Der Samojede ist eine von der FCI anerkannte mittelgroße nordische Hunderasse. Als Grundeigenschaften gelten ihre freundliche, aufgeschlossene und lebhafte Art sowie ihr nur sehr gering ausgeprägter Jagdinstinkt. Auch wenn der Samojede früher oft als Wachhund eingesetzt wurde, gilt dafür heute als ungeeignet. Denn Fremde, die in sein Territorium kommen – also in „seinen“ Garten oder an „seine“ Wohnungstür – verbellt er zwar, wird dabei aber nicht aggressiv.
Ein weiteres charakteristisches Merkmal dieses sanften, russischen Samojeden ist das sogenannte „Lächeln“: ein Eindruck, der durch die besondere Augenform und -stellung dieser Hunde hervorgerufen wird. Auch die Winkel ihrer Lefzen, die in einer sanften Kurve nach oben gerichtet sind, tragen dazu bei.
Der Samojede wird oft mit dem Spitz verwechselt. Deshalb stellen wir Dir die Rasse hier genauer vor. Infos zu Charakter, Fellpflege und mehr lesen Sie in der nachfolgenden Rassebeschreibung.
Der Samojede im Steckbrief
| Größe |
|
| Gewicht |
|
| Lebenserwartung | circa 13 Jahre |
| Wesen | freundlich, lebhaft, menschenbezogen, leicht stur |
| Aussehen | kräftiger Kopf, hoch angesetzte Rute, dichtes weißes Fell |
| Kinderfreundlichkeit | 🐾 🐾 🐾 🐾 🐾 |
| Aktivitätslevel | 🐾 🐾 🐾 🐾 |
| Aufwand für Fellpflege | 🐾 🐾 |
| Anfängergeeignet | 🐾 🐾 🐾 🐾 |
Herkunft und Geschichte des Samojeden
Die Rasse entstand bei den Nenzen – einem Volksstamm, der zu den samojedischen Völkern Sibiriens gehört. Sie verpaarten verschiedene Hunderassen, um einen ausdauernden, anspruchslosen und kälteunempfindlichen Arbeitshund hervorzubringen. Die so gezüchteten Hunde wurden in Russland als Hüte-, Wach- und Schlittenhunde eingesetzt. Auch bei europäischen und amerikanischen Forschern war der Samojede als Schlittenhund beliebt: Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren diese am Polarkreis tätig. Dazu zählt zum Beispiel der britische Zoologe Ernest Kilburn-Scott, der im Jahr 1894 die ersten Exemplare dieser knuffigen Hunde mit zurück nach England brachte und mit dem Züchten der Rasse begann.
Das zeichnet die Rasse aus
Der Charakter des Samojeden
Sein stets „lächelnder“ Gesichtsausdruck lässt es bereits vermuten: Der Samojede ist:
- freundlich
- aufgeschlossen
- gesellig
- lebhaft
- aber auch ein wenig stur
Sein Jagdtrieb ist kaum entwickelt. Bei ordentlicher Sozialisierung, Erziehung und Haltung verhält er sich niemals aggressiv. Vielmehr macht sein nettes, menschenbezogenes Wesen den Samojeden zu einem angenehmen Familien- und Begleithund.
Körperliche Merkmale im Überblick
- Widerristhöhe: Rüden idealerweise 57 Zentimeter, Hündinnen idealerweise 53 Zentimeter, wobei jeweils drei Zentimeter nach oben oder unten toleriert werden
- Gewicht: Laut Rassestandard wiegen Rüden 25 bis 30 Kilogramm und Hündinnen 20 bis 25 Kilogramm.
- Körperbau: Der Körper soll etwas länger als hoch und kompakt, dabei aber geschmeidig sein. Der Kopf eines Samojeden ist kräftig und keilförmig, sein Hals kräftig und mittellang sein. Die Rute ist hoch angesetzt. Sie soll über den Rücken oder zur Seite gelegt getragen werden, wenn sich der Hund bewegt oder aufmerksam ist. In Ruhestellung darf sie herabhängen.
- Augen: Anders als bei anderen Schlittenhunden sind blaue oder zwei verschieden gefärbte Augen ein zuchtausschließender Faktor.
- Fell: Als ein aus dem Norden stammender Schlittenhund hat der Samojede ein üppiges, dichtes und elastisches Fell. Die dichte, weiche Unterwolle schützt ihn vor Kälte. Das längere Deckhaar bewahrt diese Unterwolle vor Feuchtigkeit und hält Verschmutzungen ab. Trotz seines „wolligen“ Haarkleids verliert der Samojede wenig bis gar keine Haare, außer während des Fellwechsels. Dieser tritt zweimal im Jahr auf.
- Mögliche Fellfarben: Weiß, Weiß mit Beige oder Creme

Häufig gestellte Fragen zu diesem Rassehund
Wie alt wird ein Samojede?
Die Lebenserwartung eines Samojeden liegt bei etwa zwölf oder 13 Jahren.
Welche Erbkrankheiten können bei einem Samojeden auftreten?
- Diabetes mellitus: Diese Krankheit ist der von uns Menschen recht ähnlich und tritt bei Samojeden im mittleren Alter überproportional häufig auf. Sie kann das Lebensalter der betroffenen Tiere im Durchschnitt um etwa fünf bis sechs Jahre verkürzen.
