schützt, sondern Dir auch einen guten Anhaltspunkt für die Abwicklung des Welpenkaufs liefert. Damit alle Angaben stimmen, haben wir einen Mustervertrag erarbeitet, der juristisch geprüft ist und damit alle wichtigen Details für einen Tierkauf beinhaltet. Die Nutzung unseres Mustervertrags ersetzt jedoch keine rechtliche Beratung.
9. Einen weiteren Weg in Kauf nehmen
Es gibt keine seriösen Züchter in Deiner Nähe? Dein Hund wird für die nächsten zehn bis 15 Jahre Dein Begleiter sein – es lohnt sich also, ein bisschen mehr Zeit und Aufwand in die Suche zu investieren. Die meisten Welpen verkraften eine mehrstündige Autofahrt mit kleinen Pausen ganz gut.
10. Mehrere Hundezüchter besuchen
Es ist empfehlenswert, verschiedene Züchter und Zuchtstätten miteinander zu vergleichen. Schließlich kommt es auch beim Hundekauf auf Sympathie an – zwischen Mensch und Tier muss sowieso alles stimmen, aber auch die Zweibeiner sollten sich riechen können. Schließlich hat der Kauf eines Welpen auch viel mit Vertrauen zu tun.
11. Beginne früh genug mit der Suche nach einem Züchter
Ganz wichtig: Fange früh mit der Suche an. Seriöse Hundezüchter haben nur wenige Würfe und das häufig nur alle zwei Jahre. Dementsprechend früh werden die Welpen reserviert – nicht selten bereits vor der Geburt.
Plane also langfristig und beginne nicht erst mit der Züchtersuche, wenn Du den Welpen in vier Wochen abholen möchtest.

12. Informiere Dich über den Verein des Züchters
Es gibt eine Vielzahl von Hundevereinen, die unter verschiedenen Dachverbänden organisiert sind. Der bekannteste Dachverband ist der Verein für das Deutsche Hundewesen (VDH), aber es gibt auch andere Verbände.
Informiere Dich vorab über den Verein des Züchters, bringe in Erfahrung welche Kontrollen er vorsieht und welche Untersuchungen er für die Zuchthunde vorschreibt. Wenn Du den Grundsätzen des Vereins bedenkenlos zustimmen würdest, hast Du vermutlich den richtigen Züchter für Dich gefunden.
Und Achtung: Finger weg von Vereinen, deren Rassestandards übertriebene und gesundheitsschädigende Merkmale (zum Beispiel übertriebene Falten beim Shar Pei oder extrem kurze Schnauze beim Mops) fördern!





Danke für die interessanten Infos, vor allem, weil ich eine Begegnung mit einem angeblichen Welpenanbieter hatte auf einer Internetseite, die noch geöffnet ist.
Aber ich habe sehr schnell erkannt, das da etwas nicht stimmt.
Ich werde ihre Hinweise auf jeden Fall beachten und hoffentlich dann auch den richtigen Hund finden – danke