HomeRatgeberScheinbar hilflos: Wie Du Jungvögeln richtig helfen kannst

Scheinbar hilflos: Wie Du Jungvögeln richtig helfen kannst

Trotz des verzweifelten Piepsens: Jungvögel sind gewöhnlich nicht auf menschliche Hilfe angewiesen. Manchmal aber eben doch. So erkennst Du Handlungsbedarf.

Zurzeit sind jede Menge Jungvögel zu sehen und zu hören. Nicht immer wirken sie fit. Zwitschernde Vögelchen im Gebüsch oder auf einer Wiese, die scheinbar verlassen sind, lösen beim Menschen einen gewissen Helferinstinkt aus. Aber Vorsicht ist geboten, denn die Kleinen sind oft nicht hilflos und auch nicht verwaist.

Der „Naturschutzbund Deutschland” (Nabu) erklärt, wann ein Eingreifen sinnvoll ist.

Beobachten statt zugreifen

Bei den rufenden Vögeln handelt es sich oft um Ästlinge. Anders als die Nestlinge haben sie ihre Augen geöffnet und sind bereits gefiedert. Im Fliegen sind sie noch nicht so geübt. Sie müssen auch weiterhin von ihren Eltern mit Insekten gefüttert werden. Durch die Rufe verständigen sie sich.

Wie erkennt man also, ob die Vögelchen Hilfe brauchen? Etwa eine Stunde solltest Du aus weiter Entfernung beobachten, ob die Vogeleltern den Nachwuchs noch umsorgen. Wenn kein Elternteil auftaucht, kann das Vögelchen aufgenommen und versorgt werden. Trage dabei am besten Handschuhe.

Elster-Ästling
Foto: pixabay.com/Annette Aigner (Symbolfoto)

In diesen vier Fällen solltest Du direkt handeln:

1. Unmittelbare Gefahr

Wenn der rufende Vogel auf oder an einer Straße sitzt oder sich ungeschützt in unmittelbarer Nähe eines Beutegreifers wie beispielsweise eine Katze befindet, solltest Du ihm schnell helfen und in eine schützende Hecke setzen.

2. Nestlinge unterwegs

Nestlinge haben noch geschlossene Augen und keinerlei Federn. Die Altvögel halten sie normalerweise rund um die Uhr warm und füttern sie. Falls Du so einen Babyvogel findest, solltest Du nach seinem Nest suchen und ihn zurücklegen. Findest Du kein Nest, muss er in eine Auffangstation gebracht werden.

Küken bzw. Nestling im Nest
Foto: pixabay.com/TaniaVdB (Symbolfoto)

3. Vogel ist verletzt und hilflos

Wenn der Jungvogel offensichtlich verletzt ist, sollte man professionelle Hilfe vom Tierarzt oder einer Vogelauffangstation holen. Dann den kleinen Findling am besten in einen mit Küchenpapier ausgelegten und mit Luftlöchern versehenen Karton setzen und zu einem Tierarzt, Tierschutz- oder Vogelhilfeverein bringen.

4. Jungvogel ist nass oder zu heiß

Sollte der Jungvogel nass sein, solltest Du ihn zunächst in der Wärme trocknen lassen. Du kannst ihn auf eine Wärmflasche setzen, die mit lauwarmem Wasser gefüllt und in ein Handtuch eingewickelt wurde.

Vorsicht: Der Vogel darf nicht überhitzen! Fängt er an zu hecheln oder wirkt schwach, ist dies ein Zeichen, dass es ihm zu warm ist. Hast Du ihn bereits in diesem Zustand angetroffen, solltest Du ihn zunächst an einen kühlen, schattigen Ort bringen, rät der „Nabu”.

Wichtig: Braucht ein Vogel trotz Erste-Hilfe-Maßnahmen weiter Unterstützung, solltest Du ihn ebenfalls zu einem Tierschutz- oder Vogelhilfeverein bringen.

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