- Progressive Retinaatrophie (PRA): Diese Erkrankung führt zu einem langsam fortschreitenden Verlust des Sehsinns und schließlich zur Erblindung.
- Nierenentzündung: Diese ist erblich bedingt und tritt bei Rüden häufiger auf als bei Hündinnen. Die Erkrankung kann schnell zu Nierenversagen und damit einem frühen Tod im Alter von acht bis 15 Monaten führen.
- Kurzbeinigkeit: Diese wird durch einen Gendefekt ausgelöst und tritt in der Regel in Verbindung mit Fehlbildungen der Augen auf.
- Pulmonalstenose: Diese Herzerkrankung geht mit Kurzatmigkeit, Herzrhythmusstörungen, schnellem Ermüden und im schlimmsten Fall mit Herzversagen einher.
Wie viel Pflege braucht ein Samojede?
Das üppige weiße oder zumindest helle Fell des Samojeden ist nicht so pflegeintensiv, wie es aussieht. Der Hund haart wenig bis gar nicht. Daher reicht es, wenn Du ihn regelmäßig bürstest. Nur während des Fellwechsels solltest Du das jeden Tag machen. Dieser tritt zweimal jährlich auf. Der Samojede verliert während des Haarwechsels seine Unterwolle. Das Kämmen verhindert, dass die Wolle überall im Haus verteilt wird.
Bewegt sich Dein Vierbeiner ausreichend, nutzen sich die Krallen ab. Du musst sie dann nicht selbst schneiden. Lediglich die Daumenkrallen an den Vorderläufen solltest Du regelmäßig kürzen. Angenehm ist auch, dass der Samojede fast keinen Eigengeruch hat, also nicht stinkt.
Was kostet ein Samojeden-Welpe?
Die genauen Kosten bestimmt natürlich der Verkäufer. In der Regel kannst Du aber mit einem Preis zwischen 900 und 2.000 Euro für einen Samojeden rechnen. Dieser Betrag ist auch durchaus gerechtfertigt. Schließlich möchtest Du ja, dass die Junghunde artgerecht aufwachsen können. Wenn Du Dir einen Samojeden kaufen möchtest, solltest Du also auf einen seriösen Züchter oder Privathalter zugehen. Aber auch im Tierheim findest Du Rassehunde, denen Du ein liebevolles Zuhause schenken kannst.
Lässt sich ein Samojede gut erziehen?
Diese Rasse hat neben ihrer sanften Art auch eine stolze, selbstbewusste Seite. Sie hat ihren eigenen Kopf. Bei der Erziehung Deines Samojeden solltest Du daher konsequent, aber liebevoll vorgehen. Dann wird der Hund zu einem loyalen, braven Familienmitglied.
Was solltest Du in Sachen Ernährung beachten?
Der Samojede benötigt nährstoffreiches Futter, das an das Aktivitätslevel des Hundes angepasst ist. Die Ernährung sollte ausgewogen sein – wie bei anderen Hunderassen auch. Ideal sind frisches Fleisch, Fisch und Gemüse. Aber auch hochwertiges Trockenfutter kannst Du Deinem tierischen Freund geben.

Passt die Hunderasse Samojede zu Dir?
Wenn Du Dich für diesen Vierbeiner interessierst, brauchst Du nicht unbedingt ein Haus mit Garten. Hältst Du ihn in der Wohnung, solltest Du ihm besonders viel Auslauf ermöglichen. Denn der Samojede zeichnet sich durch einen lebhaften Charakter aus und ist bewegungsfreudig. Ein erwachsener und natürlich gesunder Hund hat vielleicht auch Spaß daran, vor Dein Fahrrad gespannt zu werden und es zu ziehen. Schließlich ist der Samojede ein Schlittenhund mit großer Ausdauer.
Neben einer regelmäßigen guten körperlichen Auslastung sollten Besitzer auch für genug geistige Betätigung dieser intelligenten Hunde sorgen, zum Beispiel:
- Hundesport wie Agility oder Zughundesport
- Denksportaufgaben
- Einüben von Tricks
Der Samojede ist sehr menschenbezogen und unternehmungslustig. Er ist nicht gerne alleine und sollte – wie übrigens alle Hunde – nicht länger als vier Stunden am Tag alleine gelassen werden. Denn wenn ihm langweilig ist, kommt er auf Ideen, wie etwa Dein Haus oder Deinen Garten „umzugestalten“.
Tipp: Hast Du einen Garten, solltest Du diesen unbedingt ausbruchssicher machen. Sonst geht Deine Fellnase möglicherweise auf Entdeckungstour.
Fazit: Samojede – eine lebhafte Rasse
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Samojede ist ein Hund für aktive Menschen, die gerne draußen sind. Idealerweise darf er (fast) überall dabei sein. Die Rasse gilt als kinderlieb. Daher freuen die Tiere sich, wenn größere Kinder etwas mit ihnen unternehmen. Das macht den Samojeden zu einem treuen, liebevollen Familienhund – vorausgesetzt Du kannst Dich mit ihm viel bewegen und ihn körperlich und geistig beschäftigen.



